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Crossboccia ist die moderne Variante von Boule. Die Stoffbälle bleiben auch auf unebenem Grund liegen, so kann man über Hindernisse spielen. Foto: t&w
Crossboccia ist die moderne Variante von Boule. Die Stoffbälle bleiben auch auf unebenem Grund liegen, so kann man über Hindernisse spielen. Foto: t&w

Spaß im Freien: Leuphana-Studenten machen für die LZ den Spiele-Test

emi Lüneburg. Der Frühling ist da, die Temperaturen steigen — und damit auch die Lust auf Unternehmungen im Freien. Für heute und morgen sind einige trockene Sonnenstunden angekündigt. Gute Bedingungen für Jung und Alt, um Eis essen zu gehen, eine Fahrradtour zu unternehmen oder auf der Wiese zu spielen. Ja, richtig gelesen. Outdoor-Spiele wie Mölkky, Leitergolf und Crossboccia versprechen auch für Erwachsene Bewegung, Spannung und Team-Spaß. Wie diese drei Spiele funktionieren und ob sie eine gute Alternative zu Fahrradtour und Co. darstellen, haben sechs Studierende der Leuphana für die LZ ausprobiert: Merle Baumgart, Jonathan Terhart, Paula Reiprich, Sebastian Offermann, Klara Ahrens und Sarah Maurer machten den Rasen in der Nähe der Uni-Mensa zur großen Spielwiese.

Alle drei Spiele haben neben anderen vor allem diese Gemeinsamkeiten: Sie sind Wurf-Spiele für mindestens zwei Personen, können im Freien gespielt werden, erfordern neben Glück eine gute Portion Geschicklichkeit, und können mit etwas Geduld und Kreativität auch selbergemacht werden. Richtig schwierig oder anstrengend ist keines von ihnen, für kleine Kinder sind sie eher nicht geeignet.

Mölkky, auch „Wikinger-Kegeln“ genannt, stammt aus Finnland und ist in Skandinavien ein beliebtes Outdoor-Spiel. Dabei werfen die Spieler mit einem Wurfholz, dem Mölkky, auf nummerierte Klötze.

Leitergolf ist vor allem in den USA bekannt. Einzelpersonen oder kleinere Gruppen versuchen dabei zwei Holzkugeln, die mit einem rund 30 Zentimeter langen Nylonseil verbunden sind, auf ein niedriges, leiterähnliches Gerüst zu schleudern.

Crossboccia ist die moderne Variante von Boule. Die Spielbälle sind aus robustem Stoff und mit Granulat gefüllt. Weil sie auch auf unebenem Grund liegenbleiben, kann man mit ihnen zum Beispiel auch Parkbänke oder Treppen bespielen.

Die LZ hat einzelne Studenten am Ende jedes Spiels um ein persönliches Fazit gebeten.

Mölkky
Wikinger-Spiel ab 2 Personen

Das braucht man:
12 Kegel (nummeriert von 1 bis 12), 1 Wurfholz (sog. Mölkky), 1 Kiste für den Transport, Block und Stift zum Aufschreiben der Punkte.

Spielregeln:
12 durchnummerierte Kegel werden drei bis vier Meter von der Wurflinie entfernt in einer dichten Gruppe in einer ganz bestimmten Aufstellung angeordnet.
In der ersten Runde wird die Spielerreihenfolge ausgelost. Anschließend ergibt sich die Reihenfolge aus den Ergebnissen des vorherigen Spiels. Der Spieler mit der niedrigsten Punktzahl beginnt.
Der Spieler, der an der Reihe ist, versucht mit dem Wurfholz (Mölkky) möglichst viele Kegel zu treffen. Der Mölkky wird dabei auf die Handfläche gelegt, es darf nur von unten nach oben geworfen werden.
Ein Kegel gilt nicht als umgeworfen, wenn er an einem anderen Kegel oder dem Mölkky angelehnt ist.
Nach jedem Wurf zählen die Spieler ihre Punkte zusammen. Alle umgefallenen Kegel werden gewertet. Die Punktzahl eines Kegels entspricht der Nummer auf dem Kegel.
Nach einem Wurf werden nur die umgefallenen Kegel wieder für den nächsten Spieler aufgestellt.
Das Spiel endet, sobald ein Spieler GENAU 50 Punkte erreicht hat. Übersteigt die geworfene Punktzahl 50, fällt der Spieler zurück auf 25 Punkte.

Fazit:
Jonathan Terhart, 23, Lehramtsstudent: „Ich finde an dem Spiel gut, dass man nicht so viel Material braucht. Alles passt kompakt in eine Kiste, dazu nehme man eine freie Fläche, fertig. Gut ist, dass man den Schwierigkeitsgrad schnell variieren kann, indem man den Abwurfpunkt verändert. Dadurch, dass man genau 50 Punkte erreichen muss, ist das Spiel aber auch schwierig.“

Crossboccia
Modernes Boule-Spiel ab 2 Personen

Das braucht man:
Pro Person je 3 gleiche Stoffbälle mit Kunststoffgranulatfüllung, 1 kleinerer Ball (Marker).

Spielregeln:
Jeder Spieler erhält drei Spielbälle. Soll in Teams gespielt werden, teilen die Mitglieder die Bälle untereinander auf.
Zu Beginn wird ein Ausgangspunkt gewählt, von dem aus ein Spieler den Marker wirft. Dieser Spieler darf das Spiel auch beginnen.
Nacheinander werfen die Spieler vom Ausgangspunkt ihren ersten Ball und versuchen, dem Marker so nah wie möglich zu kommen.
Der Spieler, dessen Ball am weitesten vom Marker entfernt liegt, macht seinen zweiten und dritten Wurf. Die anderen Spieler folgen nach dem gleichen System.
Bei der Auswertung eines Satzes zählt jeder Ball, der näher zum Marker liegt als ein gegnerischer Ball, einen Punkt.
Liegt ein Spielball auf einem gegnerischen Ball mindestens zur Hälfte auf, so ist dies ein „Kill“ und der untere Ball wird nicht gewertet.
Liegen mehrere Bälle innerhalb einer Runde gleich weit entfernt zum Marker, so ist dies ein „Draw“. Beide Spieler erhalten ihre Punkte.
Der Spieler mit den meisten Punkten eröffnet den nächsten Satz.
Ein Satz endet, sobald ein Spieler 13 Punkte hat. Der Satz muss jedoch mit mindestens zwei Punkten Abstand entschieden werden.
Es ist auch möglich, in einem Satz ein Objekt anzuspielen (z.B. einen Baum, eine Wand o.ä.) oder eine Wurfregel zu bestimmen (z.B. den Ball rückwärts zu werfen). Dies muss jedoch vor dem Satz angesagt werden.

Fazit:
Sebastian Offermann, 21, VWL-Student: „Am Anfang war das Spiel etwas langweilig. Aber als wir angefangen haben, besondere Wurfregeln einzubauen, hat es viel Spaß gemacht. Gut finde ich, dass man sich Hindernisse in der Natur ausgucken kann. Dadurch ist das Spiel sehr variantenreich. Wenn man mit zu vielen Leuten spielt, muss man lange warten bis man dran ist.“

Leitergolf
Wurf-Spiel ab 2 Personen

Das braucht man:
2×3 Golfball-Bolas, 1 dreistufige Leiter, die von allein stehen bleibt.

Spielregeln:
Jeder Spieler erhält drei Golf-Bolas — zwei Holzkugeln, die mit einem rund 30 cm langen Nylonseil verbunden sind. Man kann als Einzelpersonen oder in zwei Gruppen spielen.
Zwischen den Spielern/Gruppen wird die dreistufige Leiter positioniert. Die Spieler/Gruppen stellen sich mit einem Abstand von etwa fünf Metern zur Leiter auf. Ziel des Spiels ist es, die Bolas durch einen Wurf um die Leiterstufen zu wickeln.
Bleibt eine Bola an der obersten Sprosse hängen, werden drei Punkte gezählt. Bei der mittleren Sprosse sind es zwei Punkte, bei der unteren Sprosse ist es ein Punkt.
Fällt eine Bola durch einen anderen Wurf wieder von der Leiter, werden die Punkte der heruntergefallenen Bola nicht gezählt.
Der Spieler, der den letzten Durchgang gewonnen hat, beginnt mit einer neuen Runde.
Es werden so viele Durchgänge gespielt, bis ein Spieler GENAU 15 Punkte erreicht hat. Erreicht er mehr als 15 Punkte, werden alle Punkte des Spielers aus dem aktuellen Durchgang nicht gezählt.

Fazit:
Merle Baumgart, 22, Lehramtsstudentin: „Ich finde das Spiel cool, weil es eine Mischung aus Zufall und Taktik ist: Mal bleibt eine Bola nicht hängen, mal kickt man die Bolas der anderen wieder herunter. Das macht Spaß. Der Aufbau ist allerdings komplizierter als bei den anderen Spielen. Anfangs waren wir zu weit weg, dadurch war es schwierig zu treffen. Näher dran gings.“