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Das Gasthaus Nolte an der Dahlenburger Landstraße veranstaltet eine Handvoll Konzerte im Jahr, hat den Saal nach eigener Meinung gut schallisoliert, trotzdem beschwert sich ein Anwohner. Foto: ca
Das Gasthaus Nolte an der Dahlenburger Landstraße veranstaltet eine Handvoll Konzerte im Jahr, hat den Saal nach eigener Meinung gut schallisoliert, trotzdem beschwert sich ein Anwohner. Foto: ca

Gasthaus Nolte: Eine Frage der Lautstärke

ca Lüneburg. Die einen wollen feiern, die anderen ihre Ruhe haben dann kann es schnell Streit geben. So an der Dahlenburger Landstraße. Vor 110 Jahren begann dort die Geschichte des Gasthaus Nolte. Das Lokal ist beliebt, die Wirte haben gut zu tun. Sie servieren nicht nur selbstgebrautes Bier, sondern auch eine deftige Küche. Familienfeiern, Gesellschaften und Betrieb auf dem Saal so wie eine typische Wirtschaft eben läuft. Doch seit geraumer Zeit gibt es Zwist mit einem Nachbarn. Heute beschäftigt sich die 2. Kammer am Verwaltungsgericht mit der Sache. Die Noltes sind als Beigeladene, also quasi als Zeugen, dabei.

Nun geht der Streit quasi um die Ecke. Beklagt sind nicht die Wirtsleute, sondern die Stadt Lüneburg. Gerichtssprecherin Karola Hoeft erklärt die Causa: Der Nachbar, der einen Steinwurf entfernt an der Frauenhoferstraße wohnt, möchte die Stadt verpflichten, dass sie einen Lärmschutz in seinem Sinne durchsetzt. Dabei geht es um Feiern und Konzerte im Saal, aber auch um Stellplätze.

Schwierig ist die Rechtslage, weil die Noltes ihr Lokal in einem Mischgebiet betreiben, der Kläger aber in einem Wohngebiet zu Hause ist. Planungsrechtlich gelten unterschiedliche Lärmgrenzwerte. Die Auseinandersetzung ziehe sich wohl hin, sagt die Sprecherin. So spiele ein Lärmschutzgutachten eine Rolle, das aber wohl älteren Datums sei.

Die Noltes verstehen die Aufregung nicht. Sie verweisen auf ein Lärmschutzgutachten von 1998 und eine Messung der Stadt aus dem März 2015. Ergebnis: Grenzwerte werden eingehalten. Sowohl Hans-Werner Nolte als auch sein Sohn Karsten betonen, dass sie in Frieden mit ihren Nachbarn leben, bis auf eine Ausnahme. Schon vor Jahren sei der Saal gegen Krach isoliert worden: „Du kannst dich aufs Dach stellen und hörst nichts.“ Nach Beschwerden des Anwohners hätten sie von sich aus eine Schallschutztür eingebaut und Fenster gegen „Flughafen-Glas“ ausgetauscht. Selbst die vermutlich vom Nachbarn alarmierte Polizei sei wieder abgerückt, weil sie vor dem Saal kaum Krach wahrgenommen habe.

Die beiden zeigen den Bericht der aktuellen Untersuchung der Stadt. Darin heißt es, eine Messung vor dem Haus des jetzigen Klägers habe ergeben: „Hier war die Musik kaum noch wahrnehmbar.“ Es sei noch eine Messung ohne Musik vorgenommen worden: „Die gemessenen Schallpegel waren annähernd gleich.“ Kurz: Man hört eigentlich kaum etwas.

Lauter seien Busse und Lkw, die über die Dahlenburger Landstraße brummen. Insgesamt geht die Stadt von 13000 Fahrzeugen am Tag aus. Daher versteht der von den Noltes eingeschaltete Anwalt gar nicht, was der Nachbar eigentlich will: Die Klage sei nicht eindeutig formuliert und abzuweisen.

Da ist die Weisheit des Gerichts gefordert, um den Streit beizulegen. Am besten leise.

10 Kommentare

  1. Die Klage sei nicht eindeutig formuliert und abzuweisen.
    wer diesen satz liest, soll mal nachdenken. was heißt eindeutig? sogenannte fachleute wollen ihren markt sichern, sonst nichts. der einfache bürger soll sich einen anwalt nehmen, wenn er recht bekommen will. es ist nur die spitze des eisberges. das finanzamt soll ja angeblich auch verpflichtet sein, dem bürger helfend unter die arme zu greifen, damit er keinen steuerberater braucht. und wie sieht die praxis aus???????????

    • Recht haben und Recht kriegen sind 2 Paar Schuhe.
      Einen Traditionsbetrieb wegen eines einzigen Querulanten in kostspielige Schranken zu weisen, halte ich für unsinnig.
      Ich gehe davon aus das der gute Mann wusste als er einzog das um die Ecke eine Kneipe ist.
      Wegen eines nicht messbaren Lärms einen solchen Aufriss zu machen muss abgewiesen werden.

  2. Kann die Stadt das Wohngebiet nicht einfach in ein Mischgebiet wandeln? Dann brauch sich mit den Querulanten keiner rumärgern.

    • Bernd, stehen sie auf willkür? soll das mischgebiet jetzt überall greifen? ich befürchte, wenn man vor ihrer haustür nur einen spielplatz für kinder bauen würde, würden sie sich ganz schnell aufregen.

    • Bernd
      sie wissen doch, lärm ist die umweltverschmutzung nummer eins. warum wollen sie das fördern?

      • Herr Bruns, hier geht es um geringfügigen und vermeintlichen Lärm, deswegen ist dieser Mensch auch ein Querulant. Von daher gehen ihre beiden Anmerkungen oben mal wieder ins Leere.

  3. Raymond Cuypers

    Es ist schon recht merkwürdig, dass einige Mitmenschen unter uns der Meinung sind, dass jetzt nur ihrer Pfeife getanzt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der angeblich Lärmbelästigte schon länger als 110 Jahre dort wohnhaft ist. Er wusste schon beim Einzug, dass dort die Gasstätte ihren Gastronomischen Betrieb führt. Die jetzigen Anwohner hätten ja wo anders hinziehen können. Man müsste ihnen ja schon böswilliigen Vorsatz unterstellen, weil sie ja wussten das Gasthaus Nolte dort ansässig ist. Ich hoffe, dass das Gasthaus Nolte noch viele Jahre dort ihr Bier ausschenken werden.

    • thema verfehlt. die stadt hat einfach wohl nicht für genug distanz zwischen wohngebiet und mischgebiet gesorgt. hier besteht jemand nur auf sein von dem staat gegebenem recht. übrigens, noltes bier schmeckt wirklich. man sollte mit dem fahrrad fahren, eine empfehlung von herrn jenckel , schon wird es leiser auf den parkplätzen. schmunzel. P.S. der führerschein ist dann trotzdem immer noch in gefahr.

  4. Egoistisches Gejammer und reine Schikane eines einzelnen Protestbürger. Wenn er Ruhe mag, es gibt 1000 andere Orte. Nolte ist ein tolles Lokal und gehört einfach dahin. Bereichert nicht nur die Menschen aus der näheren Umgebung sondern auch Kurgäste.

    • Ulle-bowski
      sind unterstellungen ihr spezialgebiet? junge menschen können angeblich mehr lärm aushalten, als ältere. ob das wirklich so stimmt?