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Schüler der Georg-Sonnin-Schule  (v.l.) Simon Weinmann, Samadin Zeka und Lars Frederik Rasmussen - haben bei der Herstellung der Holzfiguren geholfen und setzen sie nun am Brockwinkler Weg gegem Raser ein. Foto: be
Schüler der Georg-Sonnin-Schule (v.l.) Simon Weinmann, Samadin Zeka und Lars Frederik Rasmussen - haben bei der Herstellung der Holzfiguren geholfen und setzen sie nun am Brockwinkler Weg gegem Raser ein. Foto: be

Bunte Hüpfer gegen Raser

us Lüneburg. Sie sind bunt, aus Holz, sehen aus wie spielende und hüpfende Kinder und sollen warnen. „Viele der hier vorbeifahrenden Autofahrer sind einfach zu schnell“, sagt Siegrid Neumann. Sie ist Leiterin der Kita am Brockwinkler Weg und erlebt tagtäglich, dass auf der Strecke zwischen Wienebütteler Weg und Reppenstedt trotz eines Tempolimits vor der Kita häufig gerast wird. Nun haben sich Schüler der Georg-Sonnin-Schule der Sache angenommen und vor der Kita die farbenfrohen Warnfiguren aufgestellt.

„Die ganze Aktion begann bereits im vergangenen Jahr“, sagt Stephan Koch. Als Mitglied der Elternvertretung der Kita wusste er von den Sorgen der Eltern und Erzieher, die sich seit langem um eine stärkere Beruhigung des Straßenverkehrs vor dem Kita-Gelände bemühen. Da Koch auch Lehrer an der Georg-Sonnin-Schule ist, griff er das Thema auf und brachte seine Schüler der Klasse BVT-D mit ins Spiel, die gerade ihr berufsvorbereitendes Jahr im Bereich Technik absolvieren.

„Zuerst haben wir passende Figuren im Internet gesucht, sie dann lebensecht vergrößert“, sagt Koch. Die Zeichnungen haben seine Schüler anschließend auf wasserfest verleimte Sperrholzplatten übertragen und ausgesägt, schließlich wurden sie von den Vorschulkindern bemalt und der Kita beim Abschlussfest im vergangenen Jahr überreicht. Auch Bewohner des angrenzenden generationenübergreifenden Wohnprojekts LENA hatten sich dabei engagiert, da auch sie eine Drosselung des Verkehrs begrüßen.

Zuvor war von den Initiatoren Kontakt mit der Stadt aufgenommen worden, die gab grünes Licht für die Aufstellung von sechs Figuren im Bereich der Tempo-30-Zone. „Die ist vor fünf Jahren eingerichtet worden, doch die wenigsten halten sich daran. Vor allem die aus Reppenstedt kommenden Autofahrer“, beklagt Neumann.

Die Aufstellung der Figuren hat Stephan Koch als „Projektwoche“ mit seiner Klasse durchgeführt. Neben der Arbeit mit Holz und Metall für die Pfähle konnten auch Kenntnisse in Bautechnik vermittelt werden, etwa durch das Anmischen des Magerbetons und die Vorbereitung des Baulochs. „Für die Schüler ist es immer gut, wenn sie etwas Praktisches haben.“

„Wir hoffen, dass die Autofahrer durch die Figuren jetzt aufmerksamer sind und den Fuß vom Gaspedal nehmen“, hofft Siegrid Neumann. Zugleich wünscht sie sich, dass die Tempo-30-Zone bis zum Wohnprojekt verlängert wird, „denn dort wohnen viele Familien mit Kindern“.