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Äbtissin Dr. Kristin Püttmann (v.l.), Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas und der kirchliche TV-Beauftragte Jan Dieckmann plaudern über Töpfen in der alten Klosterküche. Foto: ina
Äbtissin Dr. Kristin Püttmann (v.l.), Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas und der kirchliche TV-Beauftragte Jan Dieckmann plaudern über Töpfen in der alten Klosterküche. Foto: ina

NDR dreht Kochsendung in Medingen

ina Medingen. Kochen liegt seit Jahren im Trend, auf allen TV-Kanälen wird in Studio-Küchen gewerkelt, was das Zeug hält. Warum also nicht mal auch Klöster durch Kochen vorstellen, dachten sich Kirchenvertreter. Die Klosterküchen mit ihren Eisenöfen, offenen Feuerstellen oder historischen Herden sind schließlich spannend, alte Rezepte wie „Grießklößchen“, „Kloster-Sommer-Grütze“ oder „Apfelbrot“ repräsentieren Geschmäcker und Bräuche vergangener Zeiten. Heraus kam eine Reihe von acht Sendungen pro Jahr, finanziert vom Norddeutschen Rundfunk mit der Evangelischen Kirche im NDR sowie dem katholischen Rundfunkrat.

„Wir übernehmen die Kosten, der NDR stellt das Material und die Mitarbeiter“, erklärt Jan Dieckmann, Hörfunk- und Fernsehbeauftragter der norddeutschen Kirchen beim NDR. Die Sender sind nach den Rundfunkgesetzen und -staatsverträgen verpflichtet, den Kirchen Sendeplätze einzuräumen. Erste Station der Reihe war im Herbst das evangelische Kloster Wülfinghausen bei Springe.

Moderiert wird die kulinarische Reise durch Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern von der durch „Das Wort zum Sonntag“ bekannten Pastorin Annette Behnken. Sie plaudert gern über Töpfen: „In der Küche finden oft die besten Gespräche statt. Es ist wunderbar, beim Kochen etwas über die Geschichte der Klöster und das Leben und den Glauben der Menschen dort zu erfahren.“

Die halbstündige Sendezeit wird aber auch dafür genutzt, das jeweilige Kloster vorzustellen. Das erstmals 1228 erwähnte evangelische Damenstift in Medingen gehört zu den sechs „Lüneburger Klöstern“, die seit dem Mittelalter erhalten sind. Das frühklassizistische Hauptgebäude, das nach einem verheerenden Brand der alten Klosteranlage ab 1782 in modernerer Form errichtet wurde, ist das einzige Ensemble dieser Art in Norddeutschland. Die breit gelagerte Fassade des symmetrisch angelegten Baukörpers, dem eine H-Form zugrunde liegt, wird in der Mitte von dem mächtigen Glockenturm der integrierten Klosterkirche überragt. Der überkuppelte Zentralbau wird noch heute regelmäßig für Gemeindegottesdienste, Hochzeiten, Taufen, kulturelle Veranstaltungen und, wie jetzt, für Filmaufnahmen genutzt.

Betreut und unterstützt wird das Stift von der Klosterkammer Hannover. Präsident Hans-Christian Biallas sieht es als eine wichtige Aufgabe an, das Leben in den Klöstern nicht hinter hohen Mauern verschwinden zu lassen. „Wir wollen für die Öffentlichkeit transparent bleiben, Besucher sind uns stets willkommen.“

Äbtissin Dr. Kristin Püttmann freut sich schon aufs Kochen: „Wir machen Kräutersalat mit einem italienischen Gericht aus Ricotta mit Spinat und einer „Welfenspeise“ als Dessert.“

Ergänzend interviewt Moderatorin Behnken Karl-Heinz Tute und Udo Fricke als Repräsentanten der Bevenser Schützengilde. Die Äbtissin erläutert: „Sie stehen traditionell als ,Schützen wortwörtlich für den Schutz des Klosters, da sie früher als Bürgerwehr auch die hiesigen Zisterzienserinnen beschützten.“

Während die erste Sendung davon erzählt, wie das Kloster aus dem Winterschlaf erwacht, beschäftigt sich eine zweite mit den Außenkontakten. Der Sendetermin für Teil 1 ist der 5. Juni um 15 Uhr im NDR. Die nächste Sendung am 17. April stellt das Ökumenische Forum in der Hamburger Hafencity vor. Für künftige Dreharbeiten eingeplant ist auch das Kloster Lüne.

One comment

  1. magnusausonius

    Immer mehr christliche „Karteileichen“ verlassen bei jeder (vermeintlichen) Kirchensteueränderung in Scharen die Gemeinden, gegen den Katholikentag in Leipzig laufen selbsternannte Atheisten und Agnostiker Sturm, in den Gemeinden geht es nur noch um „fair gehandelten“ Kaffee im Basar, die Bibel in „gendergerechtem“ Deutsch oder die Jugendarbeitslosigkeit in Burkina Faso. Und die evangelische Kirche nutzt ihre kostbare Sendezeit dazu, um Grießklößchen in Klosterküchen zu präsentieren. Man fragt sich wirklich, was aus dem christlichen Glauben und seiner Vermittlung in Deutschland geworden ist. Um im Küchenjargon zu bleiben: Ein schaler Aufguss. Was würden die wortgewaltigen Prediger des vergangenen Jahrhunderts, die sich gegen Tyrannei und Verfolgung standhaft auf Gottes Wort berufen haben, was würden die großartigen Baumeister ehrfurchtgebietender Kirchen, was würden die klugen Theologen, die scharfsinnige Auslegungen des Evangeliums geschrieben haben, zu dieser „weichgespülten“ und völlig beliebig-belanglosen Öffentlichkeits- und Verkündigungsarbeit der Kirchenleitungen wohl sagen?