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Geht es für ihn jetzt politisch wieder steil nach oben? Dr. Bernd Althusmann (r.) - hier im Gespräch mit dem CDU-Landesvorsitzenden David McAllister - kehrt zurück nach Lüneburg. Zu Spekulationen über eine mögliche Kandidatur bei der nächsten Landtagswahl schweigt er.  Foto: A/boldt
Geht es für ihn jetzt politisch wieder steil nach oben? Dr. Bernd Althusmann (r.) - hier im Gespräch mit dem CDU-Landesvorsitzenden David McAllister - kehrt zurück nach Lüneburg. Zu Spekulationen über eine mögliche Kandidatur bei der nächsten Landtagswahl schweigt er. Foto: A/boldt

Bernd Althusmann: Zurück in die schöne Heimat

as Lüneburg. Zweieinhalb Jahre leitete Dr. Bernd Althusmann für die Konrad-Adenauer-Stiftung das Auslandsbüro für Namibia und Angola in Windhoek. Nun kehrt der ehemalige Lüneburger CDU-Landtagsabgeordnete und Ex-Kultusminister mit seiner Familie zum 1. Juni in seine Heimatstadt zurück.
Neuer Jobin Hamburg

Spekulationen, dass dieser Schritt mit der Landtagswahl Anfang 2018 im Zusammenhang steht, weist er einmal mehr zurück. Die niedersächsische CDU will zwar erst im Herbst ihren Spitzenkandidaten für die kommende Landtagswahl bekanntgeben, doch ein Name wird bereits seit Monaten heiß gehandelt: Dr. Bernd Althusmann. Der Ex-Politiker schweigt zu solchen „Gerüchten“ standhaft. Dabei hatte er, als er Ende 2013 nach Namibia ging, gegenüber der LZ erklärt: Er wolle alles dafür tun, dass die CDU im Jahr 2017 wieder eine „echte Regierungsoption“ bekomme – inzwischen wurde die Landtagswahl auf Anfang 2018 terminiert.

Aus familiären Gründen kehre er nun in seine Heimat Lüneburg zurück, betont Althusmann. Einen Job hat er in Hamburg gefunden. „Ich werde für eine bundesweit seit vielen Jahren erfolgreich tätige Personalberatungsgesellschaft arbeiten“, sagte er zur LZ und skizziert sein Aufgabengebiet: „Als Partner werde ich ein eigenes Geschäftsfeld im norddeutschen Raum verantworten. In unterschiedlichen Funktionen, zum Beispiel als Minister oder zuvor Staatssekretär, konnte ich umfangreiche Erfahrungen in sämtlichen Personalfragen sammeln. Es reizt mich, diese jetzt einzubringen und künftig in der freien Wirtschaft zu arbeiten.“

Die zweieinhalb Jahre in Windhoek bezeichnet der 49-Jährige als eine erfolgreiche, ereignisreiche und lehrreiche Zeit. „Meine Familie und ich kommen jetzt aus einer der spannendsten Regionen im südlichen Afrika zurück und freuen uns auf das schönste Land der Welt – unsere Heimat: Niedersachsen und Deutschland.“ Er kann sich „gut vorstellen, mich – neben meiner neuen beruflichen Tätigkeit – wieder engagiert in meine Partei CDU und in die Politik einzubringen“. Das habe er immer mit Leidenschaft getan. Wie er die Leidenschaft gestalten will, verrät er noch nicht. Und noch einmal: An Spekulationen über konkrete parteipolitische Ämter werde er sich nicht beteiligen – da spricht der Politiker.

Vita und Karriere

Dr. Bernd Althusmann, geboren am 3. Dezember 1966 in Oldenburg in Niedersachsen, hat sein Abitur an der Lüneburger Herderschule gemacht, ging anschließend zur Bundeswehr, der er bis 1994 angehörte. Er ist in zweiter Ehe verheiratet, wohnte mit seiner Familie zuletzt in Heiligenthal, ehe er 2013 nach Namibia ging. Er hat ein Pädagogik-Studium an der Uni der Bundeswehr und ein ergänzendes Studium Betriebswirtschaft absolviert, dann an der Uni Potsdam promoviert.

Seine politische Karriere begann 1990, als er in die CDU eintrat. Er war Mitglied im Rat der Stadt Lüneburg, im Kreistag und im Ortsrat Ochtmissen, bis 2010 auch Kreisvorsitzender der Christdemokraten. 1994 zog er in den Landtag ein, war von 2003 bis 2009 Parlamentarischer CDU-Geschäftsführer, dann erst Staatssekretär im Kultusministerium, ehe er 2010 Kultusminister wurde und dieses Amt bis zum Regierungswechsel in Hannover im Februar 2013 ausübte.

3 Kommentare

  1. So läuft das in der Politik. Nach Plagiatsvorwürfen seiner Doktorarbeit, wird er ein paar Jahre im Ausland „geparkt“ und kommt dann wie der Phönix aus der Asche zurück (s. Gutenberg). Die Bevölkerung vergisst sehr schnell … und freut sich dann über neue alte Köpfe in der CDU.

    • Die Arbeit war erbarmungswürdig schlecht, aber kein Plagiat:

      http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/uni-urteil-zu-minister-althusmann-glueck-gehabt-schluderdoktor-a-801093.html

      Zwar schrieb die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt, im Dezember 2011, für sie bleibe „ein mulmiges Gefühl zurück“, denn die Erklärung der Promotionskommission der Universität Potsdam lese sich „wie ein Freispruch zweiter Klasse“. „Ein Regierungsmitglied, das es nicht so genau nimmt mit den Qualitätsstandards wissenschaftlichen Arbeitens, ist und bleibt ein schlechtes Vorbild für die Gesellschaft und öffnet Vorurteilen gegen Wissenschaft und Politiker Tür und Tor“, schrieb Burchardt. (http://www.n-tv.de/politik/Althusmann-bleibt-Doktor-article4905656.html)

      Aber niedersächsischer Kultusminister will Bernd Althusmann ja – um Himmels willen – nicht wieder werden.

      Und Ministerpräsident – Gott sei Dank ! – auch nicht.

      Denn derartige Spekulationen weist Bernd Althusmann schließlich immer wieder entschieden zurück oder schweigt zu solchen „Gerüchten“ standhaft.

      Und: Es reizt ihn, künftig in der freien Wirtschaft zu arbeiten.

      Das ist doch ein Wort.