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Bürgermeister Hans-Jürgen Nischk setzt auf den Einfallsreichtum der Westergellerser, die alte Lehmscheune mit neuem Leben zu füllen. "Die Gemeinschaft ist wichtig. Unsere Gemeinde soll nicht zum reinen Schlafdorf werden." Foto: dth
Bürgermeister Hans-Jürgen Nischk setzt auf den Einfallsreichtum der Westergellerser, die alte Lehmscheune mit neuem Leben zu füllen. "Die Gemeinschaft ist wichtig. Unsere Gemeinde soll nicht zum reinen Schlafdorf werden." Foto: dth

Westergellersen: Neue Idee für alte Scheune

dth Westergellersen. Die Tinte unter dem Kaufvertrag ist über die Feiertage getrocknet. Seit wenigen Tagen ist die Gemeinde Westergellersen Eigentümerin der alten Lehmscheune im Ortskern. Sie soll als „Kultur-Scheune“ zum neuen Treffpunkt in der Gemeinde werden und so dazu beitragen, dass die in den vergangenen Jahren rasant gewachsene Kommune ihre Dorfgemeinschaft pflegen kann. „Wenn wir unseren dörflichen Charakter beibehalten wollen, dann müssen wir auch die Neubürger aus den Neubaugebieten integrieren“, sagt Westergellersens ehrenamtlicher Bürgermeister Hans-Jürgen Nischk (CDU).

„Wir stellen unseren Bürger aber nichts Fertiges hin, das sie nur noch konsumieren müssen. Sie sollen mitreden und eigene Ideen entwickeln, wie wir die Lehmscheune für die Dorfgemeinschaft nutzen wollen“, sagt Bürgermeister Nischk. Dazu will die Gemeinde noch zu einem Tag der offenen Tür einladen. Zudem setzt Nischk auf die Unterstützung des Kulturvereins Westergellersen, der übrigens seinen nächsten „Offenen Treff“ am Montag, 4. April, ab 19.30 Uhr im Clubraum der Grundschule Westergellersen veranstaltet. Und genau die Nutzung des Clubraumes sowie des Foyers dürften nach Nischks Ansicht künftig weiter eingeschränkt werden, wenn die Grundschule perspektivisch zur Ganztagschule würde, die Räume dann selber bräuchte. Zumal Clubraum und Foyer jetzt schon an ihre Grenzen stießen.

Beim Projekt „Kultur-Scheune“ ist die Gemeinde bereits in Vorleistung gegangen: Rund 130 000 Euro netto hat sie für die ehemalige Lehmscheune, die schon seit rund zwei Jahren leer steht, inklusive des rund 728 Quadratmeter großen Grundstücks bezahlt. Der Betrag war bereits im jüngst beschlossenen Haushalt 2016 abgesichert (siehe Infokasten).

Nischk: „Wir haben uns schon seit Jahren mit dem Gedanken getragen, das Haus im Mittelpunkt des Ortes zu erwerben.“ Die Gesamtinvestition wird aber voraussichtlich wesentlich teurer. Nischk geht von insgesamt mehr als 400 000 Euro aus, wenn zum Kaufpreis noch Umbau und Sanierung hinzukommen. Dabei hofft die Kommune auch auf Fördermittel. Der Finanzausschuss der Samtgemeinde Gellersen hatte sich kürzlich bereits für eine finanzielle Unterstützung des Projektes ausgesprochen.
Maximal etwas mehr als 100 000 Euro wäre die Samtgemeinde Gellersen bereit, beizusteuern. Mehr als 35 000 Euro in diesem und 66 000 Euro im nächsten Jahr. „Damit sichern wir den Charakter des Dorfes“, warb auch Finanzausschuss-Mitglied Dr. Hinrich Bonin (SPD) für den Zuschuss an die Kommune Westergellersen. Gleichwohl ist die Zahlung an Bedingungen geknüpft, betonte Gellersens Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers (parteilos): „Unser Zuschuss hängt von der Förderung durch den Landkreis Lüneburg ab.“

Kurz vor Ostern hatten Nischk und sein Stellvertreter Rainer Garbers (SPD) dafür noch bei Landrat Manfred Nahrstedt die Werbetrommel gerührt, 50 Prozent der Gesamtkosten aus dem Kommunalen Strukturentwicklungsfonds des Landkreises gefördert zu bekommen. Allerdings wird noch der Wirtschaftsausschuss des Kreises darüber beraten müssen. Einen entsprechenden Antrag hatte die Kommune bereits Ende Februar gestellt und darin auch um einen vorzeitigen Investitionsbeginn gebeten.
Darin heißt es unter anderem zur Begründung: Schon seit einiger Zeit „verfügt die Gemeinde Westergellersen über keine geeigneten Räumlichkeiten, wo die kulturelle Vielfalt und das Vereinsleben der verschiedenen Organisationen, z.B. Kulturverein Westergellersen e.V., De Plattsnackers-Laienspielgruppe Westergellersen, DRK Westergellersen usw. gepflegt werden kann“. Die angedachte Kultur-Scheune könnte zudem einen touristischen Aspekt bedienen als Anlaufpunkt beispielsweise für Radwanderwege und Informationstouren durch Westergellersen.