Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Reinhold von Eben-Worlée (l.) mauerte gemeinsam mit seinem Vater Albrecht die Kupferröhre in den Grundstein für den Neubau des Verwaltungsbaus ein. Foto: tja
Reinhold von Eben-Worlée (l.) mauerte gemeinsam mit seinem Vater Albrecht die Kupferröhre in den Grundstein für den Neubau des Verwaltungsbaus ein. Foto: tja

Investition stärkt Lauenburg

tja Lauenburg. Baubeginn beim Chemiewerk Worlée an den Söllerwiesen in Lauenburg: In einer feierlichen Zeremonie mauerten Geschäftsführer Reinhold von Eben-Worlée und sein Vater Albrecht den Grundstein für ein neues Verwaltungsgebäude ein. Der heute 92-Jährige hatte dem Unternehmen über Jahrzehnte seinen Stempel aufgedrückt. Nach dem Bezug des Neubaus soll die Abteilung für Forschung und Entwicklung umgebaut werden. Das Unternehmen investiert insgesamt 4,1 Millionen Euro und will 40 neue Arbeitsplätze schaffen.

„Die Firma kann sich freuen, weil die Geschäfte gut laufen. Die Mitarbeiter können sich freuen, weil ihre Arbeitsplätze gesichert werden. Und die Stadt freut sich über dieses klare Bekenntnis zum Standort. Man sieht ja mit den Schwartauer Werken, dass es schnell anders aussehen kann“, erklärte Bürgermeister Andreas Thiede.

Worlée setzt bei dem dreigeschossigen Neubau mit 1400 Quadratmetern Nutzfläche auf moderne Techniken. So soll eine auf dem Dach geplante Photovoltaikanlage Strom für die vorgesehenen eigenen Elektrofahrzeuge liefern, die Heizwärme kommt aus der benachbarten Biogasanlage. 2010 war Worlée als erstes Chemie-Unternehmen in die exklusive Gruppe der Klimaschutz-Unternehmen aufgenommen worden. Ansporn genug, auch bei diesem Vorhaben Standards zu setzen. Als Generalunternehmer fungiert die Firma Groth Bau aus Buchholz in der Nordheide, die auch als Investor in der Geesthachter Hafencity im Gespräch ist.

„Vor mehr als 40 Jahren haben wir hier auf der grünen Wiese begonnen“, erinnerte Reinhold von Eben-Worlée an die Anfänge der Kunstharzproduktion in Lauenburg. Damals waren es 30 Mitarbeiter, heute sind es 200. 1993 wurde die Kapazitätsgrenze erreicht, und das Unternehmen errichtete eine neue Produktionsanlage. Mehr als 40000 Tonnen Kunstharze und Zusatzstoffe für Farben und Lacke im Jahr werden aktuell weltweit ausgeliefert. „Von Lauenburg aus gehen diese Sachen in die ganze Welt, bis China, Indien und Australien“, berichtete der Geschäftsführer.

In den Grundstein packte er neben einer Zeitung auch einen Satz Euro-Münzen, Baupläne und einen USB-Speicherstick mit dem aktuellen Lieferprogramm. „Ich bin ja gespannt, ob man den in 200 Jahren bei einer Grabung noch öffnen kann“, sagte von Eben-Worlée. Alles steckt in einer Kupferröhre, die der Unternehmer in eines der Punktfundamente setzte. Der Einzug in den Neubau soll noch vor Weihnachten erfolgen.

Parallel zu dem Vorhaben in Lauenburg errichtet das Chemie-Unternehmen auch am Firmensitz in Hamburg einen Neubau. „Bei uns ging es mit den nötigen Genehmigungen aber deutlich schneller als in Hamburg. Wir unterstützen unsere Firmen immer so gut es geht“, sagte Thiede.