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Pia Steinrücke. Foto: t&w
Pia Steinrücke. Foto: t&w

Dezernentin bleibt nun doch

as Lüneburg. Bildungsdezernentin Pia Steinrücke sorgt in kurzer Zeit erneut für eine Überraschung: Nachdem sie Anfang März bei Oberbürgermeister Ulrich Mädge aus privaten Gründen ihre Entlassung beantragt hat, wird sie nun doch der Stadt erhalten bleiben. Auf LZ-Anfrage hieß es: Es habe ein Gespräch zwischen dem Oberbürgermeister und Pia Steinrücke, die auch Stadträtin ist, gegeben. Dort wurde vereinbart, Pia Steinrücke bleibt. Oberbürgermeister Ulrich Mädge: „Ich freue mich sehr, eine so kompetente Dezernentin in Lüneburg halten zu können. Ich habe dazu auch vertrauliche Gespräche mit den Vorsitzenden der Ratsfraktionen geführt, die das genauso sehen. Nun wird die Verwaltung dem Rat am 2. Juni einen Vorschlag unterbreiten, wie die Entlassung von Frau Steinrücke rechtlich korrigiert werden kann.“

Mädge hatte es Anfang März sehr bedauert, „dass Frau Steinrücke Lüneburg verlässt, um näher an ihrem Heimatort zu arbeiten“. Denn bei der großen Aufgabe der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen habe man gut zusammengearbeitet. Sie habe fachlich überzeugt und sei von den Kollegen geschätzt. Doch die privaten Gründe, die sie für ihren Weggang benannt habe, könne er gut verstehen, sagte der Oberbürgermeister. Die Stadt Gelsenkirchen werde mit ihr eine exzellente Referatsleiterin bekommen. Ihre Stelle in Lüneburg wurde ausgeschrieben.

Pia Steinrücke hatte deutlich gemacht, dass es ihr schwer falle zu gehen, da sie bei ihrer Arbeit sowohl von Mädge als auch den anderen Dezernenten sehr unterstützt worden sei. „Aber neben der Verantwortung hier habe ich auch eine im familiären Kontext“, sagte sie vor eineinhalb Monaten. Am Dienstag erklärte sie nun: „Nach einem Schicksalsschlag in meiner Familie habe ich Anfang des Jahres die aus heutiger Sicht übereilte Entscheidung getroffen, in meine Heimatstadt zurückzukehren. Diese Entscheidung ist mir äußerst schwer gefallen. Die hohe Verantwortung für mein Dezernat in der Hansestadt, die Wertschätzung, die ich sowohl von Politik als auch Verwaltung erfahren habe, die Identifikation mit der Stadt sowie der Rückhalt meiner Familie, trotz des Schicksalsschlages meine Stelle verantwortlich und mit voller Kraft ausüben zu können, haben zwischenzeitlich zu einem Überdenken dieser Entscheidung geführt. Sehr dankbar bin ich Herrn Mädge, dass er nochmal das Gespräch gesucht hat und mich gefragt hat, ob ich bei der Hansestadt bleiben möchte und mir somit diese Chance überhaupt ermöglicht hat.“

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2 Kommentare

  1. Berthold Weinrich

    Die kluge und tüchtige Pia bleibt. Das ist mal eine außerordentlich erfreuliche Nachricht für unsere Stadt !

  2. In Gelsenkirchen gibt es bei kritischen Stimmen durchaus Verständnis für eine solche Entscheidung. Die Aufarbeitung des Jugendamtskandals ist auch nach einem Jahr noch voll im Gange; ein Ende noch nicht absehbar. Das sind keine guten Startbedingungen. Allerdings wundert hier vor Ort schon ein wenig: Hat Pia Steinrücke von den „schwierigen Verhältnissen“ nicht genug gewußt? Was hat ihr OB Frank Baranowski erzählt? Vielleicht, dass alles nicht so schlimm sei? Ein normaler Vorgang, der in ein paar Monaten vergessen ist?

    Tatsächlich hat der Jugendamtskandal hohe Wellen geschlagen. Vor allem eine Klage eines Mitarbeiters des Jugendamtes gegen einen Blogschreiber vor dem Landgericht Essen dürfte das Verhältnis zwischen dem Jugendamt, der Verwaltung, dem Rat und der Öffentlichkeit und den Bürgerinnen und Bürgern zusätzlich über Monate hinaus belasten.