Aktuell
Home | Lokales | Öffentlicher Dienst: Erste Tarifverhandlungsrunde geht ohne Ergebnis zu Ende
Die Gewerkschaften fordern unter anderem sechs Prozent mehr Lohn. Foto: A/be
Die Gewerkschaften fordern unter anderem sechs Prozent mehr Lohn. Foto: A/be

Öffentlicher Dienst: Erste Tarifverhandlungsrunde geht ohne Ergebnis zu Ende

sp/as Lüneburg. Ein vorzeitiges Ostergeschenk für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes gab es nicht. Die erste Tarifverhandlungsrunde ging ohne Ergebnis zu Ende. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske schließt Aktionen schon vor der zweiten Verhandlungsrunde Mitte April nicht aus. Doch was sagt Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der als Vizepräsident des Kommunalen Arbeitgeber Verbandes Niedersachsen (KAV) an den Verhandlungen teilnimmt, zu Forderungen der Gewerkschaft? Und wie positionieren sich Lüneburger Gewerkschafter?

Die Gewerkschaften fordern unter anderem sechs Prozent mehr Lohn. „Das ist — wie üblich — zu hoch. Ich wäre sehr dafür, dass die Gewerkschaften dieses Ritual endlich unterlassen, ihre Mitglieder immer erst mit Mondforderungen auf die Bäume zu jagen, von wo wir sie dann mühsam auf eine realistische Ebene herunterverhandeln müssen“, sagt Mädge. „Es ist auch unser Ziel, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vernünftig entlohnt werden, soundsoviel Prozent mehr sind dabei aber nicht alles. Wir sollten lieber darüber sprechen, dass mehr junge Leute nach Abschluss ihrer Ausbildung eine unbefristete Anstellung im Öffentlichen Dienst erhalten können. Wir sollten darauf achten, dass die Anzahl befristeter Verträge begrenzt wird, hier haben wir als öffentliche Hand eine besondere Verpflichtung. Auch die nachhaltige Sicherung der Zusatzversorgung für das Alter ist ein Thema, über das wir reden sollten. Das sind alles Pfunde, die wir als Arbeitgeber in die Waagschale werfen können, die nichts mit einer reinen prozentualen Erhöhung zu tun haben. Aber wir können das Geld nur einmal ausgeben.“

Mädge macht auch die Rechnung auf, mit wie viel der städtische Haushalt zusätzlich bei sechs Prozent mehr belastet würde: das wären 2,8 Millionen Euro Mehrausgaben. Und auch drei Gesellschaften der Gesundheitsholding, bei denen alle Mitarbeiter nach ÖTV bezahlt werden, hätten erhebliche Mehrkosten zu stemmen. Würde die Forderung rückwirkend zum März 2016 umgesetzt, wären das für die Salztherme Lüneburg zusätzlich 185.000 Euro allein in diesem Jahr, fürs Klinikum 2,48 Millionen und für die Psychiatrische Klinik 1,8 Millionen Euro.

„Bei dieser generellen Lohnrunde sollten wir außerdem das Plus außer der Reihe vom vorigen Sommer für die Berufe im Bereich Erziehung und Soziales ins Verhältnis setzen“, gibt Mädge zu bedenken. „Überhaupt brauchen wir eine neue Entgeltordnung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei der Müllabfuhr, als Verwaltungsfachangestellte oder als Reinigungskräfte arbeiten, haben denselben Anspruch auf eine gerechte und zeitgemäße Entlohnung wie die anderen, deren Lobby zurzeit stärker sein mag.“ Das könnte doch auch die Gewerkschaft nicht wollen.

Eine Stellungnahme von Lüneburger Gewerkschaftern war — trotz verschiedener Versuche — nicht zu erhalten.

One comment

  1. der öffentliche dienst sollte mal über das eigene system nachdenken. wo mitarbeiter im öffentlichen dienst mehr bekommen, dürfen sie anschließend auch mehr bezahlen.