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Auch im Tesper Ortsteil Bütlingen schreiten die Arbeiten für das neue Glasfasernetz voran. Foto: dth
Auch im Tesper Ortsteil Bütlingen schreiten die Arbeiten für das neue Glasfasernetz voran. Foto: dth

Tespe geht online

dth Tespe. Feierstunde bei der Samtgemeinde Elbmarsch: Rund ein halbes Jahr nach Beginn der Bauarbeiten ist das erste Haus an das neue Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen worden. Bis Ende Mai sollen weitere rund 700 Haushalte allein in Tespe folgen, sagt Uwe Luhmann, Geschäftsführer der „Elbmarsch Kommunal Service“ (ElbKom), die für die Samtgemeinde Elbmarsch ein eigenes Glasfasernetz für schnelle Internetzugänge aufbaut. Am Dienstag drückte Luhmann für den ersten freigeschalteten Haushalt symbolisch den Startknopf zusammen mit Uwe Krabbe vom Beratungsbüro LAN-Consult, Samtgemeindebürgermeister Rolf Roth, Christopher Koch vom Netzbetreiber „pepcom“ sowie ElbKom-Kollegin Diana Wodetzki. Unterdessen gehen die Tiefbauarbeiten im Abschnitt Bütlingen weiter sowie Vorbereitungen für den Ausbau in der Samtgemeinde Bardowick.

Der rote Startknopf war eigentlich ein umfunktionierter roter Gymnastikball, auf dem die Verantwortlichen herumdrückten. Das war wohl dem Premierenort, einer Physiotherapie-Praxis in Tespe, geschuldet und für nette Fotos reichte das auch. Entscheidend war der Geschwindigkeitstest, der auf dem Computerbildschirm blinkte: rund 200 MBit pro Sekunde. Luhmann: „Für Gewerbekunden können wir sogar Bandbreiten von 1000 Mbit freischalten als symmetrischen Anschluss.“ Insgesamt sollen in der Samtgemeinde Elbmarsch rund 3400 Haushalte Schritt für Schritt an das kommunale Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen werden. „Das ist schon eine Macht“, sagt Luhmann nicht ohne Stolz.

Rund 8,5 Millionen Euro werden dafür investiert. „Auf die lange Zeit rentiert sich das aber und unsere Mitbürger sind ideal versorgt“, sagt Samtgemeindebürgermeister Rolf Roth. „Man muss etwas tun, wenn der Wohnort attraktiv sein soll.“ Der Ausbau in Tespe sei weitestgehend fertig, jetzt gehe es vor allem darum die Glasfaserverbindungen zu den Häusern aktiv zu schalten. Luhmann sagt: „Das hier ist tatsächlich der erste Anschluss. Wir haben zwar schon mehrere Hausanschlüsse fertig. Aber bei jedem Neukunden muss zunächst der Altvertrag ausgelaufen sein.“ Als nächstes soll Bütlingen ans Netz gehen, danach steht Avendorf auf der Liste, im Mai soll dort zunächst der Tiefbau beginnen.

Auch in den fünf Bardowicker Mitgliedsgemeinden ist die Erwartungshaltung groß. Mit Barum, Wittorf, Handorf, Mechtersen und Radbruch hatte die ElbKom kürzlich eine öffentlich-rechtliche Zweckvereinbarung geschlossen für den Breitbandausbau. Auf Nachfrage sagt Luhmann: „Mit dem Landkreis Lüneburg sind wir im Gespräch, in weiteren Randbereichen des Landkreises den Ausbau zu machen, aber noch gibt es nichts Konkretes.“ Die Bardowicker Kommunen gehen mit der ElbKom einen eigenen Weg. Der Landkreis Lüneburg selbst plant eine Wirtschaftlichkeitslücke auszuschreiben, will so einen privaten Anbieter mit Zuschüssen für den flächendeckenden Ausbau gewinnen. Auf die Frage, ob sich darauf auch die ElbKom bewerben könnte, sagt Luhmann: „Das ist nicht unser Modell. Wir arbeiten eigenwirtschaftlich im Rahmen des Betreibermodells: Wir bauen das Passivnetz und schreiben dann den Netzbetrieb öffentlich aus.“ Wie berichtet, liegt für den Ausbau der Bardowicker Kommunen bereits ein Förderbescheid in Höhe von 50000 Euro vor. Luhmann: „Von dem Geld wird jetzt die Netzplanung gemacht und die Kostenermittlung für den Netzausbau. Danach erfolgt noch eine Markt­erkundung und dann sind wir irgendwann so weit, dass wir mit dem Netzbetreiber in die Vorvermarktung gehen.“