Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Neue Entwicklungen in der Pleite: Während das Lüneburger Werk Geschichte ist, geht es Schwesternwerk im ostfriesischen Riepe weiter. Foto: A/t&w
Neue Entwicklungen in der Pleite: Während das Lüneburger Werk Geschichte ist, geht es Schwesternwerk im ostfriesischen Riepe weiter. Foto: A/t&w

Pickenpack: Lüneburg stirbt, Riepe überlebt

ca Lüneburg. An der Lüner Rennbahn läutet die Totenglocke für den Tiefkühlfischproduzenten Pickenpack, im Schwesterwerk im ostfriesischen Riepe hingegen läuft der Betrieb weiter. Gestern wurde bekannt, dass die US-amerikanische Firma Trident Seafoods den Standort Riepe und die Pickenpack-Vertriebs-Gesellschaft übernimmt. Trident-Chef Joe Bundrant erklärt: „Das erworbene Unternehmen ist seit langem ein wichtiger Abnehmer und Vertreiber von einmal gefrorenem Alaska-Seelachs und passt damit sehr gut zu uns. Trident kann zu einem Zeitpunkt die volle Kontrolle über die Lieferkette bieten, wo Transparenz immer wichtiger wird.“
Trident gehört zu den größten fischverarbeitenden Betrieben in den USA mit Sitz in Seattle. Laut Internet-Lexikon Wikipedia ist der Konzern in den vergangenen Jahrzehnten durch Zukäufe und Kooperationen gewachsen. Bundrant sagt, der vor Alaska gefangene Seelachs sei besonders geeignet für Produkte wie das Schlemmerfilet oder Fischstäbchen, eben das Angebot von Pickenpack.

Wie berichtet, hatte Pickenpack im Dezember für mehrere Gesellschaften Insolvenz angemeldet. Betroffen waren beide Werke. Zunächst hatte Verwalter Friedrich von Kaltenborn-Stachau verkündet, dass er glaube, dass die Pleite ohne Entlassungen abgehen würde. Ende März wurde dann doch das Aus für Lüneburg mit mehr als 400 Arbeitsplätzen für Ende Juni verkündet.

NGG-Sekretärin Silke Kettner sagt, es gehe nun darum, für die Lüneburger Beschäftigten einen Interessenausgleich und Sozialplan auszuhandeln. In der Belegschaft wird gemunkelt, dass Maschinen aus Lüneburg nach Riepe gehen könnten. Dazu erklärt die Gewerkschafterin: „Ich kenne die Pläne nicht, aber der Insolvenz­verwalter wird verkaufen, was er kann. Vielleicht auch nach Riepe.“

In der Branche ist man nicht traurig über das Ende in Lüneburg. In der Fachpresse war zu lesen, dass so Kapazitäten von mehr als 60 000 Tonnen Fisch pro Jahr von einem übervollen Markt genommen werden. Mancher wundert sich zudem, dass Riepe weiterbesteht. Denn anders als in Lüneburg könne ein Werk dort kaum wachsen, Verwaltung und Verkauf seien dort nicht angesiedelt. Und ob die Produktion tatsächlich so viel moderner ist als an der Lüner Rennbahn, halten Kenner der Lebensmittelbranche für fraglich.

2 Kommentare

  1. Mal ganz ehrlich, Riepe wird auch untergehen, denn Pickenpack hat für Riepe mitproduziert. Das erzählt hier keiner. Warum nicht? Und das jetzt 400 Mitarbeiter von Pickenpack arbeitslos werden, ist auch egal? Obwohl unsere Kunden uns zugesichert haben das sie von uns beliefert werden wollen, also keine Überproduktion bitte schön. Deswegen können die Mitarbeiter nicht verstehen wieso das Ding an die Wand gefahren wurde. Was steckt wirklich dahinter? Fragen über Fragen…..

    • Michael Heuter

      Man wusste bei Pickenpack Lüneburg schon seit geraumer Zeit , dass die Produktionsmaschinen überaltert waren, und wollte auch erneuern, aber durch das Miss Mangement fehlte das Kapital , nur Verluste über Jahre hinweg, ergo hat Pickenpack schon seit Jahren ohne die Subventionen von seinem Ehemaligen “ Mutterunternehmen “ Pacifik Andes schon vor Jahren zum Amtsgericht gehen müssen um Insolvenzantrag zu stellen. Unter dem Familienunternehmen Jan und Thies Pickenpack, und auch noch nach dem Verkauf der Familie an die Gilde ( Rabobank ) war Pickenpack noch eine “ Gelddruckmaschine “ aber nur weil zur der Zeit noch die “ Alten “ Führungskräfte ob Finanzen,Einkauf, oder Vertrieb beschäftigt waren , und nach guter Hanseatischer Pickenpack Geschichte , den Fisch wie die “ Muttermilch “ in ihren Adern hatten, dass Schlimmste was Pickenpack
      passieren konnte war die neue Besetzung Geschäftsleitung, Vertriebsleitung, und der Einkauf,
      hier wurde durch nicht fähige Federführende Leute, dass Unternehmen herunter gewirtschaftet
      die Stimmung seit Jahren , da Motivaion ein Fremdwort der Federführenden Leute bei Pickenpack war, kann nicht verwundern , dass Mitarbeiter nachher aus “ Frust “ nur noch Dienst nach Vorgabe
      absolvierten, man wusste unter den Insidern ob bei Pickenpack im Hause oder in der Industrie das man mit dieser Geschäftsführung etc. gegen die Wand fahren würde nur das Wann ? War noch nicht Klar, erst als die Ehemaligen Käufer von Pickenpack , Pacifik Andes Probleme bekam , flossen
      keine Gelder, bzw. Subventionen nach Lüneburg, um die Verluste in Grenzen zu halten.