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Hergestellt wurden die gewebten Körbe in Afrika. Carla Duvenhorst möchte die Produkte aus Ruanda gern auf den europäischen Markt bringen. Foto: t&w
Hergestellt wurden die gewebten Körbe in Afrika. Carla Duvenhorst möchte die Produkte aus Ruanda gern auf den europäischen Markt bringen. Foto: t&w

Ruanda liefert Klasse

ap Lüneburg. Mit dem Verkauf von gewebten Körben, Bettwäsche und Bezügen will die Imago Manufaktur dem afrikanischen Staat Ruanda zu wirtschaftlicher Selbstständigkeit verhelfen. Denn im Osten Afrikas leben viele talentierte Frauen, die nähen und weben können. Sieben Studenten der Leuphana Universität haben sich als Initiative mit dem Namen Imago Manufaktur zusammengetan, um afrikanische Produkte auf den europäischen Markt zu befördern.

„Ruanda gilt als Vorzeigeland, die Menschen sind dort aber aufgrund der Überbevölkerung immer noch sehr arm“, weiß Carla Duvenhorst, die 2011 als Freiwillige dort gearbeitet hat und seitdem immer wieder dorthin reist. „Ruanda braucht nicht mehr die klassischen infrastrukturellen Projekte, sondern eine Förderung der Wirtschaft, also finanzielle Unabhängigkeit.“ Das Land stehe schon auf sicherem Boden, müsse nur noch loslaufen.

Korbbinden, Textilverarbeitung und Töpfern gehöre dort zu traditionellen Fertigkeiten. „Sehr faszinierend“, findet die 24-Jährige, die die afrikanischen Produkte oft als Mitbringsel nach Deutschland holt. Besonders die afrikanischen Farben und Muster seien es wert, in Deutschland und Europa mehr Beachtung zu erfahren.

„Wir wollen die Menschen nicht bevormunden, sie sollen nicht mehr die Hand aufhalten müssen“, erklärt Carla Duvenhorst die Idee hinter dem Konzept. In den ländlichen Regionen seien die Frauen oftmals schon in Kooperativen organisiert, für den Verkauf gelte es nun, die Arbeiten nach europäischen Qualitätsstandards auszuwählen. Im April fliegen die Studenten nach Ruanda, um sich mit den Produzenten vor Ort auszutauschen. Dann sollen auch die ersten Produkte für den Transport fertig gemacht werden. Durch möglichst wenig Zwischenhändler will die Imago Manufaktur faire Löhne und Arbeitsbedingungen gewährleisten, erwartet dafür aber auch Disziplin. „Es geht bei der Qualität vor allem um saubere Verarbeitung, die Produkte müssen langlebig sein“, erklärt die Studentin, die damit mit dem Klischee, Afrika bedeute sofort Mitleid, aufräumen möchte. „Man soll ein afrikanisches Produkt nicht kaufen, weil man glaubt, damit einem Kind den Schulbesuch zu ermöglichen, sondern weil die Produkte gut sind.“

Das nächste Ziel der studentischen Initiative sei es, eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft zu gründen, zunächst aus privaten Finanzmitteln. Außerdem sei man als „social business“ nicht am Gewinn beteiligt. „Wir dürfen nur reinvestieren“, erklärt Duvenhorst, die seit Oktober letzten Jahres an einem Masterplan arbeitet.

Im Mai oder Juni wollen die Studenten die Gesellschaft gründen, im September die erste Charge als Probelieferung verkaufen. „Im Fokus soll ein eigener Onlineshop stehen, wir werden aber auch mit verschiedenen kleinen Einzelhändlern kooperieren und sie bitten, die Produkte in ihr Sortiment aufzunehmen“, sagt Carla Duvenhorst, die schmunzeln muss, als sie an die „fixe Idee“ zurück denkt. „Aber diese Idee trägt jetzt, sie ist längst kein Hirngespinst mehr und das freut mich ungemein.“

Die Imago Manufaktur hat zuletzt den Jury-Preis des yooweedoo Ideenwettbewerbs und somit ein Startkapital von 2000 Euro gewonnen.

One comment

  1. Tolles Projekt! Weiter so !