Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Das Schiffshebewerk in Scharnebeck: Der Ostturm (links) wurde zwischen 2010 und 2012 von Grund auf instandgesetzt, zurzeit finden dort Prüfarbeiten statt. Der Westturm wird in zwei Abschnitten ab Ende Mai dieses Jahres komplett überholt. Foto: dth
Das Schiffshebewerk in Scharnebeck: Der Ostturm (links) wurde zwischen 2010 und 2012 von Grund auf instandgesetzt, zurzeit finden dort Prüfarbeiten statt. Der Westturm wird in zwei Abschnitten ab Ende Mai dieses Jahres komplett überholt. Foto: dth

Schiffshebewerk Scharnebeck erneut ein Nadelöhr

pet Scharnebeck. Zwei Jahre lang, von Mai 2010 bis Mai 2012, war der Osttrog des Schiffshebewerks in Scharnebeck gesperrt. Ursache war die Grundinstandsetzung des im Juni 1976 in Betrieb genommenen Bauwerks. Seit dieser Woche ruht der Betrieb am östlichen Turm des Hebewerks wieder. Grund: Weil in Kürze die vierjährige Gewährleistungsfrist für die 2012 abgeschlossenen Maßnahmen ausläuft, werden die damals ausgeführten Arbeiten überprüft, zudem werden kleinere Reparaturen vorgenommen.

Auf vier Wochen schätzt Martin Köther, Leiter des zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes Uelzen, die Dauer der Sperrung. Während der Überprüfung werden vor allem die während des normalen Hebebetriebs unter Wasser liegenden Bereiche unter die Lupe genommen, etwa Korrosionsschutzmaßnahmen am Trog oder die vor vier Jahren installierten Trogtore.

Sind die Überprüfungsarbeiten am Ostturm abgeschlossen, sollen dann für rund vier Wochen beide Tröge in Betrieb sein, ehe Ende Mai die Grundinstandsetzung des Westturms ansteht. Die wird ähnlich aufwändig wie die Sanierung des Ostturms vor vier Jahren. Allerdings sei das Konzept für die umfangreichen Arbeiten ein anderes als zwischen 2010 und 2012, berichtet WSA-Chef Köther.

Während damals die Arbeiten an einem Stück durchgezogen wurden, werden sie diesmal in zwei Abschnitte geteilt. Im Zuge der Ende Mai beginnenden Maßnahmen stehen unter anderem Betoninstandsetzungsarbeiten am Westturm an. Diese Arbeiten sollen bis November abgeschlossen sein. Die weiteren, erheblich umfangreicheren Arbeiten, insbesondere auch am Trog, finden dann vom kommenden Jahr an statt.

Binnenschiffsführer denken mit Schrecken an die Zeit der Sanierung des Ostturms zwischen 2010 und 2012 zurück: Weil der damals schon rund 35 Jahre alte Westtrog fast pausenlos in Betrieb war, fiel er immer wieder aufgrund von Lager- und Dichtungsschäden aus, musste tagelang gesperrt werden. Zeitweise stauten sich Dutzende von Schiffen, die in Richtung Elbe oder Mittellandkanal unterwegs waren, mit ihrer Ladung vor dem Schiffshebewerk.

Jetzt ist der Ostturm nach seiner Grundinstandsetzung in bestem Zustand, häufige Schadensfälle wie zwischen 2010 und 2012 seien nicht zu befürchten, meint Tilman Treber, damals wie heute Projektleiter für die Sanierungen. Das meint auch Martin Köther. Der WSA-Chef ist zuversichtlich, dass der komplett sanierte Ostturm in der Lage ist, für einige Monate die komplette Last allein zu übernehmen.

Im Zuge der Grundinstandsetzung war am Ostturm unter anderem das Seilscheibentragwerk verstärkt worden, Seilscheiben wurden instandgesetzt, neue Tore wurden in den 5800 Tonnen wiegenden Trog eingebaut, 240 Stahlseile mit einer Gesamtlänge von zwölf Kilometern erneuert und umfangreiche Korrosionsschutzarbeiten vorgenommen. Ähnliche Arbeiten stehen ab Ende Mai auch am Westturm an.

Wie hoch die Kosten für die Komplettsanierung des Westturms sein werden, vermag Martin Köther noch nicht zu beziffern. Die Kosten für die Sanierung des Osttrogs hatten rund 25 Millionen Euro betragen. Allerdings, erklärt der WSA-Leiter, sei damals Material, das für die spätere Sanierung des Westturms verwendet werden sollte, mit angeschafft worden.