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Eine Familie, drei Generationen, eine gemeinsame Aufgabe: Heinrich Benecke (r.) tritt beim Oldtimertreffen in Ellringen kürzer, dafür sind sein Sohn Andreas (l.) und seine Enkel Jan und Nils bereits am Start. Foto: kre
Eine Familie, drei Generationen, eine gemeinsame Aufgabe: Heinrich Benecke (r.) tritt beim Oldtimertreffen in Ellringen kürzer, dafür sind sein Sohn Andreas (l.) und seine Enkel Jan und Nils bereits am Start. Foto: kre

Heinrich Benecke wird das Oldtimer-Treffen in Ellringen erstmals nur als Besucher erleben

kre Ellringen. Heinrich Benecke ist eine Institution in Ellringen. Ein Oldtimer-Treffen ohne den gelernten Tischlermeister? Fast schon unvorstellbar! Und doch ist für Heinrich Benecke so langsam der Zeitpunkt gekommen, kürzer zu treten. „Mit 90 Jahren ist das wohl auch in Ordnung“, sagt er schmunzelnd. Auch wenn ihn viele langjährige Besucher am Sonntag, 17. April, bei der Oldtimer-Schau in Ellringen an seinem angestammten Platz an der Kasse vermissen werden, ein anderer dort seine Arbeit übernehmen wird.

Trotzdem bedeutet das nicht, dass sich Heinrich Benecke komplett aus der Verantwortung zurückzieht. Seit gut einer Woche ist schließlich das ganze Dorf im Oldtimer-Fieber. Und dieser Virus wirkt auch bei Heinrich Benecke noch immer. Bei den Vorbereitungen ist er mittendrin statt nur dabei. Schilder müssen gezimmert, repariert und aufgestellt, und auch sonst noch etliche Arbeiten im Vorfeld erledigt werden. Getreu dem Motto: zu tun gibts immer was.

Und da gehört dann auch noch das schnelle Gespräch mit der Presse dazu. Die unter anderem wissen will, was Heinrich Benecke so erlebt hat in den vergangenen 30 Jahren Oldtimer-Treffen. „Das war immer interessant“, sagt er und fügt hinzu: „Und oft auch lustig.“ Für Momente, die in Erinnerung bleiben, habe auch sein Kamerad Caesar Koch gesorgt, der mit seinem Hamburger Humor stets den richtigen Ton bei den Besuchern getroffen habe. „Leider ist er vor zwei Jahren gestorben“.

Heinrich Benecke hat sich vor einem Jahr schon einen etwas ruhigeren und seinem Alter angemesseneren Posten beim Oldtimer-Treffen gesucht: Einweiser direkt am Eingang: „Manches Mal kam ich mir aber vor wie ein Bahnbeamter am Auskunftsschalter“, berichtet der 90-jährige lachend: „Wo, bitte, geht es zu den Toiletten? Zu den Behindertenparkplätzen…?“ Kaum eine Frage, die von den Besuchern nicht gestellt wurde.

Wenn Heinrich Benecke vor Jahrzehnten gewusst hätte, dass sein Heimatort Ellringen einmal das Mekka für Oldtimerfreunde sein würde, „dann hätte ich 1952 meine 350er Viktoria behalten“. Mit dem Motorrad war der Ellringer auf Suche nach Arbeit in den Ruhrpott unterwegs, als die Maschine bei Bückeburg den Geist aufgab. Der Motor war geplatzt. „Ich habe das Motorrad noch an Ort und Stelle verkauft.“

Heute wäre sie selbst im desolaten Zustand auf dem Ellringer Teilemarkt ein begehrtes Stück. „Ich staune immer, wie sich manche Besucher selbst über ein verrostetes Stück Blech auf dem Teilemarkt freuen können“, sagt Heinrich Benec
ke. Wissend, dass, was für die einen nach wertlosem Metall aussieht, für die anderen ein lang gesuchter Schatz ist.
Der Besuch beim Teilemarkt steht für Heinrich Benecke fest auf dem Programm. Diesmal freilich „nur“ als Besucher. Auf den einen oder anderen Schnack mit den Oldtimerfreunden freut er sich schon. So, jetzt muss es aber weitergehen mit den Vorbereitungen zum 32. Oldtimerfest. Bis dahin gilt auch für den 90-Jährigen: „Zu tun gibts immer was!“

Infos zum Treffen

Mehr als 750 historische Pkw, Motorräder, Traktoren und Feuerwehrfahrzeuge sowie 10000 Besucher werden am Sonntag, 17. April, in dem 200-Seelen-Dorf Ellringen erwartet. Los geht das Oldtimertreffen um 6 Uhr, wenn rund 120 Teilehändler ihre Stände aufbauen, gegen 7 Uhr werden die ersten Oldtimer erwartet.

Der Eintritt zu dem Treffen kostet zwei Euro, Kinder unter 10 Jahren zahlen nichts. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.oldtimer-ellringen.de.