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Kunst mit der Kunst: Joshua Baumgart (16) hat eine Ausstellung in die Mauer gebaut – inklusive Skulpturen und Gemälde.
Kunst mit der Kunst: Joshua Baumgart (16) hat eine Ausstellung in die Mauer gebaut – inklusive Skulpturen und Gemälde.

Mauerwelten: bunte Lückenfüller für altes Bollwerk +++ mit Video

ahe Lüneburg. Lücken sind zum Füllen da. In einer Mauer sowieso. Doch nicht immer muss oder darf der Maurer ran, schon weil oft schlicht das Geld für den professionellen Handwerker fehlt. So wie im Fall der Mauer Beim Benedikt, die einst zur Kettenstrafanstalt gehörte und heute zum Areal des Herbergsvereins zählt. Auch sie weist viele Lücken auf, die jetzt gefüllt wurden. Nicht mit Ziegelsteinen und nicht auf Dauer, sondern mit Kunst — mit Mauerwelten.

Elisa Schuppert hat ein Boxstudio gebaut – in Miniaturformat. Darin messen sich zwei Männer im Ring beim Faustkampf, während ein Trainer in der Ecke sitzt und ein dritter Boxer am Sandsack trainiert. „Für die Ringecken habe ich Stecknadeln verwendet, der Ring selbst ist aus einem styroporähnlichen Material, außerdem habe ich Plastiziermasse verwendet“, erzählt die 16-Jährige. Die Figuren stammen aus dem Modellbau. Alles in allem habe sie etwa drei Doppelstunden an ihrem Boxstudio gebaut. Jetzt fügt es sich ein in eine der vielen Mauerlücken vor der Herberge Beim Benedikt.

Mauerwelten heißt das Projekt, das Claudia Zimmermann, Künstlerin und Kunstpädagogin, mit einer 10. Klasse der Rudolf Steiner Schule Lüneburg umsetzt. Die Idee basiere auf dem Buch „Kleine Leute in der großen Stadt“, das Miniatur-Figuren in Alltagssituationen zeigt – mit ungewohnter Per­spektive. „Ich war schon lange auf der Suche nach einem passenden Ort, um das mit Schülern umzusetzen. Dann bin ich durch einen LZ-Artikel auf die Mauer gestoßen.“ Sie hat Fotos der Lücken gemacht, anhand derer ihre Schüler im Unterricht im Fach „Plastisches Gestalten“ Kunstwerke schufen. Welche kleine Welt die Schüler bauten, blieb ihnen überlassen. Elisa kam auf das Boxstudio, „weil ich selbst mal geboxt habe“… (den ausführlichen Artikel sen Sie in der heutigen Printausgabe der LZ)