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Lüneburg mit seinen vielen Gassen kann verwirrend sein, vor allem für ausländische Gäste. Sophia fände es gut, wenn die Informationen auch auf Englisch angeboten werden.
Lüneburg mit seinen vielen Gassen kann verwirrend sein, vor allem für ausländische Gäste. Sophia fände es gut, wenn die Informationen auch auf Englisch angeboten werden.

Welcome to the Nordlichter: Metropolregion zeigt neues Projekt

us Lüneburg. Über mangelnde Touristen kann die hiesige Tourismusbranche nicht klagen. Seit Jahren gibt es bei Tagesbesuchern und Übernachtungen in Stadt und Region nur eine Richtung: nach oben. Genau das aber könnte über kurz oder lang zum Problem werden. Laut Metropolregion Hamburg ist ein weiteres Wachstum nur noch bei stärkerer Ausrichtung auf ausländische Gäste möglich. Ein neues Projekt soll Gastronomie und Hotellerie jetzt auf die neuen Herausforderungen vorbereiten.
„Der Markt für ausländische Gäste ist da, aber sie müssen sich hier auch angenommen fühlen“, sagt Harald Ottmar, Direktor des Amts für regionale Landesentwicklung Lüneburg und Leiter der Arbeitsgruppe Tourismus der Metropolregion Hamburg (MRH). Die stellte gestern ihr Projekt „Welcome to the Nordlichter“ vor, mit dem für mehr Qualität und Vielfalt für ausländische Gäste gesorgt werden soll.

„Gastfreundschaft spielt im Tourismus eine entscheidende Rolle. Die Art, wie wir unsere Besucher begrüßen und auf ihre Wünsche eingehen, prägt das Gesicht unserer Region und das Willkommensgefühl der Gäste“, erläuterte Projektleiterin Karoline Lenz, Chefin der Stadtmarketing Lübeck und Travemünde Marketing GmbH. Sie machte auch deutlich, dass Wachstum ohne ausländische Gäste kaum noch möglich sein wird: „Sie bieten die größten Wachstumspotenziale in einer Zeit, in der die Nachfrage der inländischen Gäste auf dem aktuell recht hohen Niveau stagnieren wird.“ So betrug die Zahl der Übernachtungen in der Metropolregion Hamburg im vergangenen Jahr knapp 36,1 Millionen, davon entfielen 4,7 Millionen Übernachtungen auf ausländische Gäste, ein Anteil von 13 Prozent am Gesamtvolumen oder 7 Prozent ohne Berücksichtigung der Hansestadt Hamburg. Die hohe Dynamik in diesem Bereich wird deutlich beim Blick auf die Zuwächse: Von 2009 bis 2015 stieg der Anteil ausländischer Übernachtungen um kräftige 76 Prozent.

Auch Stadt und Landkreis Lüneburg können von einer stärkeren Ausrichtung auf ausländische Gäste profitieren: Deren Anteil an den 610 970 Übernachtungen in 2015 betrug 57 166 und damit 9,4 Prozent. Um die Branche fit zu machen für die Wünsche ausländischer Gäste, „müssen wir aber wissen, was sie wollen und ihre Sprache sprechen“, sagte Lenz. Ein wichtiger Baustein des Projekts ist die geplante Erstellung eines Online- und Printtools „LOGBUCH.International“ als Handreichung für Tourismusbetriebe. Praxisnahe und anschauliche Länder- und Gästeprofile sollen dort die individuellen Wünsche verschiedener Nationalitäten verdeutlichen. „Es ist beispielsweise gut zu wissen, dass Niederländer Schokostreusel und Briten eine bestimmte Sorte Gebäck bevorzugen“, sagte Lenz. Dann fühlten sie sich hier auch willkommen. Damit sie sich auch in fremder Umgebung orientieren können, bedürfe es gut lesbarer Ausschilderungen, verständlicher Informationen in Bussen und Bahnen sowie mehrsprachiger Informationsangebote.

„Wir werden unsere Betriebe ansprechen“, sagte Martin Exner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg. Doch nicht nur Hotellerie und Gastronomie seien gefordert, auch Museen, Handel und Kommunen müssten sich den neuen Herausforderungen stellen. Das Projekt, an dem sich 27 regionale Partner, darunter auch der Landkreis Lüneburg und die Lüneburg Marketing GmbH, beteiligen, hat eine Laufzeit von drei Jahren und ist mit 850 000 Euro ausgestattet. Davon werden 78 Prozent durch die Förderfonds der ­Metropolregion Hamburg getragen. Die 27 Partner sind mit einem Eigenanteil von fast 200 000 Euro beteiligt.