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Heute noch Parkplatz, künftig eventuell überbaut mit einem neuen Bettentrakt für die Klinik Gut Wienebüttel. Die Stadt überarbeitet für dieses Projekt gerade den Bebauungsplan. Foto: ca
Heute noch Parkplatz, künftig eventuell überbaut mit einem neuen Bettentrakt für die Klinik Gut Wienebüttel. Die Stadt überarbeitet für dieses Projekt gerade den Bebauungsplan. Foto: ca

Klinik Wienebüttel soll wachsen

ca Lüneburg. Es sah nicht gut aus für die Klinik Gut Wienebüttel, sie war in eine Insolvenz geschlittert. Das ist Jahre her, und offenbar haben die neuen Betreiber mehr Erfolg: Sie planen im Bereich des Parkplatzes einen Neubau, laut Stadt ein Haus zur Unterbringung von Patienten und mit Therapieangeboten. Die Aufstellung eines sogenannten Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes läuft. Details der Bebauung seien noch zu klären. Anwohner wie Rolf Laue haben zwar nichts gegen die Erweiterung, aber sie möchten, dass Stadt und Betreiber daran denken, dass Wege eben auch für Menschen ausgelegt sein müssen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind.

Im Rathaus sagt Sprecherin Suzanne Moenck, dass sich im Februar und März Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange, also etwa Energieversorger und Umweltverbände, zu den Plänen äußern konnten. Diese Anregungen werten Fachleute im Bauamt nun aus, die Ergebnisse stellt die Verwaltung dann in einem der nächsten Bauausschüsse vor.

Und: „Diese Phase geht dann auch mit einem abschließenden Entwurf des Architekten für das Gebäude einher. Hierzu fanden und finden weiterhin Abstimmungen mit der Denkmalpflege zum Beispiel zu Fragen des Abstandes, der Geschossigkeit und der Fassadengestaltung statt, schließlich geht es um einen Neubau, der nahe einer denkmalgeschützten Gutsanlage errichtet werden soll.“ Trotz mehrerer Nachfragen war von der Klinik keine Stellungnahme zu dem Projekt zu erhalten.

Rolf Laue ist in einem Komplex mit rund 100 Wohnungen hinter der Klinik zu Hause. Wer von den Mietern möchte, kann im Alter auf die Hilfe eines Pflegedienstes zurückgreifen. Das mache etwa die Hälfte der Bewohner aus. Der 72-Jährige macht gemeinsam mit Anliegern darauf aufmerksam, dass Nachbarn, die auf Rollatoren und Rollstühle angewiesen sind, ein Problem haben, zur Bushaltestelle am Wienebütteler Weg, also der Straße Richtung Vögelsen, zu gelangen: „Wenn man den regulären Weg nimmt, muss man über Kopfsteinpflaster. Jetzt kann man ausweichen über den Parkplatz, aber der soll ja bebaut werden.“

Auch auf einen weiteren Punkt sollten die Planer achten: Das Leben in Wienebüttel sei zwar sehr idyllisch zwischen Kulturforum und Feldern und Wald – aber eben wegen der Kopfsteinwege eine Herausforderung. So zieht sich ein weiterer zum Brockwinkler Weg. Gehbehinderte könnten die Strecke kaum nutzen, zumal Seitenstreifen als Parkplätze fungieren.

Diese Probleme kennt auch Gabriela Schmidt. Die Geschäftsführerin des Pflegedienstes sagt: „Der Weg ist schlecht erschlossen. Wir hatten bereits Unfälle auf dem Kopfsteinpflaster.“ Es wäre sinnvoll, wenn daran bei Um- und Ausbauten gedacht würde.

Laue fordert darüber hinaus, dass bei den Planungen auch bedacht werden möge, ausreichend Parkplätze anzulegen. Er glaubt, dass die Kapazitäten einer Tiefgarage nicht ausreichen für Fahrzeuge von Mitarbeitern und Besuchern.21

Suzanne Moenck sagt dazu: „Es besteht nochmals die Möglichkeit, Wünsche einzubringen, auch die Anregung, die Wegegestaltung zur Bushaltestelle Am Wienebütteler Weg oder auch zum Brockwinkler Weg einzubeziehen und an die Bedürfnisse anzupassen.“ Wehrmutstropfen allerdings: „Zurzeit ist die Wegeverbindung nicht Bestandteil des Bebauungsplans.“