Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Am Sonntag ist die alte MTV-TSV-Halle in Winsen ausgebrannt. Im vergangenen Jahr war das Gebäude zur Flüchtlingsunterkunft umgewandelt worden. Foto: polizei
Am Sonntag ist die alte MTV-TSV-Halle in Winsen ausgebrannt. Im vergangenen Jahr war das Gebäude zur Flüchtlingsunterkunft umgewandelt worden. Foto: polizei

Winsen: Flüchtlingsunterkunft brennt aus

ca Winsen/Luhe. Der Hausmeister versuchte noch, die Flammen zu ersticken – vergeblich: Die alte MTV-TSV-Halle brannte am Sonntag nieder, glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Behörden hatten das damals leer stehende Gebäude im vergangenen Jahr in eine Flüchtlingsunterkunft umgewandelt. Ein 17-Jähriger soll gegen 11.30 Uhr in der Turnhalle Feuer gelegt haben, berichtet Polizeisprecher Jan Krüger: „Der junge Afghane wurde von mehreren Zeugen beobachtet.“ Es gebe für die Tat keinen fremdenfeindlichen Hintergrund.
Das Feuer an der Eckermannstraße griff rasend schnell um sich. „Als wir ankamen, stand die Halle in Vollbrand“, berichtet Feuerwehrsprecher Burkhard Giese. Der alte Fachwerkbau sei innen mit Holz ausgekleidet gewesen: reichlich Nahrung für das Feuer. Die Löscharbeiten seien schwierig: „Das Gebäude war einsturzgefährdet.“ Dach und Wände seien zusammengebrochen, den Rest des Abbruchs übernahm später ein Bagger: „Wir erledigen dann das Nachlöschen.“ Rund 200 Männer und Frauen seien im Einsatz.
Polizeisprecher Krüger schildert, dass 24 junge Flüchtlinge im Haus waren, als der Brand ausbrach. Alle konnten sich unversehrt aus dem Schlafsaal ins Freie retten. Warum der Jugendliche das Feuer gelegt habe, sei unklar. Er befinde sich in Gewahrsam. Die Staatsanwaltschaft habe noch nicht entschieden, ob sie einen Haftbefehl oder einen Antrag auf Unterbringung in einer Klinik stellen wolle.
Krüger hat von Gerüchten gehört, nach denen der Beschuldigte vorher Streit mit anderen gehabt haben soll. Der Hauptkommissar will das nicht kommentieren: „Das sind Spekulationen, die Ermittlungen dauern an. Wir müssen erst einmal Zeugen befragen.“
Stadt und Kreis haben die Bewohner in anderen Unterkünften untergebracht. Der Qualm zog über das Winsener Stadtgebiet und war weit zu sehen.