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Die alte Villa Kunterbunt, sie hieß so wegen Kreidezeichnungen am Haus, ist verschwunden, sie stand nicht unter Denkmalschutz. Gegenüber dem ehemaligen Nordlandhallen-Areal entsteht ein Komplex mit 13 Eigentumswohnungen. Foto: boldt
Die alte Villa Kunterbunt, sie hieß so wegen Kreidezeichnungen am Haus, ist verschwunden, sie stand nicht unter Denkmalschutz. Gegenüber dem ehemaligen Nordlandhallen-Areal entsteht ein Komplex mit 13 Eigentumswohnungen. Foto: boldt

Villa Kunterbunt weicht Eigentumswohnungen

ca Lüneburg. Die alte Villa Kunterbunt an der Friedenstraße in Lüneburg ist gefallen, nun soll direkt neben der Kirche an der Ilmenau ein Neubaukomplex entstehen. Das Immobilienbüro, das die Anlage errichten lässt, nennt das Projekt „Stadthöfe“. Im Internet ist nachzulesen, dass 13 Eigentumswohnungen entstehen, die größte mit rund 190 Quadratmetern Wohnfläche. Es ist das zweite Vorhaben für edles Wohnen im Karree, das nahe der Ilmenau umgesetzt wird. Gegenüber ist die Nordland­halle in ein Haus mit großzügigen Wohnungen umgewandelt worden.

Stadtchronist Hans-Joachim Boldt hat den Abriss der ehemaligen „Ewerrien-Villa“ mit der Kamera dokumentiert. Er berichtet, dass der „Kunst- und Handelsgärtner“ Otto Ewerrien das Backstein-Gebäude 1894 an der Friedenstraße 10 errichten ließ: „Bis in die 1930er-Jahre betrieb er neben dem Gartenbau eine Samen-und Pflanzenhandlung. Zu seinen Spezialitäten gehörte auch die Anfertigung von Trauerkränzen, Palmen- und Blumenarrangements, Dekorationen, blühenden Topfpflanzen und Araucarien, also Zimmertannen.“

Bekanntlich hatten Anwohner zunächst beklagt, dass durch den Komplex ein Teil des alten Gartens verschwinde. Am Ende war der Bauausschuss des Rates überzeugt, dass eine Streuobstwiese und auch eine Rotbuche erhalten bleiben.

2 Kommentare

  1. Tatsächlicher Journalismus würde sich wohl eher damit beschäftigen, warum das abgerissene Gebäude über die Jahre offensichtlich nie renoviert oder saniert wurde? Wieso hat sich der Eigentümer nicht um dieses gekümmert bzw. sich scheinbar nicht dazu verpflichtet gefühlt? So kann es doch erst überhaupt zu einem solchen Abriss kommen.

    Ich möchte damit erstmal überhaupt nicht das Neubauprojekt in Frage stellen, weder auf sozialer, ökonomischer oder ästhetischer Ebene; ansonsten ist die Stadt ja übrigens auch immer sehr daran interessiert, wie es im Stadtkern aussieht… ein Schmier-Graffiti und schon darf der Hausbesitzer die Entfernung zahlen. Aber wie erwähnt, das ist ein ganz anderes Kapitel.

    Aber das scheinbare Desinteresse der Besitzer bezüglich eines Viertels, also das „Runterwirtschaften“ von Immobilienaltbestand, um dann einfach verkaufen zu können, ist ein weitreichendes Problem, welches nun auch in Lüneburg ob der Maße dieser Prozesse angekommen ist… und zum Problem wird. Städte ändern sich und sollen sie auch. Aber die Frage ist immer wie, warum und wer profitiert.

    Nochmal am Ende: Es geht mir weder um eine Dämonisierung von Neubauprojekten (über Ästhetik lässt sich immer streiten), noch um die kommenden Mieter bzw. Käufer dieser Immobilien. Es sollte doch früher angesetzt werden, also bei den zumeist „verwahrlosten“ (Vor-)Besitzern.

    • Danke! Ich kenne das Haus – dort wohnte vor langer Zeit eine Freundin von mir… es war ganz einfach ein schönes Haus, welches sicherlich in den letzten Jahren aus der Zeit gefallen ist… in der Friedenstrasse, generell in Lüneburg, ist vieles vernichtet worden – zur Not wurde gezündelt (wenn es nicht anders ging)!