Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Auch Andrea Schröder-Ehlers (SPD) stand den Fragen von Moderator Mats Materne (links) Rede und Antwort. Foto: t&w
Auch Andrea Schröder-Ehlers (SPD) stand den Fragen von Moderator Mats Materne (links) Rede und Antwort. Foto: t&w

Kommunalwahl 2016: Politikern auf den Zahn gefühlt

us Lüneburg. „Die Politiker sollten sich mehr um uns kümmern“, lautete die Zwischenbilanz, die Mats Materne nach der ersten Runde zog. Er war einer der beiden Moderatoren, die gestern in der Wilhelm-Raabe-Schule Mitglieder und Politiker hiesiger Parteien bei einer Podiumsdiskussion auf den Zahn fühlten. Sie war Teil eines Unesco-Projekttags der zehnten Klassen des Gymnasiums, das Thema lautete: „Sieh hin misch dich ein!“ Im Zentrum stand dabei die kommende Kommunalwahl am 11. September.

Und es wurde eine spannende Auseinandersetzung mit der Lüneburger Politik. Bildung, Jugend, Verkehr, Flüchtlinge, Wirtschaft das Themenspektrum war breit, zu dem die fünf Politik-Gäste befragt wurden, die auf Einladung der Unesco-AG der Raabe-Schule in die Aula des Gymnasiums gekommen waren. Mit dabei waren Steffen Gärtner (CDU), Léonard Hyfing (FDP), Torben Peters (Linke), Tassilo Schmidt (Grüne) und Andrea Schröder-Ehlers (SPD).

Nach kurzer Einführung in den Aufbau kommunalpolitischer Strukturen nahmen Moderator Mats und Co-Moderatorin Reyhan Faber die Diskussionsteilnehmer in die Zange. „Warum haben Sie gegen den Bildungsfonds gestimmt?“, wollte der Zehntklässler von den Vertretern von CDU, FDP und Links-Partei wissen. Und als er nachlegte und fragte: „Halten Sie es nicht für wichtig, Geld für Schüler auszugeben?“, hatte er sofort die ganze Aufmerksamkeit des Saals gefunden. Doch den Angesprochenen gelang es, ihre Gründe darzulegen und deutlich zu machen, dass es nicht um das Ob, sondern um das Wie gehe natürlich jeweils aus ganz eigener parteipolitischer Sicht.

Mit viel Beifall bedacht wurden die Diskussionsrunden immer dann, wenn es um die konkreten Belange der Schüler selbst ging. Etwa bei der Frage, warum es an der Raabe-Schule kein WLAN gebe wie an anderen Schulen. Oder weshalb es so viel Geld fürs neue Audimax, nicht aber für mehr Freizeit-Angebote in der Stadt gebe. Auch wurde nachgehakt, warum es nicht möglich sein sollte, das Fahrradverleihsystem „StadtRad“ auch auf Schulen auszudehnen.

„Es war gut zu sehen, wo die Parteien ihre Schwerpunkte setzen. Vor allem bei den Themen, die uns betreffen“, sagte Luisa Stark, eine der rund 80 Zehntklässler, die an dem Projekttag teilnahmen. Sie findet solche Veranstaltungen vor den Wahlen „gut, aber es wäre auch nicht schlecht, wenn man die Politiker auch mal zwischendurch hier hätte. Dann lässt sich feststellen, wie glaubwürdig ihre Argumente wirklich sind.“

Das sieht auch ihre Klassenkameradin Carina Winkler so: „Vor den Wahlen wird ja immer viel versprochen.“ Kommunalpolitik sei dennoch „sehr interessant“, die Veranstaltung fand sie ebenso wie ihre Mitschülerin Kim Neilmann gelungen und wichtig: „Denn es sind ja meistens Themen, die uns ganz konkret angehen.“

Der Anstoß, sich in der Unesco-AG mit dem Thema Kommunalpolitik zu beschäftigen, kam allerdings von den elften und zwölften Klassen der Schule. „Sie haben immer mal wieder beklagt, dass sie in dem Alter zwar wählen dürfen, aber über Strukturen und Inhalte zu wenig Informationen haben“, sagt Philipp Meyn, der als Politik-Lehrer die AG leitet. Denn das Thema Kommunalpolitik werde bereits in der achten Klasse behandelt, danach aber nicht mehr. „Die Kluft ist einfach zu groß.“

Wählen durften die rund 80 Teilnehmer des Projekttags dann auch noch. Nach einer anschließenden „Expertenbefragung“ mit den Politikern in Kleingruppen wurde der Unesco-Tag mit der „Raabe-Wahl“ abgeschlossen. Luisa, Kim und Carina waren sich aber bereits nach der Diskussionsrunde „schon ziemlich sicher“, wen sie wählen würden: „Natürlich die Partei, die unsere Interessen am besten vertritt.a

2 Kommentare

  1. Politikern auf den Zahn gefühlt
    lol
    da müssen andere kaliber ran. mir würde es spaß machen, mich fragt aber keiner. nicht mal die anderen parteien. warum wohl? könnte der schuss nach hinten losgehen? ja!

  2. Nur zur Richtigstellung: es war ein Projekttag der ganzen Wilhelm-Raabe-Schule, von Kl. 5 bis Kl. 11, und es waren insgesamt an die 700 Schüler beteiligt, die sich in ungefähr 30 Projekten über ihre Möglichkeiten informierten, wie sie selbst an der „Weltverbesserung“ mitwirken können (Motto: „Schau hin! Misch dich ein!“)