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So könnte ein Deckel über der Ost-
umgehung aussehen. Die Planer stellen sich eine Grünfläche vor, die quasi die Verkehrsschlucht schließen würde, die heute den Stadtteil Lüne-Moorfeld durchschneidet. Die Skizze stammt aus dem Jahr 2011. Skizze: Straßenbauverwaltung
So könnte ein Deckel über der Ost- umgehung aussehen. Die Planer stellen sich eine Grünfläche vor, die quasi die Verkehrsschlucht schließen würde, die heute den Stadtteil Lüne-Moorfeld durchschneidet. Die Skizze stammt aus dem Jahr 2011. Skizze: Straßenbauverwaltung

Der Lärm-Deckel – Ostumgehung könnte in Lüne-Moorfeld durch einen Tunnel geführt werden

ca Lüneburg. In Hamburg entsteht ein neues Wohngebiet — über der Autobahn: Ein Deckel soll sich über 2300 Meter über die A7 in Richtung Norden ziehen. Bei Schnelsen laufen die Arbeiten bereits. Hamburg will auf dem Autobahndach 2500 Wohnungen und Grünanlagen wachsen lassen. Auch in Lüneburg könnte so ein Lärm schluckender Deckel kommen: Sollte die Autobahn 39 je Wirklichkeit werden, könnte sie in Lüne-Moorfeld durch einen Tunnel geführt werden. Schon 2007 hatten Stadt und Straßenbauverwaltung Pläne diskutiert. Inzwischen sind sie etwas in Vergessenheit geraten.

Der Lüneburger Deckel würde sich von der Erbstorfer Landstraße bis etwa zur Fußgängerbrücke in Richtung Adendorf ziehen. Arbeiter könnten eine Grünfläche mit Wegen, Wiesen und Gebüsch anlegen. Die Planer waren davon ausgegangen, dass die Fahrbahn in der Tiefe mit 33 Metern geplant wird, dann wäre eine sechs- statt einer vierspurigen Trasse möglich.

Ein Streitthema zwischen Stadt und der Straßenbauverwaltung des Landes, sie plant den Autobahnbau, ist seit Jahren die Länge des Tunnels. Die Straßenplaner halten 399 Meter für ausreichend. Die Stadt möchte im Sinne der Anwohner allerdings ein deutlich längeres Stück Asphalt versenken: Denn auch Nachbarn vom Fuchsweg und im Bereich Stadtkoppel nervt das Rauschen und Brüllen der Blechkarawane von mehr als 40000 Fahrzeugen pro Tag. Diese Zahl soll Prognosen zufolge noch gewaltig steigen. Autobahnskeptiker wollen etwas von mehr als 60000 Autos und Lastern gehört haben.

Einen längeren Tunnel halten die Planer aber nicht für nötig. Vermutlich aus finanziellen Gründen: In Sitzungen des Begleitausschusses der Stadt zur A39 war die Rede davon, dass ab dem 400. Meter teure Filteranlagen eingebaut werden müssen, die Abgase und Feinstaub aussieben.

Zudem ging es um den Knalleffekt, der an den Ein- und Ausfahrten entsteht. Hier solle die Straßenbaubehörde Lösungen entwickeln, wie sie Anrainer vor diesem Krach bewahren möchte, hatten Stadtverwaltung und Anlieger im Januar 2012 im Ausschuss gefordert. Zwei weitere Anliegen zielten in dieselbe Richtung: So solle geklärt werden, in welcher Form und Länge ein Lärmschutzwall auf der Seite der Eichendorffstraße erhalten beziehungsweise ausgebaut wird. Auch müssten Lärmschutzwände auf den Grüninseln der Anschlussstelle Moorfeld entstehen.

Als kürzlich der Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans vorgestellt wurde, hatte Oberbürgermeister Mädge den Standpunkt der Stadt unterstrichen, wonach man die Autobahn wolle, aber mit klaren Vorgaben: „Das Land muss so zügig wie möglich die Planfeststellung zu Ende bringen, Baureife herstellen und der Bund das Geld für den Bau zur Verfügung stellen. Hier wollen wir auch unsere Forderungen nach bestmöglichem Lärmschutz für die Anlieger berücksichtigt wissen.“ Gerade angesichts einer möglichen Sechsspurigkeit müsse der Tunnel im Bereich Moorfeld länger als die aktuell vorgesehenen 400 Meter sein.