Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Ein Luftbild der Vrestorfer Heide: In diesem Gewerbegebiet liegt einer der Wunsch-Standorte für die Sport- und Eventhalle, die vor allem die Volleyballer der SVG Lüneburg so dringend benötigen. Foto: boldt
Ein Luftbild der Vrestorfer Heide: In diesem Gewerbegebiet liegt einer der Wunsch-Standorte für die Sport- und Eventhalle, die vor allem die Volleyballer der SVG Lüneburg so dringend benötigen. Foto: boldt

Mit Hochdruck zur neuen Sport- und Eventhalle in Lüneburg

ap Lüneburg. Die geplante Stadt- und Sporthalle steht ganz oben auf der Agenda in Lüneburg, und die Zeit drückt. Denn im Oktober 2017 muss sie stehen. Sonst könnten die Volleyballer der SVG aus der Bundesliga fliegen, die Gellersenhalle in Reppenstedt reicht im dritten Jahr Bundesliga nicht mehr aus. Die Verträge für die Halle sollten eigentlich Ende März unterschrieben werden. Daraus wurde nichts, der Kauf der Wunschfläche ist schwieriger als gedacht.

Landrat Manfred Nahrstedt ist trotzdem zuversichtlich: „Wir befinden uns auf der planerischen Zielgeraden.“ Am 12. Mai soll die Planung im gemeinsamen Sportausschuss von Stadtrat und Kreistag vorgestellt und abgestimmt werden. Nahrstedt spricht bei der Investition von einer Summe, die unterhalb von zehn Millionen Euro liegt. Bei der Frage nach dem Standort weicht der Landrat zurzeit noch aus. Nur soviel: Zwei Flächen habe man „ins Auge“ gefasst.

Auch wenn die Planungen schon seit eineinhalb Jahren andauern, bleibt SVG-Manager Andreas Bahlburg optimistisch: „Wir vertrauen der Politik, dass man sich um unser Problem kümmert. Schließlich hat man uns ein Versprechen gegeben.“ Die Pläne überzeugen ihn: „Montags bis donnerstags soll Trainingsbetrieb für Schulen, Vereine und die SVG stattfinden, freitags bis sonntags der Kulturbetrieb“, erklärt er. Zudem sei Platz für 3300 Zuschauer, 2800 Sitzplätze, eine Höhe von 12,50 Meter und ein VIP-Bereich seien vorgesehen. „Außerdem ist eine Drei-Feld-Halle geplant, dann können drei Gruppen parallel trainieren“, sagt der SVG-Manager. Durch Trennwände könnten auch kulturelle Veranstaltungen im kleineren Rahmen ausgerichtet werden.

Als Betreiber der Halle wird immer wieder die Campus GmbH genannt. Chef Klaus Hoppe ist ein bekennender SVG-Fan und Sponsor. Nahrstedt sagt: „Wir müssen sehen, ob er finanziell in der Lage ist, die Halle zu betreiben, aber wir haben schon in vielen Angelegenheiten gut und eng mit Klaus Hoppe zusammengearbeitet.“ Denn zwischen 18 und 20 Veranstaltungen müsse man mindestens anderweitig vergeben, um die Halle finanziell überhaupt tragen zu können, erklärt der Landrat.

Hoppe, der mit der Campus Management GmbH nicht nur Wohnheime für Studenten, sondern auch die Vamos Kulturhalle und die Ritterakademie betreibt, bekundete gegenüber der LZ schon vor mehreren Wochen großes Interesse: „Ich wünsche mir von Herzen, dass die Halle gebaut wird und wir Betreiber werden.“

Auch SVG-Chef Andreas Bahlburg setzt auf Campus. „Es würde uns freuen, wenn Klaus Hoppe eine Betreibergesellschaft anmeldet.“ Bahlburg, dessen Volleyballer in den Play-Offs als eines der Top-Teams der Bundesliga dastehen, ist mächtig unter Druck. Um auf internationaler Ebene mitspielen und die Play-Offs bestreiten zu können, muss die SVG die Gellersenhalle in Reppenstedt verlassen. Die Decke ist zu niedrig, die Zuschauerkapazität zu gering, das Licht zu schwach.

Für die sogenannte Einstiegsstufe in der 1. Bundesliga habe die Gellersenhalle ausgereicht, für das dritte Jahr benötigen die Volleyballer eine Sondergenehmigung und dann schnellstmöglich eine größere Halle. „Ich habe am 31. März eine Ausnahmeregelung beantragt“, erklärt Andreas Bahlburg. Darüber entscheidet die Deutsche Volleyballliga am 22. April, eine mündliche Zusage habe er bereits. Ausschlaggebend hierfür sind die Baupläne der neuen Sporthalle, die in Lüneburg entstehen soll. Die Play-Offs 2017 muss das Team dennoch in Hamburg bestreiten.

Nach LZ-Informationen zeigt auch die Sparkasse Lüneburg Interesse, sich an der Halle zu beteiligen, und die Summe könnte wohl reichen, damit es eine „Sparkassen-Arena“ wird. „Wir befinden uns mit der Sparkasse im Gespräch, dass sie sich bitte beteiligen möge, denn eine Haspa-Halle würde hier keinen Sinn machen“, sagt der Landrat, der weiß, dass  Stadt und Kreis die Investition nicht alleine schultern können. „Letzte Woche habe ich zum ersten Mal konkrete Zahlen gehört, es bleibt im einstelligen Millionenbereich“, versichert er. Zuletzt war stets von acht Millionen die Rede.

Am 12. Mai muss der Sport­ausschuss zustimmen,  damit die Bauarbeiten rechtzeitig beginnen können. Neben der Politik auf lokaler Ebene muss auch noch das Innenministerium grünes Licht geben.

Modell „Vechta“

Die Sport- und Eventhalle, die in Lüneburg entstehen soll, wird nach dem Modell des „Rasta-Dome“ in Vechta entworfen, derselbe Architekt wurde mit dieser Aufgabe beauftragt. Die Stahlkonstruktion in Vechta bietet 3140 Zuschauern Platz und wurde nach einem Jahr Bauzeit im Oktober 2012 eingeweiht. In Lüneburg ist ebenfalls ein Industriebau mit einer Stahlkonstruktion geplant.

Der Rasta Dome ist Hauptspielstätte einer Basketball-Bundesligamannschaft, wird aber auch für andere Veranstaltungen genutzt. Um zwischen sportlichen und anderen Events variieren zu können, ist die Halle in Vechta mit einem mobilen Schutzbelag ausgestattet, die Gesamthöhe beträgt 10 Meter. Es gibt ein großes Foyer, Tribünen, eine 200 Quadratmeter große Lounge und einen VIP-Bereich.

20 Kommentare

  1. Überraschung?

    „Bei der Frage nach dem Standort weicht der Landrat zurzeit noch aus“? Warum ziert er sich bloß?

    Vielleicht macht Manfred ja sein ewiges Versprechen wahr und kommt zuletzt doch noch mit einem neuen und hippen Konzept für die Elbbrücke der Einheit bei Neu Darchhau? Diesmal vom Industriebau der Sparkassen-Arena mit einer sportlichen Stahlkonstruktion überwölbt, vielleicht sogar von einer beidseitig geschlossenen Bebauung flankiert (rechts die SVG-Bahlburg nach dem Modell des „Rasta-Dome“ und links das Klaus-Hoppe-Vamos nach dem Modell des „Reggae-Home“) wie bei der Krämerbrücke, dem bekanntesten Wahrzeichen Erfurts oder wie beim Ponte Vecchio, der ältesten Brücke über den Arno in der italienischen Stadt Florenz.

    Die Einweihung wäre gewiss eine Spitzengelegenheit für den Oberuli, zusammen mit Jörg Hillmer aus Suderburg ein, zwei tolle Zeitungsfotos unters feierlustige Volleyballvolk zu bringen.

    LG, Paula

  2. Was für eine Misswirtschaft, da wird ein historisches Sportgelände mit 3 Plätzen und Tribüne im Wilschenbruch zum Bauland gemacht, um Kasse zu machen und um Villenbesitzer nach Lüneburg zu holen und jetzt sind an die 10Mio kein Thema für eine Sporthalle, deren Betreiber natürlich ein guter Freund von Nahrstedt und Mädge wird. Da kann man ja nur hoffen, dass die Öffentlichkeit zumindest das nicht durchgehen lässt. Die Bewirtung der SPD Stadtratsfraktion wird Herrn Hoppe diesmal nicht reichen, da wird er mehr auffahren.

  3. Werner Schneyder

    Seltsam, ich dachte, die Stadt trägt zu den Kosten des Libeskind-Baus bei, weil dies die neue Stadthalle sein sollte?

    • der libeskindbau ist als halle zu teuer. er ist als prunkbau für den mittelstand und für die hautevolee gedacht. er soll ein denkmal werden für unser kastensystem.

    • Da lässt sich aber leider nicht Volleyball spielen. Dafür ist der Libeskindbau nicht ausgerichtet. Und einen Rapper oder eine Hip-Hop-Band sehe ich da auch nicht auf der Bühne. Dort werden wohl nur eher „seriöse“ Veranstaltungen Zugang finden.

      • Und Herr Hoppe, darf da auch keine Disco machen, dem muss man jetzt auch was neues hinstellen. Und die Bewirtschaftung bitte ohne Ausschreibung und Pacht, sonst melden sich noch andere, nicht befreundete Betreiber.

  4. Kastensystem? In welcher Schublade sehen Sie sich denn Herr Bruns? Sie sollten etwas mehr verreisen und andere Länder kennen lernen, dann werden Sie ihr Land wieder schätzen lernen und vielleicht auch verstehen was ein Kastensystem ist.

    • Peter
      reisen kostet geld. ich war in einigen ländern unterwegs. im gegensatz zu ,,normalen,, urlaubern unterhalte ich mich gern mit den einheimischen. kasten gibt es überall. selbst die unberührbaren. soma und rinti. es muss nicht erst ein formales kastensystem eingeführt werden. der kapitalismus sorgt automatisch dafür. ich schätze mein land. nur was ist es wert? beim schätzen kann man sich schnell vertun.

    • Peter
      ich nehme an , sie sind ein leuphaner. bei uns deffiniert sich das kastensystem über das geld. sie können gern mal einen test wagen. versuchen sie mal einen kredit zu bekommen, wenn sie unter der pfändungsgrenze sind. viel spaß. in indien werden kleinkredite vergeben. usw. bei uns ist es in dieser hinsicht viel schlimmer. ich werde 66 und weiß das eben aus eigener erfahrung. mein sohn studiert . dafür tut die familie alles.

      • Glücklich hier die Füße hoch zu legen

        Ja hier ist es schlimmer, hier kann man in jedem MediaMarkt um die Ecke und überall im Internet auf Rate kaufen. Ich glaube es ist viel zu leicht auf Pump zu leben und zu konsumieren und nach einer Privatinsolvenz geht es nach 7 Jahren wieder von vorne los. Wo gibt es denn sowas noch? Gerade mit dem Hinterrgrund, das der Staat auch noch Wohnung, Krankenversicherung und Taschengeld bereit hält und alles ohne Gegenleistung. Klaus.

  5. Ich kenne ’ne Menge Leute, die sich wie Bolle auf die neue Halle freuen. Vor zwei Jahren hätte ich mir noch nicht vorstellen können, dass mich Volleyball derart faszinieren könnte. Bisher war noch jeder halbwegs Sportinteressierte, den ich kenne, nach dem ersten Besuch eines SVG-Spiels hin und weg. Hier wurde und wird richtig gute Arbeit geleistet, die hoffentlich ihre Fortsetzung in der neuen Halle finden wird, in der auch andere Großereignisse stattfinden können. Der Erfolg bringt natürlich – leider – auch Neid und Missgunst hervor, aber die meisten Lüneburger werden sich glücklich schätzen, über eine solche Eventarena zu verfügen. Der LSK scheint die Zeichen der Zeit ja inzwischen auch erkannt zu haben und geht daran, den Verein mit einer neuen Führungsmannschaft fit für die Zukunft zu machen. Dafür viel Erfolg!

    • Manfred Ganther

      Thema verfehlt, C. Baumann. Es geht nicht um „die Faszination“ der SVG-Spiele. Da mag ein jeder mitempfinden, wie er will. Gesprächsgegenstand der Diskutanten hier ist all das, was sich unter dem Stichwort „Vetternwirtschaft“ (lat. nepos ‚Neffe‘ und -ismus) zusammenfassen lässt.

      „Die meisten Lüneburger werden sich glücklich schätzen, über eine solche Eventarena zu verfügen“? Wie Sie zu dieser Erkenntnis gelangt sind, müssen Sie mir mal erklären. Haben Sie auch – ähnlich wie das Tandem Mädge-Nahrstedt – eine magische Telefonverbindung zur „Seele des Lüneburger Volkes“? Oder vertrauen Sie einfach – wie jeder gute Autokrat – auf Ihr untrügliches Gefühl für die Bedürfnisse der Meisten?

      • Na Herr Ganther, übers Ziel hinausgeschossen?
        Primär geht es ja wohl um den Bau einer Veranstaltungshalle, keine Ahnung, wie die lateinische Bezeichnung hierfür ist…
        Würde mich freuen, wenn in dieser Hinsicht in unserer Schlafstadt endlich einmal was passiert.
        Warum aber immer der Name Hoppe in diesem Zusammenhang fällt, ist schon auffällig.
        Ich denke doch schon, dass es da vorher eine Ausschreibung um Bewirtung und Betrieb gibt. Ein Schelm, der was böses denkt!

      • Sehr geehrter Herr Ganther! Si tacuisses, philosophus mansisses, wie der Lateiner sagen würde. Ihrer Ansicht nach handelt es sich also um Vettern- oder vielmehr Neffenwirtschaft, für mich dagegen um den Bau einer Sport- und Veranstaltungshalle. Soweit wären die Fronten ja geklärt. Hausaufgabe für Sie: Recherchieren Sie den Gebrauch von werden zum Ausdruck einer Vermutung. Danke, setzen!

  6. An Cajetan Baumann

    Lieber Cajetan,

    jeder weiß doch, dass Du ein bekennender Dauerjubler bei ausnahmslos allen SVG-Spielen bist. Und die neue Halle sei Dir ja gegönnt! Aber bitte, soviel Distanz zu Deiner eigenen Begeisterung wirst Du doch noch besitzen, um einzusehen, dass Du einer absoluten Orchideensportart anhängst. Denn auch wenn es tatsächlich gegen dreitausend Fans in Lüneburg geben sollte (woran ich stark zweifle), sind das immer noch weit unter fünf Prozent der Stadt- und sehr weit unter zwei Prozent der Kreisbewohner. Was „den Lateiner“ angeht, über den schrieb schon Peter Panter (= Kurt Tucholsky) am 2. Dezember 1928 in der Vossischen Zeitung: „Der Lateiner, vor allem: der Grieche, der im Franzosen steckt, fühlt viel schneller, dass auch er natürlich gemeint ist“, wo Theater gespielt wird. Die komplexe Inszenierung um die verschiedenen Veranstaltungshallen (Libeskind, Vamos, Sparkassen-Arena) ist etwas für Menschen, die es genießen können, sich selbst als den Dummen August auf der Bühne anzuschauen, der, wenn es nach der Regie geht, glauben und vermitteln soll, es handle sich bei dem ganzen Gezerre vor allem „um den Bau einer Sport- und Veranstaltungshalle“. Zuletzt: Natürlich hast Du recht, lieber Cajetan, das Futur I kann auch eine Vermutung ausdrücken (Merke: KANN !), doch muss dabei durch Adverbien wie „vermutlich“, „wohl“, „vielleicht“, „wahrscheinlich“, etc. der Aspekt der Vermutung deutlich werden. Ohne diese einschränkenden Ergänzungen handelt es sich bei Aussagesätzen im Futur IMMER um apodiktische Tatsachenbehauptungen. Frag bitte Horst Opaschowski, er wird es dir sicher gerne bestätigen.

    Mit liebem Gruß

    Dein Manfred

  7. SVG-Trainer Hübner verspürt „schon jetzt auch etwas Wehmut, wenn er daran denkt, dass seine Mannschaft die Gellersenhalle irgendwann verlassen wird. „Es werden dann sicher auch einige sagen: ‚Mensch, dass war doch echt schön damals in der kleinen Halle.'“ Aus: http://www.ndr.de/sport/mehr_sport/Das-Jahr-danach-SVG-Finale-und-die-neue-Halle,svglueneburg142.html

  8. Hallo Cajetan, kennen Sie das: diesen Gefühlsmix aus gleichen Teilen Scham und Erleichterung, der sich einstellt, wenn ein Mädchen, in das man während der Abiturzeit verliebt war, auf Facebook Beiträge von höchst fragwürdigen Seiten wie »Russia Today«, »Anonymous« oder »Deutsche Wirtschafts Nachrichten« teilt?