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Nach Hamburg setzt nun auch Geesthacht auf die Entwicklung einer Hafencity. Im April 2017 sollen die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. Foto: tja
Nach Hamburg setzt nun auch Geesthacht auf die Entwicklung einer Hafencity. Im April 2017 sollen die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. Foto: tja

Wohnungen statt Warenumschlag im Geesthachter Hafen

tja Geesthacht. Trotz seit Jahren stetig wachsender Umschlagzahlen: In spätestens einem Jahr wird Geesthachts Umschlagsplatz im Hafen Geschichte sein. „Im April 2017 sollen die ersten Wohnungen in den Neubauten der Hafencity bezugsfertig sein. Dann wird unser Betrieb nicht mehr mit der neuen Wohnnutzung direkt nebenan zu vereinbaren sein“, erklärt Jürgen Schlottau, der Geschäftsführer der Hafen Geesthacht GmbH. Und weil die Stadt bisher keine Ersatzlösung gefunden hat, droht dann das Aus für den Warenumschlag vom und auf das Binnenschiff. Dabei sieht der neue Bundesverkehrswegeplan gerade auch für den Ausbau der Infrastruktur der Wasserstraßen Milliarden-Investitionen vor.

„Man macht hier scheinbar bewusst ein funktionierendes Geschäft kaputt“, sagt Schlottau. Er setzt jetzt voll auf die Politik. „Die muss entscheiden, wie sie die Zukunft sieht.“ Er kündigt an, mit dem neuen Bürgermeister Olaf Schulze über das Thema sprechen zu wollen. Dazu Schulze: „Das sollten wir unbedingt tun, vielleicht können wir noch eine gute Lösung ausloten.“

Im vergangenen Jahr wurden im Hafen 128719 Tonnen Güter umgeschlagen. Knapp die Hälfte davon entfiel auf das Mischwerk, das Asphalt und Transportbeton produziert. Seit 2012 weist die Statistik für den Hafen ein Umschlagplus von 25 Prozent auf, seit 2008 sogar von 50 Prozent. Schlottau: „Es ist auch längst nicht nur das Mischwerk, das unsere Möglichkeiten nutzt.“ Getreide während der Ernte durch den Landhandel, Lava für den Sportplatzbau oder Düngemittel für die Landwirtschaft werden umgeschlagen. „Der Hafenbetrieb ist eine Stärke, die man zum Vorteil des Standortes nutzen sollte“, sagt Schlottau.

Zuletzt hatte die CDU vorgeschlagen, im Bereich Krümmel einen neuen Umschlagplatz zu bauen. Auch vor dem Hintergrund des Rückbaus des Kernkraftwerkes dort. Vorher war ein neuer Umschlagplatz im Unteren Schleusenkanal — in der Nähe des Mischwerks — favorisiert worden. Hier hätte man sogar ein Containerterminal realisieren können. Doch die Investitionskosten schreckten die Stadt bisher ab, einen der Pläne umzusetzen. Etwa 3,5 Millionen Euro werden für einen ersten Ausbauschritt nötig. Allein für den weiteren Betrieb des Mischwerks könnten so etwa 5000 Lkw-Fahrten durch die Stadt von einem anderen Umschlagplatz entfallen. Lauenburg, Lüneburg oder Hamburg würden als Alternativen in Frage kommen.

63568 Tonnen Splitt, 19773 Tonnen Lava, 8143 Tonnen Dünger und 35520 Tonnen sonstige Güter — diese Statistik weist der Umschlagplatz im Hafen an der Steinstraße für 2015 aus. „Vor allem die sonstigen Güter zeigen, wie interessant der Standort Geesthacht für Firmen ist, ihre Waren über uns umzuschlagen“, erklärt Schlottau. „Immer, wenn es darum geht, Waren von der Straße aufs Schiff zu bringen, sind wir ein Thema.“

One comment

  1. Matthias neumann

    Falscher Bildausschnitt
    Das Foto zeigt den Betriebshafen des Wasser- und Schifffahrtsamtes.
    Der Städtische Hafen Geesthacht ist am oberen Bildrand angeschnitten.