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Der vierjährige Luca-Joel macht es vor: Mit dem Pflanzspaten in der Hand ist der Steppke einer der jüngsten Pflanzhelfer – und eine gute Unterstützung für seinen „Kollegen“ Steve Krasel. Foto: t&w
Der vierjährige Luca-Joel macht es vor: Mit dem Pflanzspaten in der Hand ist der Steppke einer der jüngsten Pflanzhelfer – und eine gute Unterstützung für seinen „Kollegen“ Steve Krasel. Foto: t&w

Blätterwald-Aktion: Paten kommen mit Spaten

kre Lüneburg. „Und was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen.“ Die Liedzeile stammt von Xavier Naidoo. Aber sie beschreibt genau das Gefühl, das Heiner Rupsch vom Verein Trinkwasserwald so begeistert. Rund 200 fleißige Baumpaten sind der Einladung zum großen Pflanzfest in die „Brandheide“ gefolgt, um ein vier Hektar großes Waldstück der Landesforsten mit Roteichen neu zu bepflanzen. Sie haben zusammen 2470 Bäumchen für die Aktion LZ-Blätterwald gespendet. „Eine beeindruckende Zahl. Jetzt packen alle kräftig mit an – bringen geradezu in Rekordzeit die Setzlinge in den Waldboden.“ Das Engagement von Jung und Alt beeindruckt auch den Leiter des Niedersächsischen Forstamtes Sellhorn, Lutz Kulenkampff: „Die LZ-Blätterwald-Aktion ist eine wirklich tolle Veranstaltung.“

Das findet auch die Ebensbergerin Julia Kreusler (39), die zum ersten Mal mit ihren Söhnen Emil (7) und Paul (2) an der Pflanzaktion teilnimmt: „Wir sind oft in der Natur unterwegs“, sagt Julia Kreusler, „auch im Wald.“ Auf alle Fälle werde sie gemeinsam mit ihren Söhnen beobachten, wie sich die Pflanzfläche in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Das hat sich auch Hauke Radtke fest vorgenommen: „Einen Nadel- in einen Laubbaumbestand umzuwandeln, ist immer eine gute Idee“, findet der 47-Jährige, der gemeinsam mit seiner Tochter Sophie (10) und deren Freundin Synni (9) eifrig dabei ist, Pflanzlöcher zu buddeln und die Baumsetzlinge in die Erde zu bringen.

Und das ist wirklich eine anstrengende und schweißtreibende Angelegenheit. Schließlich ist der Boden durchzogen von vielen Wurzelresten der alten Nadelbäume, die vorher auf der Pflanzfläche standen. „Aber die Baumpaten machen ihre Arbeit sehr ordentlich“, lobt Forsttechniker Thomas Schmidt.

Dass die Arbeit so reibungslos vonstatten geht, ist auch den 16 Pflanzhelfern zu verdanken. Denn bevor es auf die vier Hektar große Fläche geht, bewaffnet mit Spaten und Setzlingen, weisen sie die Baumpaten ein. „Das Pflanzloch groß genug machen, darauf achten, dass die Wurzeln nicht beschädigt, ordentlich mit Erde bedeckt und anschließend gut festgetreten werden.“ Farida Mishrif ist eine der freiwilligen Pflanzhelferinnen: Die angehende Goldschmiedin ist mit ihrem vierjährigen Sohn extra aus Lübeck angereist, als sie von der Aktion erfahren hat. „Das hier ist etwas Nachhaltiges“, erklärt sie ihre Motivation, blickt hinüber zu ihrem Sohn Luca-Joel und sagt nachdenklich: „Wenn wir uns nicht für den Erhalt unserer Natur einsetzen, wer soll es dann machen?“
Wie wichtig dieses Engagement ist, macht Heiner Rupsch in seiner Begrüßung deutlich: „Jeder Hektar Wald, der von einem Nadel- in einen Mischwald umgewandelt wurde, wird in wenigen Jahren 800 000 Liter Grundwasser zusätzlich generieren. Trinkwasser für etwa 800 Menschen im Jahr.“ Und in der „Brandheide“ werden gleich vier Hektar dank der Pflanzaktion biologisch aufgewertet.

Den Wert der LZ-Blätterwald-Aktion hat auch Lüneburgs Bürgermeister Eduard Kolle erkannt: „Bäume sind wichtig“, betont er in seinem Grußwort, „Bäume spenden Leben, sorgen für Wasser.“ Der Bürgermeister appelliert daher eindringlich an alle Anwesenden: „Die LZ-Blätterwald-Aktion darf kein Ende finden, weil wir noch viele, viele Bäume brauchen.“ Auch für die Waldohreule, die am Sonntag zum Abschluss des Tages auf der Pflanzfläche ausgewildert wurde.

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(Fotos: t&w)