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Hartmut Krome (l.) vom Vorstand der Baugruppe und Peter Kleine von Conplan im Innenhof der ehemaligen Musikschule. Der Innenhof soll künftig tagsüber auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Foto: be
Hartmut Krome (l.) vom Vorstand der Baugruppe und Peter Kleine von Conplan im Innenhof der ehemaligen Musikschule. Der Innenhof soll künftig tagsüber auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Foto: be

Baugruppe gestaltet Wohnprojekt in Alter Musikschule

as Lüneburg. Die Lage der ehemaligen Musikschule im Herzen Lüneburgs ist vom Feinsten, das Gebäudeensemble größtenteils denkmalgeschützt. „Entstehen soll hier aber kein Luxus-Domizil, sondern ein generationsübergreifendes, multi-kulturelles Wohnprojekt“, macht Hartmut Krome deutlich. Er gehört zum Vorstand der Baugruppe, die den Gebäuden Neue Sülze 29, Katzenstraße 1 sowie An der Münze 7a neues Leben einhauchen wird. Im Mai soll mit den Umbauarbeiten begonnen werden.

Knapp 2100 Quadratmeter groß ist die Wohn- und Nutzfläche, auf der 21 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten entstehen sollen. Die Lübecker Conplan GmbH hatte Mitte 2014 den Zuschlag für ihr baugemeinschaftliches Konzept bekommen, Ende 2014 die drei Gebäude mit den ersten Baugruppenmitgliedern gekauft. Inzwischen gehören 40 Mitglieder im Alter von vier bis 84 Jahren der Gruppe an. Alle drei Wochen treffen sie sich und haben im Laufe der Zeit gemeinschaftlich eine Konzeption für einen Ort zum Wohnen und Arbeiten entwickelt. Conplan moderiert quasi im Hintergrund, ein Architekt macht die Bauplanung, die Gemeinschaft entscheidet über Details, und jedem Einzelnen ist es überlassen, wie er den Ort seines Wohnens gestalten möchte. Vorgegeben ist ein mittlerer Standard, da jede Wohnung Eigentum wird, kann der Einzelne davon abweichend aber individuell über einen höheren Standard entscheiden.

Bis zu 4,50 Meter hoch sind die ehemaligen Klassenräume im Gebäude an der Neuen Sülze. Die alte Raumstruktur und die hohen Fenster bleiben erhalten. Eingebaut werden Badeboxen und Küchenblöcke, in einer Höhe von 2,20 Metern wahlweise eine Galerie, auf der zum Beispiel der Schlafbereich Einzug halten kann. „Aus einer Grundfläche von 58 Quadratmetern werden so 78 Quadratmeter Wohnfläche möglich“, erläutert Peter Kleine von Conplan. Möglich sei auch, dass aus zwei übereinander liegenden ehemaligen Klassenräumen eine Wohnung wird. Ein Aufzug sorgt für Barrierefreiheit.

Einen wichtigen Akzent setzt das Haus der Kulturen, das im Gebäude Katzenstraße 1 entstehen wird. Die von Corinna Krome gegründete Ubuntu-Stiftung hat das Gebäude gekauft und ist Motor für das Projekt, das von den Mitgliedern der Baugruppe bewusst mitgetragen wird. Hartmut Krome, Vater von Corinna Krome, erläutert: „Die Arkaden zur Katzenstraße werden mit Glas geschlossen, der Fußboden wird ebenerdig zur Straße, so dass der rund 180 Quadratmeter große Saal behindertengerecht ist. Stattfinden sollen dort Kulturveranstaltungen. Es gibt jetzt schon viele Interessenten, die den Saal nutzen wollen.“ Außerdem sind im Erdgeschoss Büros geplant. Im ersten Obergeschoss werden zwei Wohngemeinschaften für zehn Studenten unterschiedlicher Nationalitäten entstehen.

Gemeinsamer Rückzugsort und gleichzeitig öffentlich zugänglich sein soll der autofreie Innenhof mit seinem alten Baumbestand. Die Baugruppe gestaltet ihn mit einer Landschaftsarchitektin in Abstimmung mit der Stadt. Neben kleinen Gärten wird es nach derzeitiger Planung eine große Grünfläche mit Sitzbänken und eventuell einer mobilen Bühne geben. Auch damit versteht sich das generationsübergreifende Wohnprojekt als eine lebendige Nachbarschaft im Herzen der Stadt.