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Olaf Jansen beim Renntraining auf Phillip Island. Der 46-Jährige ist begeisterter Motorradfahrer und sucht sich entsprechende Urlaubsorte aus, wo er auf einer Rennstrecke gefahrlos, ohne andere zu gefährden, Gas geben kann. Foto: nh
Olaf Jansen beim Renntraining auf Phillip Island. Der 46-Jährige ist begeisterter Motorradfahrer und sucht sich entsprechende Urlaubsorte aus, wo er auf einer Rennstrecke gefahrlos, ohne andere zu gefährden, Gas geben kann. Foto: nh

Urlaub auf Rennstrecke

kre Lüneburg. Was macht die Faszination des Motorradfahrens aus? Olaf Jansen schaut etwas irritiert. Diese Frage einem passionierten Biker zu stellen, ist ungefähr so, als würde man einen Fußballer fragen, warum er das Toreschießen so liebt. Der 46-Jährige braucht also einen Moment, bevor er antwortet: „Das Gefühl von Freiheit auf zwei Rädern, das ist schon etwas Besonderes.“

Doch Jansen ist nicht nur Vielfahrer im normalen Straßenverkehr, er fährt vor allem auch leidenschaftlich gern auf Rennstrecken, auf denen sonst die Großen des Motorsports um Punkte und Titel kämpfen. Sei es auf dem Nürburgring — der legendären „grünen Hölle“ –, in Oschersleben oder auf der Isle of Man. „Einen perfekten Motorrad-Urlaub verbinde ich mit dem Besuch einer Rennstrecke“, verrät der Lüneburger. So wie jetzt während seines Aus­tralien-Urlaubs: Dort erkundete Jansen nicht nur das Land, sondern absolvierte auch ein Renntraining auf dem „Phillip Island Circuit“ — dem Grand-Prix-Kurs, auf dem auch die Superbike-WM und die MotoGP zu Hause sind.

„Das war ein unglaubliches Erlebnis“, sagt der 46-Jährige rückblickend, der an ungewöhnlichen Aktionen grundsätzlich Gefallen findet. Vorausgesetzt, sie haben etwas mit Motorrädern zu tun. Unter anderem hat der Ingenieur mit einem 11 PS-starken Dreirad die Anden bezwungen. 3000 Kilometer hat er bei der sogenannten „Mototaxi Junket“ über die gefährlichsten Passstraßen der Welt und durch den Dschungel des Amazonas-Quellgebietes zurückgelegt, um Spenden für eine internationale Kinderhilfsorganisation zu sammeln.

Eine andere recht ungewöhnliche Tour: Mit seiner 193 PS starken BMW in nur zweieinhalb Wochen um die Ostsee. Litauen, Lettland, Estland und Finnland… Olaf Jansen hat diese Länder bereist. „Hat Spaß gemacht“, sagt der leidenschaftliche Biker, der seine Zweirad-Erfahrungen auch als Macher und Moderator der Radiosendung „rastenschleifer“ an die Hörer von Radio ZuSa weitergibt.

Doch als etwas ganz Besonderes empfindet er nach wie vor das Renntraining auf Phillip Island. Was dem Lüneburger zupass kam: „Ich konnte mir eine BMW S1000RR für die Turns mieten, die gleiche Maschine also, die ich auch zu Hause fahre.“ Umgewöhnen musste sich der 46-Jährige also nicht. „Mit dem Handling des Motorrades hatte ich keine Schwierigkeiten, an die Strecke allerdings musste ich mich erst erst einmal herantasten. Da gibt es nämlich einige knifflige Kurven.“ Auch wenn Olaf Jansen auf der Strecke schon das „Rennfieber“ packte, er die Runde „deutlich unter zwei Minuten blieb“ und Spitzengeschwindigkeiten jenseits der 290 km/h fuhr. „Das Wichtigste für mich war, nicht zu stürzen!“ Am Ende konnte Jansen die BMW unbeschädigt abstellen — und die restlichen zwei Wochen Urlaub mit seiner Freundin in Australien ungestört genießen.

Die nächste große Tour hat Olaf Jansen bereits fest im Visier: „Nächstes Jahr wollen meine Freundin und ich mit unseren Motorrädern durch die Pyrenäen.“ Gas geben auf der Rennstrecke, aber ruhig und besonnen fahren im Straßenverkehr. Das ist die Maxime von Olaf Jansen. Und damit ist er bisher unfallfrei und gut gefahren. Und er hofft, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Zur Person

6706286Olaf Jansen ist 46 Jahre alt, Diplomingenieur für Tief- und Straßenbau und lebt mit seiner Freundin in Lüneburg. Seit zehn Jahren moderiert er auf Radio ZuSa das Motorradmagazin „rastenschleifer“, das alle 14 Tage mittwochs ab 19 Uhr Themen rund um das Motorrad aufgreift. Jansen selbst besitzt drei Maschinen, eine davon mit Beiwagen.

Top 10 der Risiken

Welches sind die größten Risiken beim Motorradfahren? Das wollte eine Direktversicherung in einer Online-Umfrage wissen, an der 1000 Biker teilgenommen haben. Das Ergebnis:

  • Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer (73 Prozent)
  • Schlechte Straßenverhältnisse, wie unebener Straßenbelag, schmale Straßen (63 Prozent)
  • Schlechte Sichtverhältnisse, wie uneinsehbare Kreuzungen, kurvenreiche Straßen (61 Prozent)
  • Wildtiere (57 Prozent)
  • Sichtbehinderung durch verschmutztes, beschlagenes oder nasses Visier (55 Prozent)
  • Eigene Fahrfehler, wie zu geringer Abstand, Nebeneinanderfahren (51 Prozent)
  • Autos (42 Prozent)
  • Landwirtschaftliche Fahrzeuge wie Traktoren (42 Prozent)
  • Größere Fahrzeuge wie Lkw (40 Prozent)
  • Verrutschtes Gepäck (39 Prozent)