Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Yvonne Kühne, Vorsitzende des Kita-Stadtelternrates Lüneburg, hofft mit den meisten anderen Lüneburger Eltern von Kita-Kindern, dass die Einrichtungen nicht dauerhaft bestreikt werden. Foto: t&w
Yvonne Kühne, Vorsitzende des Kita-Stadtelternrates Lüneburg, hofft mit den meisten anderen Lüneburger Eltern von Kita-Kindern, dass die Einrichtungen nicht dauerhaft bestreikt werden. Foto: t&w

Warnstreik: Sorge vor erneutem Langzeitarbeitskampf

as Lüneburg. Eltern von Kita-Kindern sind in Sorge: Acht von 14 städtischen Kindertagesstätten sind morgen, 27. April, vom bundesweiten Warnstreik betroffen, zu dem die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen aufgerufen haben. Yvonne Kühne, Vorsitzende des Kita-Stadtelternrates in Lüneburg, sagt: „Es geht die Angst um, dass es wieder zu einer Situation wie im vergangenen Jahr kommt und ver.di die Kitas bis zu den Sommerferien bestreikt.“ Dankbar seien die Eltern der Stadt, die erneut eine Notbetreuung einrichtet.

Mit dem Streik will ver.di Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Für die rund 2,14 Millionen Beschäftigten werden sechs Prozent mehr Gehalt gefordert sowie eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro pro Monat. Zugleich lehnt die Gewerkschaft eine Anhebung der Beiträge der Arbeitnehmer bei der betrieblichen Altersversorgung ab (LZ berichtete). Das bisherige Angebot der Arbeitgeber sei „eine Provokation“.

Yvonne Kühne sagt, die Eltern hätten zwar Verständnis, dass ver.di im Tarifkonflikt zu Streiks aufgerufen habe, „aber es könnten doch auch andere kommunale Einrichtungen bestreikt werden. Warum wird das wieder auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen?“ Wenn nur morgen die Kitas bestreikt würden, wäre das noch hinnehmbar. Aber viele Eltern würden noch mit Entsetzen an das vergangene Jahr denken, als es in Kitas über Monate keinen Normalbetrieb gab. Damals ging es um die höhere Eingruppierung der Beschäftigten aus dem Sozial- und Erziehungsdienst. Yvonne Kühne und andere Vorstandsmitglieder sehen ein weiteres Problem: Diesmal machen bei dem Warnstreik nicht nur Erzieher mit, sondern auch Hauswirtschafts- und Reinigungskräfte in den Einrichtungen. „Somit ist die Verpflegung nicht garantiert.“

Matthias Hoffmann, Bezirksgeschäftsführer von ver.di Lüneburger Heide, betont: „ver.di hat nicht explizit zu einem Kita-Streik aufgerufen.“ Der Aufruf sei an alle Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes in kommunalen Betrieben und Einrichtungen gegangen. Der überwiegende Teil der Streikenden komme aus Stadtverwaltungen, von Betriebshöfen, Abfallentsorgungsunternehmen, den Sparkassen, Straßenmeistereien und Kliniken. Seitens der Stadt hieß es gestern: „In den übrigen Bereichen der Verwaltung und der Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH sind nach derzeitiger Kenntnis keine größeren Einschränkungen zu erwarten.“

Mit mindestens 800 Teilnehmern rechnet ver.di bei der Demo am Mittwoch, zu der auch Beschäftigte aus anderen Städten und Kreisen erwartet werden. Ab 10.30 Uhr findet eine Kundgebung auf dem Lambertiplatz statt. Auf die Frage, ob Kitas weiter von Streiks betroffen sein könnten, sagt Hoffmann: Der Sozial- und Erziehungsdienst stehe nicht im Mittelpunkt der Tarifverhandlungen. Ob es zu weiteren Warnstreiks oder unbefristeten Arbeitskämpfen in Betrieben oder Behörden komme, hänge von den Ergebnissen der nächsten Verhandlungsrunde ab.

Die Auswirkungen im Einzelnen

Von den 13 städtischen Einrichtungen haben am Mittwoch regulär geöffnet:

  • Kita Marienplatz
  • Kita Heidkamp
  • Kita Ochtmissen
  • Kita Dahlenburger
  • Landstraße Hort 10-14

In folgenden Einrichtungen findet eine Notbetreuung statt:

  • Kita Kaltenmoor
  • Kita Schützenstraße
  • Kita Kreideberg
  • Kita Stadtmitte
  • Kita Oedeme
  • Kita Häcklingen
  • Hort Hermann Löns

Die Notbetreuung umfasst nur den Zeitraum von 8 bis 16 Uhr. Sonderdienste können nur angeboten werden, wenn dies die personelle Ausstattung zulässt. Listen dazu lagen aus.

Geschlossen bleiben: Kita Klinikum und Hort Kaltenmoor