Aktuell
Home | Lokales | Ilmenau | Melbeck: Planungsstopp für Rathausbau
Das Flachdach in diesem Entwurf des Architekturbüros Prell und Partner für den Rathaus-Neubau der Samtgemeinde Ilmenau in Melbeck stößt im Gemeinderat auf Widerstand. Grafik: nh
Das Flachdach in diesem Entwurf des Architekturbüros Prell und Partner für den Rathaus-Neubau der Samtgemeinde Ilmenau in Melbeck stößt im Gemeinderat auf Widerstand. Grafik: nh

Melbeck: Planungsstopp für Rathausbau

kre Melbeck. Vielleicht lief es für Melbecker Verhältnisse einfach nur zu reibungslos! Jedenfalls ist der geplante Rathaus-Neubau der Samtgemeinde Ilmenau ins Stocken geraten, auch ein Standortwechsel scheint denkbar. Der Grund: Die Gemeinde Melbeck hat ihr Veto eingelegt, die Zurückstellung des Bauantrages der Samtgemeinde beim Landkreis beantragt. Für Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt (SPD) nicht nachvollziehbar: „Im Oktober 2015 hatte die Gemeinde Melbeck sogar beschlossen, dass sie mit ihren Verwaltungsräumen aus der Floetstraße in unser neues Rathaus umziehen möchte.“ Acht Monate später kommt jetzt plötzlich Störfeuer aus der Floet­straße. Kritik wird laut am geplanten Flachdach des neuen Rathauses, an der Fassadengestaltung, selbst die vorgesehene Fensterfront gefällt manchem Melbecker Kommunalpolitiker nicht (mehr). Und nun hat die Gemeinde Melbeck auch noch beschlossen, für das Areal, auf dem das neue Samtgemeinde-Rathaus entstehen soll, den Bebauungsplan „Altdorf“ aufzustellen.

Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt versteht die Welt nicht mehr: Seit dem vergangenen Sommer liegen die Neubaupläne für das Rathaus in Melbeck vor, doch erst jetzt wirft ihm die Gemeinde Knüppel zwischen die Beine, will die vorgesehene Planung verhindern. Foto: be
Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt versteht die Welt nicht mehr: Seit dem vergangenen Sommer liegen die Neubaupläne für das Rathaus in Melbeck vor, doch erst jetzt wirft ihm die Gemeinde Knüppel zwischen die Beine, will die vorgesehene Planung verhindern. Foto: be

Am Donnerstagabend hatte Rathauschef Rowohlt deshalb die Fraktionchefs des Samtgemeinderates zur Krisensitzung geladen. Trotz allen Ärgers über das Melbecker Verhalten ist Rowohlt auf Ausgleich bedacht: „Wir müssen sehen, wie wir die Kuh vom Eis bekommen“, sagt der Samtgemeindebürgermeister. Dazu soll Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner (CDU) seinen Rat schnellstmöglich zu einer „interfraktionellen Sitzung“ einladen, mit dem Ziel, dass dort die Kritikpunkte auf den Tisch gelegt werden, damit doch noch ein Kompromiss gefunden werden kann, den auch der Samtgemeinderat mitträgt.

Nichtsdestotrotz hadert Rowohlt nach wie vor mit der Melbecker Vorgehensweise: „Unsere Planung liegt seit Juli in völliger Transparenz auf dem Tisch und mehrere Melbecker Ratsmitglieder sowie Bürgermeister Hübner kennen nahezu jeden Schritt und jedes Detail der Bauplanung. Sie sind unter anderem Mitglieder der extra für die Planung fraktionsübergreifend gebildeten Arbeitsgemeinschaft Rathaus, Mitglieder im Bauauschuss und im Verwaltungsausschuss der Samtgemeinde“, erinnert Rowohlt. Zudem sei auch im Samtgemeinderat das Haus von der Architektin vorgestellt worden.

Dass nun die Planungen mit der Begründung torpediert werden, dass sich ein „Flachdach“ nicht in die Umgebung einfüge, kann Peter Rowohlt daher nicht nachvollziehen. „Wir liegen mit dem neuen Rathaus am Ortsrand an der Ausfallstraße nach Embsen“, erklärt der Samtgemeindebürgermeister und fügt hinzu: „Der Landkreis prüft sogar, ob wir nicht schon optisch im Außenbereich liegen, doch einige Protagonisten im Melbecker Gemeinderat verbiegen all diese Umstände, damit wir in den B-Plan Altdorf kommen.“
„Wir sind nicht gegen das Rathaus an sich, aber gegen die geplante Gestaltung“, sagt dagegen Rowohlts Parteifreund Günter Preikschas, SPD-Fraktionschef im Gemeinde- und im Samtgemeinderat. Er versteht die Aufregung nicht: „Wir wollen als Gemeinderat die Gestaltung unseres Dorfs selbst in die Hand nehmen.“ Über Alternativen lasse sich zudem reden.

Die allerdings die Steuerzahler, also auch die Melbecker Bürger, bezahlen müssen: Denn alleine das von den Melbeckern gewünschte Satteldach würde im Vergleich zum Flachdach Mehrkosten von mehr 100000 Euro verursachen. Und auch von den Plänen, das Rathaus nahezu als Null-Energiehaus zu errichten, könnte sich die Samtgemeinde dann wohl verabschieden. Auf dem Flachdach ist nämlich eine Solar-Anlage vorgesehen, die sich beim Satteldach aufgrund der ungünstigen Ost/West-Richtung allerdings erübrigen würde.

Hält die Gemeinde Melbeck an ihrer Blockadehaltung fest, „muss man überlegen, ob Melbeck noch der Standort für das neue Samtgemeinde-Rathaus bleiben kann“, mahnt Rowohlt. Ein Rathausbau, etwa in Deutsch Evern, wäre nämlich durchaus denkbar.

5 Kommentare

  1. Heinz-Georg Pleschke

    da dürfte SG Direktor Rowohlt mit seiner Drohung nach Deutsch Evern umzuziehen wohl auf dem Holzweg sein… bei der Gebietsreform 1974 wurde gesetzlich festgelegt, das Verwaltungssitz der neuzugründenden SG Ilmenau die Mitgliedsgemeinde Melbeck ist…

  2. Das kann schneller als ein Satteldach gehen.
    Die Hauptsatzung der Samtgemeinde Ilmenau, Landkreis Lüneburg, kann zügig geändert werden durch den SG Rat.
    Oder wie wärs mit einem Briefkasten als Verwaltungssitz.. in gelb vielleicht?

    • Heinz-Georg Pleschke

      Herzdame… begleiten Sie etwa den SG Direktor auf seinem Holzweg? Sicher kann der SG Rat die Hauptsatzung entsprechend durch Mehrheitsbeschluß ändern. Die Änderung wäre aber rechtsunwirksam, da sie gegen das vom Landtag seinerzeit verabschiedete „Lüneburg-Gesetz“ zur Gebietsreform 1974 verstoßen würde. Und Verwaltungssitz meint Sitz der Verwaltung einschließlich SG Direktor (Rathaus) und keinen gelben Briefkasten….