Aktuell
Home | Lokales | Bardowick | Vögelsen bleibt schuldenfrei
Das Gras wächst gut nach, nachdem im vergangenen Herbst große Teile des Festplatzgeländes angeglichen wurden. Foto: dth
Das Gras wächst gut nach, nachdem im vergangenen Herbst große Teile des Festplatzgeländes angeglichen wurden. Foto: dth

Vögelsen bleibt schuldenfrei

dth Vögelsen. Die Gemeinde Vögelsen bleibt auch mit dem neuen Haushalt 2016 schuldenfrei. Das Zahlenwerk verabschiedete der Gemeinderat unter Vorsitz von Bürgermeisterin Silke Rogge (SPD) bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig. Kritik äußerte allerdings zuvor die CDU-Fraktion an einzelnen Maßnahmen, die zuletzt zu ungeplanten Mehrausgaben geführt hatten, sei es beim Umbau des ehemaligen Sparkassengebäudes oder bei der Begradigung des gemeindeeigenen Festplatzes. Hingegen blickte Detlef Stange (SPD) durchweg positiv in die Zukunft: „Die Investitionen können aus Eigenmitteln bezahlt werden. Das wird ein gutes Jahr für Vögelsen.“

Nach der Haushaltssatzung ist der Ergebnishaushalt mit rund 2,3 Millionen Euro in Erträgen und Aufwendungen ausgeglichen. Der Finanzhaushalt, aus dem auch die Investitionen bestritten werden, schließt bei einem ähnlichen Volumen hingegen mit einem Minus ab: rund 280.000 Euro werden 2016 mehr ausgegeben als reinkommen. Dennoch sind keine neuen Kredite notwendig. Die Gemeindekasse war noch zum Jahresende 2015 mit mehr als 680000 Euro gut gefüllt.

Größter Investitionsposten 2016 ist der Kindergarten Vögelsen. Nach Anbau und elektrotechnischer Sanierung soll nun die energetische Sanierung fortgesetzt werden. Allein 130000 Euro stehen im Etat für die Erneuerung des Daches bereit. Auf Anregung der CDU werden zudem 74.000 Euro für den Einbau einer Querungshilfe an der Lüneburger Straße am Ortseingang in Richtung Lüneburg bereitgestellt.

Kritisch fragte Katja Burmann (CDU) bei den Mehrausgaben des vergangenen Jahres nach. Der Umbau des ehemaligen Sparkassengebäudes unter anderem zum Gemeindebüro war, inklusive Kaufpreis, mit rund 265000 Euro zu Buche geschlagen. Rund 13.000 Euro mehr als geplant. Rogge listete die Kostenfaktoren auf. So hätte bei den Außenarbeiten mehr Pflaster aufgenommen werden müssen, weil noch die Legung einer Drainage notwendig wurde, 5100 Euro statt 2000 Euro. Auch beim Innenausbau kam es zu Abweichungen. Doch Jürgen Rettberg (SPD) sagte: „Wir können nicht, weil in der neuen Pantryküche im Gemeindebüro eine Pumpe fehlt, einen Bauausschuss einberufen.“

Auch stieß der CDU-Fraktion übel auf, dass die Begradigung des Festplatzes im vergangenen Herbst 10.000 statt 6000 Euro gekostet habe. Das ließ Helmut Meier vom Technischen Bauamt in Bardowick auf Nachfrage Rogges nicht auf sich sitzen. Angesichts der Tatsache, dass dort unplanmäßig rund 1000 Kubikmeter Boden zusätzlich eingebracht werden mussten, sei das noch günstig gewesen. Meier: „Das haben wir selber gemacht. Wenn wir dafür eine Tiefbaufirma beauftragt hätten, hätte das locker das Doppelte gekostet.“ Der Festplatz liegt in Teilen auf einer alten Bauschuttdeponie, der Boden setze sich im Laufe der Jahre teilweise und muss deshalb ausgeglichen werden.

Der bislang eher mäßig genutzte Festplatz soll zudem für heranwachsende Jugendliche durch ein neues Spielgerät aufgewertet werden, einen sogenannten „Tarzanschwinger“. Der Wunsch komme aus der Jugendarbeit in der Gemeinde, sagte Rogge. Das Großschwinggerät selbst belaufe sich in der Anschaffung auf rund 13000 Euro, die dafür notwendigen Erdarbeiten auf weitere rund 10.000 Euro. Den Löwenanteil wird die Kommune tragen. Allerdings wollen die künftigen Nutzer im Rahmen der Jugendarbeit Spenden auftreiben, so ein Vorschlag der Jugendpflege. Die Zielmarke liege bei 10.000 Euro, so Rogge.