Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Eifrig gebaut wird derzeit in Lüneburg, auch an der Wittenberger Bahn. Doch ist die Nachfrage größer als das Angebot, bezahlbarer Wohnraum soll durch ein Förderprogramm der Stadt geschaffen werden. Foto: t&w
Eifrig gebaut wird derzeit in Lüneburg, auch an der Wittenberger Bahn. Doch ist die Nachfrage größer als das Angebot, bezahlbarer Wohnraum soll durch ein Förderprogramm der Stadt geschaffen werden. Foto: t&w

Millionen für günstigeres Wohnen

us Lüneburg. In Lüneburg wird kräftig gebaut, nur nicht genug. Weil die Nachfrage dem Angebot hinterherhinkt, will die Stadt mit ihrem Wohnungsbauprogramm Druck aus dem Kessel nehmen. 2100 neue Wohnungen sollen in den kommenden fünf Jahren entstehen. Damit auch weniger gut Betuchte nicht zu kurz kommen, hat die Verwaltung ein zehn Millionen Euro schweres Wohnungsbauförderprogramm aufgelegt. Im Rat bekam sie kürzlich von allen Fraktionen grünes Licht dafür.

„Ein hervorragendes Programm und ein Angebot für Geringverdiener“, lobt Eugen Srugis (SPD) das aus mehreren Modulen bestehende Paket. Wie berichtet, will die Stadt mit ihrem Förderprogramm die Anreize für Investoren zur Schaffung von Wohnungen im sozialen Wohnungsbau weiter erhöhen. Damit sollen die Bundes- und Landesförderprogramme ergänzt werden, die ihrerseits mit Sonderabschreibungen und zinslosen Darlehen für mehr Engagement im sozialen Wohnungsbau locken sollen.

Ihr Förderprogramm hat die Stadt vor allem auf die Schaffung von kleineren Wohnungen ausgerichtet, zudem gibt es Anreize durch Ermäßigungen auf Grundstückspreise sowie für den Aus- oder Umbau von Dachgeschosswohnungen. Außerdem soll die Laufzeit bereits geförderten Wohnraums unterstützt, dessen Quadratmetermiete gesenkt und eine 30-Prozent-Quote für die Schaffung sozialen Wohnungsbaus künftig durch städtebauliche Verträge sichergestellt werden.
Auch bei den Grünen kommt das Programm gut an. Als „Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnet Susanne Puschmann das Vorhaben, auch wenn noch unklar sei, wie es nach Auslaufen der Förderung weitergehe. „Das Programm wird nicht alle Probleme in Lüneburg lösen“, ist ihr Parteikollege Ulrich Blanck überzeugt. Mit Blick auf die Wohnungsnot schlägt er vor, auch die oft wegen Brandschutzbedenken leerstehenden zweiten und dritten Etagen vieler Innenstadthäuser in den Blick zu nehmen. Blanck fordert darüber hinaus ein Instrument, „mit dem Menschen wieder zu Wohneigentum kommen“. Es reiche nicht, ein Leben lang nur Investoren zu bedienen.

Um diesem Eindruck zu begegnen, schlägt Niels Webersinn (CDU) für die größeren Flächen einen städtebaulichen Wettbewerb vor. Insgesamt aber ist er mit dem Programm einverstanden, „schließlich trägt es ja auch Früchte unserer politischen Anstrengungen“.

Zustimmende, aber ungewohnte Töne kommen von der Links-Partei. „Wir brauchen auch höherpreisige Wohnungen“, findet Michèl Pauly. Sie seien wichtig für eine „Heterogenisierung des Wohnungsmarktes“, also Durchmischung der Quartiere. Dass die Stadt in ihrem Wohnungsbauprogramm ein Drittel für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen hat, sei daher ausreichend.

Birte Schellmann (FDP) hofft, dass von der Förderung künftig weniger Hamburger, dafür mehr Lüneburger Investoren profitieren. „So war das jedenfalls bislang nicht gedacht.“

Das Wohnungsbauförderprogramm „Zwo21“ tritt zum 1. April in Kraft.

One comment

  1. Sonderabschreibungen und zinslosen Darlehen für mehr Engagement im sozialen Wohnungsbau locken sollen.
    was soll das? warum gibt man den bedürftigen nicht direkt zinslose darlehen ohne den umweg über die großkapitalisten? ach ja, die mittelschicht braucht ja das geld, um es den armen einteilen zu können. selten so gelacht. alles wie gehabt.