Aktuell
Home | Lokales | Amelinghausen | Amelinghausen: neue Verwaltungschefin aus Reppenstedt?
„Besonders in der Kommunalpolitik geht es darum, die Wünsche der Bürger umzusetzen“, sagt die Reppenstedterin Claudia Kalisch. Foto: t&w
„Besonders in der Kommunalpolitik geht es darum, die Wünsche der Bürger umzusetzen“, sagt die Reppenstedterin Claudia Kalisch. Foto: t&w

Amelinghausen: neue Verwaltungschefin aus Reppenstedt?

dth Amelinghausen. Die grüne Ratsfrau aus Gellersen will Amelinghausener Verwaltungschefin werden: Die Reppenstedterin Claudia Kalisch (43) bestätigte auf LZ-Nachfrage ihre Ambitionen. Sie tritt somit bei der Wahl zum Samtgemeindebürgermeister am 11. September gegen den Christdemokraten Dominik Wehling (44) aus Tellmer an. Kalisch präsentiert sich als Einzelkandidatin ohne Parteibindung und weiß somit eine breite Riege aus Unterstützern hinter sich. Neben Grünen und Sozialdemokraten spricht sich auch die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) für die Diplom-Umweltwissenschaftlerin und Wirtschaftsmanagerin aus. Ein Affront gegen Wehling, denn die UWG bildet derzeit mit dessen CDU-Fraktion eine Gruppe im Amelinghausener Samtgemeinderat.
Wie berichtet, hatte Amtsinhaber Helmut Völker (parteilos) im vergangenen Herbst seinen vorzeitigen Rücktritt als Samtgemeindebürgermeister für Ende Oktober 2016 angekündigt. Zur Kandidatur von Kalisch sagt er: „Ich muss mich neutral verhalten. Ich freue mich darüber, dass es zwei Kandidaten gibt und die Bürger eine Auswahl haben.“

Kalisch bekundet im LZ-Gespräch nicht nur Respekt vor dem Amt, sondern auch „Hochachtung“ vor dem Amtsinhaber. „Herr Völker hinterlässt ein Lebenswerk, er lebt dieses Amt.“ Sollten die Bürger sie wählen, wolle sie das Amt in seinem Sinne fortführen. Aber: „Seine Fußstapfen sind zu groß. Ich werde meinen eigenen Weg gehen.“ Und: „Ich bin nicht auf Jobsuche. Ich will das machen!“ Sie freut sich über die „bunte Unterstützung“ ihrer Kandidatur und macht mit Blick auf ihre bisherige Ratstätigkeit in Gellersen klar: „Ich habe auch Positionen der CDU mitgetragen. Bei der Kommunalpolitik geht es um die Sache. Deshalb finde ich auch das Amt des Samtgemeindebürgermeisters so reizvoll.“

Gereizt ist die Amelinghausener CDU: Ob die CDU/UWG-Gruppe nun bestehen bleibt, vermag Felix Petersen, Mitglied im Samtgemeinderat und CDU-Ortsverbands-Chef, noch nicht zu sagen. „Inhaltlich liegen wir immer noch nah beieinander.“ Zur Kandidatenfrage sagt er: „Aus demokratischen Aspekten ist eine weitere Kandidatur positiv. Was uns aber irritiert, ist, dass sie eine Kandidatin von außen nehmen, die über keine Verwaltungserfahrung verfügt und Amelinghausen maximal aus der Zeitung kennt. Bei einer verkürzten, fünfjährigen Amtszeit wird sie einen Großteil damit verbringen sich einzuarbeiten. Das bringt uns nicht voran.“ Wehling sagt: „Ich habe die Erfahrung und die Sicht von innen.“

„Wir haben nichts gegen Herrn Wehling, wir haben auch noch eine Gruppe“, sagt Jürgen Rund, UWG-Samtgemeinderatsmitglied und Gemeindebürgermeister von Oldendorf/Luhe. „Aber wir wollten einen neutralen Kandidaten haben, der von außen kommt.“ Insofern habe die UWG Claudia Kalisch die Unterstützung zugesagt, so Rund.

Ursprünglich wollten die Grünen mit der SPD bereits im Februar einen überparteilichen Kandidaten präsentieren. Der Abstimmungsbedarf hinter den Kulissen war offenbar aufwendiger. Eckhard Winkelmann, Vorsitzender des Grünen-Ortsverbands, sagt: „Von unserer Seite ist die Kandidatensuche jetzt beendet, und wir sind über das Ergebnis sehr froh. Die Verwaltung ist zwar noch Neuland für Claudia Kalisch, aber ich gehe davon aus, dass das Rathaus-Team sie nach Kräften unterstützen wird. Sie ist sehr dynamisch und wird ihren eigenen Stil finden.“ Winkelmann betont, dass es keine Wahlplakate von Kalisch mit einem Grünen-Parteilogo geben wird, „aber natürlich werden wir sie unterstützen“.

Auch Sozialdemokrat Holger Prange sagt: „Der Vorstand des SPD-Ortsvereins wird der Mitgliederversammlung am 29. April empfehlen, Frau Kalisch zu unterstützen.“ Aus ihrer beruflichen Tätigkeit bringe sie unter anderem nützliche betriebswirtschaftliche Kenntnisse und eine hohe Sozialkompetenz mit. Prange: „Wir sind überzeugt, dass sie die richtige Option ist.“

Gisela Plaschka (FDP) sagt: „Bei der FDP oder mir hat sich die Dame noch nicht gemeldet. Weil ich nichts von ihr weiß, kann ich sie auch nicht unterstützen. Eigentlich hatte ich gehofft, dass sich noch ein Kandidat aus dem Rathaus meldet.“

Kalisch will Amelinghausen in den nächsten Monaten näher erkunden. Dazu gehören auch Heideblüten- und Schützenfeste. Als gebürtige Bonnerin und „rheinische Frohnatur“ könne sie feiern und als ehemalige Leistungssportlerin im Judo liege ihr auch das Kämpfen, „bis zum Schluss“.