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Ein Bahnhaltepunkt in Adendorf  davon träumt Bürgermeister Thomas Maack schon lange. Nun sieht es so aus, als könnte sein Traum wahr werden. Foto: t&w
Ein Bahnhaltepunkt in Adendorf davon träumt Bürgermeister Thomas Maack schon lange. Nun sieht es so aus, als könnte sein Traum wahr werden. Foto: t&w

2018 mit der Bahn nach Adendorf?

pet Adendorf. Halten im Frühjahr 2018, also in zwei Jahren, die ersten Personenzüge in Adendorf, um Pendler morgens innerhalb von drei Minuten zum Bahnhof Lüneburg oder abends wieder zurück nach Adendorf zu bringen? Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack hält das zumindest für möglich. Hoffnung macht ihm ein Gespräch, das er kürzlich in Hannover geführt hatte.

Neben Maack nahmen Vertreter der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), der Deutsche Bahn Netz AG und der Deutsche Bahn Station&Service AG an dem Treffen teil. Thema: die mögliche Reaktivierung des Bahnhaltepunkts Adendorf im Zuge der Strecke von Lüneburg über Lauenburg nach Lübeck. Konkret könnte das heißen: von Adendorf in drei Minuten mit der Bahn nach Lüneburg, dort direkt in den Zug nach Hamburg oder Hannover umsteigen. Oder auch von Adendorf direkt nach Lauenburg oder Lübeck.

Fast drei Jahre ist es her, dass Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies den Startschuss für sein Projekt gegeben hatte, stillgelegte Bahnstrecken sowie auch Bahnhöfe und Bahnhaltepunkte darauf zu untersuchen, ob eine Reaktivierung sinnvoll ist. Adendorf hatte da schon eine detaillierte Bewerbung abgegeben.

Die gute Vorarbeit von Maack, der vor seiner Tätigkeit als Bürgermeister lange im Management der Deutschen Bahn gearbeitet hatte, zahlte sich aus. Aus ursprünglich 38 Bahnstationen im Land wurden 21 als „machbar“ herausgefiltert. Aus diesen wiederum wurden zehn ausgewählt, deren Umsetzung als „kurzfristig“ möglich eingestuft wurde. Adendorf war dabei, das war im Mai 2015. Um das Projekt in Schwung zu bringen, fand jetzt auf Betreiben des Adendorfer Verwaltungschefs das Gespräch in Hannover statt.

Dabei wurde noch einmal festgestellt, dass die Gemeinde Adendorf die von der LNVG vorgegebenen Kriterien für eine Reaktivierung des Bahnhaltepunkts erfüllt: So liegt Adendorf direkt an der Bahnstrecke, die nächste Station ist mindestens drei Kilometer entfernt, die Strecke wird von einer Regionalbahn bedient.

Die „fahrplantechnische Machbarkeit“ sei, so Maack, gegeben. Und: Innerhalb eines Radius von 1,5 Kilometern gibt es ein Einwohnerpotenzial von mehr als 2000 Menschen. Für viele Pendler würde ein Bahnhaltepunkt in Adendorf Vorteile bringen: Der Anteil an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Adendorf liegt bei rund 5700 Menschen, rund 75 Prozent davon sind sogenannte Auspendler. Dazu kommen noch rund 2700 Einpendler aus dem Nahbereich Lüneburg oder weiterer Umgebung.

In den zurückliegenden drei Jahren musste die Gemeinde Adendorf meist geduldig auf die weiteren Schritte von Ministerium, LNVG und Bahn warten. Jetzt sagt Bürgermeister Maack: „Die nächsten Schritte sind von der Kommune zu veranlassen.“ Das seien unter anderem eine „Planungsbegleitungsvereinbarung“ mit der DB Station&Service AG als späterem Betreiber des Bahnhaltepunkts.

In der Diskussion für einen möglichen Bahnhaltepunkt sind weiterhin zwei Standorte: Zum einen der Bereich des alten Bahnhofs südlich der Straßenüberführung Dorfstraße. Und zum anderen ein neuer Haltepunkt weiter südlich gelegen, nördlich der Fußgänger­unterführung Waldwinkel. Aus Kostengründen, wegen der größeren Nähe zum Ortszentrum und des sich daraus ergebenden größeren Potenzials von Fahrgästen favorisiert Bürgermeister Maack die Variante Wald­winkel.

Für die Bahnhöfe und Bahnhaltepunkte, die reaktiviert werden, übernimmt das Land Niedersachsen 75 Prozent der förderfähigen Kosten, die restlichen 25 Prozent und die Vorentwurfsplanung haben die betroffenen Kommunen zu tragen. Unter anderem soll die Gemeinde Adendorf jetzt die „volkswirtschaftliche Rentabilität mittels einer Nutzen-Kosten-Untersuchung“ nachweisen.

Wie viele Pendler wünscht sich auch Bürgermeister Thomas Maack eine Reaktivierung des Bahnhaltepunkts Adendorf, wo am 29. September 1979 letztmals ein Personenzug gehalten hat. Zugleich betont er aber auch, „nur eine volkswirtschaftlich sinnvolle, kostengünstige Lösung“ verfolgen zu wollen.

One comment

  1. Was nützt ein neuer Bahnhalt, wenn auf der
    Strecke nur unbequeme Züge mit häufigen
    Verspätungen verkehren. Erst wenn auch diese
    Rahmenbedingungen stimmen, werden die
    Adendorfer auf die Bahn umsteigen