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Antje Burckhardt (v.l.), Larissa Bergmann und Gesa Pelloth haben sich in Niedersachsen durchgesetzt. Die drei Schülerinnen dürfen im Mai beim Bundeswettbewerb von Jugend forscht antreten. Foto: be
Antje Burckhardt (v.l.), Larissa Bergmann und Gesa Pelloth haben sich in Niedersachsen durchgesetzt. Die drei Schülerinnen dürfen im Mai beim Bundeswettbewerb von Jugend forscht antreten. Foto: be

Schülerinnen des Johanneums siegen beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“

ap Lüneburg. Dass Frauen und Physik sich optimal ergänzen, haben Antje Burckhardt, Larissa Bergmann und Gesa Pelloth am Mittwoch in Clausthal-Zellerfeld bewiesen: Die drei Schülerinnen des Lüneburger Johanneums haben den ersten Platz im Landeswettbewerb „Jugend forscht“ belegt und sich für den Bundeswettbewerb, der vom 26. bis 29. Mai in Paderborn stattfindet, qualifiziert.

Mit ihrem Projekt „ultra­schneller Teilchenregen“ haben die Zwölftklässerinnen tiefgehende Fachkenntnisse in Physik bewiesen, das wurde ihnen schon von der Jury des Regionalwettbewerbs in Lüneburg attestiert. Nun haben sie auch die 30 Juroren beim Landesentscheid überzeugt, dass Myonen, elektronenähnliche Teilchen, zum Teil fast in Lichtgeschwindigkeit auf die Erde prasseln.

Antje Burckhardt kann ihr Glück noch gar nicht fassen, „das ist unglaublich“, sagt die 18-Jährige direkt nach der Siegerehrung in der Aula der Technischen Universität Clausthal mit einem Glas Sekt in der Hand. „Damit haben wir nicht gerechnet, wir hatten die stärkste Konkurrenz.“ Tatsächlich hat die Jury sich dann im Bereich Physik für zwei Erstplatzierungen entschieden, da sich insgesamt sechs Gruppen in dem Fach präsentierten. Nun dürfen auch die Regionalsieger aus Hannover mit nach Paderborn zum Bundesentscheid fahren.

Der Grund dafür liegt nahe: „In Geo- und Raumwissenschaften wurde kein Projekt weitergelassen, und da die Jury sich in Physik mit einer Entscheidung so schwer getan hat, hat man sich auf zwei erste Plätze geeinigt“, weiß Burckhardt, für die es besser nicht hätte laufen können. Mit den Anweisungen „mehr logarhythmische Fragen für die Grafikdarstellung zu verwenden“, mehr Messungen durchzuführen und Statistiken einzuarbeiten, dürfen die drei „richtig glücklichen“ Abiturientinnen im Mai nach Paderborn fahren.

Seit einem Jahr arbeiten Burckhardt, Bergmann und Pelloth an dem Projekt, das auf einem Messaufbau beruht mit dem sie in 92 Stunden rund 341000 Messdaten erzeugt haben. Durch die Aufstellung eines theoretisch-mathematischen Modells, dass sie erfolgreich an die realen Messwerte anpassen konnten, können die jungen Physikerinnen nun mit Sicherheit ein Intervall für Myonengeschwindigkeiten angeben.

Insgesamt 63 Schüler und Auszubildende waren mit 36 Projekte in Clausthal-Zellerfeld. Sieben Siegerteams aus sechs Arbeitsbereichen dürfen sich Ende Mai einer neuen Jury vorstellen. Zusätzlich zum Sieg erhielten die Jugendlichen ein Preisgeld von 250 Euro.

Einen großen Fan haben die Schülerinnen sicher: Schulleiter Friedrich Suhr. „Das ist ganz toll, die drei Mädchen sind unermüdlich und sehr engagiert. Sie haben sich mit einem unheimlich anspruchsvollen Thema beschäftigt, das eigentlich Forschungsgegenstand sein sollte und die gesamte Arbeit mit schulischen Mitteln umsetzt“, sagt er, als er von der Platzierung hört. „Am Tag der Siegerehrung des Regionalwettbewerbs, die vormittags in der Uni stattfand, kam ich nachmittags zurück in die Schule, und die Mädchen saßen schon wieder im Jugend-forscht-Labor, um alle Anregungen der Jury einzuarbeiten.“

Beke Katharina Eichert vom Gymnasium Lüneburger Heide, die sich im Fachbereich Biologie ebenfalls für den Landeswettbewerb qualifizierte, hat jetzt den zweiten Platz in Clausthal-Zellerfeld belegt. Und sie ist vollends zufrieden: „Es ist schon super, dass ich überhaupt beim Landeswettbewerb dabei sein durfte“, sagt die 16-Jährige, die besonders das Projekt der Konkurrenz, das sich mit Brillenschärfe befasst, hoch eingeschätzt hat. Die Schülerin sollte damit Recht behalten, darf mit 200 Euro Preisgeld nach Hause fahren.