Aktuell
Home | Lokales | Neues Konzept für Schülerhort Papenstraße
6639921.jpg

Neues Konzept für Schülerhort Papenstraße

us Lüneburg. So richtig rund wirkte das Konzept noch nicht, das Lüneburgs Sozialdezernentin Pia Steinrücke am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss vorstellte. Es geht um den Schülerhort an der Papenstraße. Der soll zum Schuljahresende geschlossen werden, da die gegenwärtige Form Betreuung und tägliche Treffen nicht mehr zeitgemäß sei. An seine Stelle soll eine Jugendhilfemaßnahme treten mit täglichen Treffen und Betreuung. Dafür suche man eine neue Unterkunft in der Innnenstadt. Da die aber schwer zu finden sei, will man vorerst in dem Haus bleiben.

„Die Welten sind auseinandergelaufen, der klassische Hort wird nicht mehr gebraucht“, sagte Steinrücke bei der Vorstellung des neuen Konzepts. Zumindest kämen bei ihr keine Anfragen der Eltern mehr an. Im Kern gehe es um den Wechsel von einem reinen Hort in jetziger Form zu einer Jugendhilfemaßnahme, die den Faktoren Teilhabe, Inklusion und „sozialräumliche Anbindung“ verbunden mit „einzelfallbezogener Unterstützung“ gerecht werde.

Für das neue Betreuungskonzept will man Jugendliche im Alter von zehn bis vierzehn Jahren in den Blick nehmen, Größenordnung: 15 Personen. Der Verband sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE) soll als Träger gewonnen werden, „zwei Sozialarbeiterstellen oder mehr“ sieht er für die Arbeit mit den Jugendlichen vor. Die Kosten bezifferte Steinrücke mit rund 1600 Euro pro Monat und Betreuungsplatz, „abhängig von der Räumlichkeit.“ Im städtischen Haushalt seien diese noch nicht abgebildet.
„Sehr ambitioniert“, bemerkte Susanne Neuhaus (Grüne) zu dem Betreuungsschlüssel von zwei zu fünfzehn. Auch die Dauer des Projekts von zunächst nur einem Jahr bezeichnete sie als zu kurz. Außerdem sei man mit einer festen Einrichtung „sehr weit weg von der Inklusion“.

Laut Pia Steinrücke ist das stadteigene Gebäude an der Papenstraße für die neuen Ideen nicht geeignet. Was aber daran nicht geeignet sei, konnte auch Andreas Reker, der für den VSE das Jugenhilfekonzept entworfen hat, nicht sagen: „Ich kenne die Räume gar nicht so genau.“ Dennoch suche die Stadtverwaltung eine neue Unterkunft. Und weil diese zentral gelegen sein soll, in der Innenstadt.

Begeistert zeigte sich Regina Baumgarten (CDU) von dem Jugendhilfegedanken, weniger aber von der Vorstellung, das Haus in der Papenstraße für eine mögliche Veräußerung frei zu machen. Die Ausschussvorsitzende wollte daher von der Sozialdezernentin wissen, ob mit dem Ende des Schülerhorts auch ein Verkauf des „sehr begehrten Hauses“ verbunden sei. Steinbrücke ausweichend: „Wir nutzen das Haus so lange weiter, bis etwas Passendes gefunden ist.“

Am Ende nahm der Ausschuss die Weiterentwicklung des Schülerhorts zu einer Jugendhilfemaßnahme einstimmig zur Kenntnis.