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So könnte der Neubau eines zentralen Bauhofs für den Betrieb Straßenbau und -unterhaltung in Scharnebeck aussehen. Grafik: architekturbüro horn
So könnte der Neubau eines zentralen Bauhofs für den Betrieb Straßenbau und -unterhaltung in Scharnebeck aussehen. Grafik: architekturbüro horn

Betriebs- und Straßenbauausschuss entscheidet über neuen Betriebshof

pet Scharnebeck. Als die Entscheidung über einen möglichen neuen Standort für den Betriebshof des Landkreises Lüneburg Anfang April auf der Tagesordnung des Betriebs- und Straßenbauausschusses des Kreistags stand, mochten sich die Ausschussmitglieder noch nicht festlegen. Drei weitere Wochen hatten die Fraktionen jetzt Zeit, über das millionenschwere Thema zu diskutieren. In der nächsten Ausschusssitzung am Montag, 2. Mai, 16 Uhr (Betriebshof Straßenbau und -unterhaltung, Heidbergstraße 2, Embsen), steht das Thema erneut zur Entscheidung an.

Embsen und Breetze sind seit vielen Jahren die beiden Standorte, von denen aus der landkreiseigene Betrieb Straßenbau und -unterhaltung (SBU) die knapp 400 Kilometer Landkreisstraßen, 180 Kilometer Fahrradwege und fast 60 Brücken instand und im Winter so gut wie möglich eisfrei hält. Gebäude und Anlagen an beiden Standorten sind in die Jahre gekommen, seit Anfang 2015 wird im SBU-Ausschuss über die Standortfrage diskutiert.

Neben den Planungen für einen zentralen Betriebshof für den gesamten Landkreis wurde die Betriebsleitung des SBU vom Ausschuss auch beauftragt, andere Varianten, unter anderem den Ausbau des vorhandenen Betriebshofs in Breetze, untersuchen zu lassen.

Ein Architektenbüro prüfte etwa, ob und wie ein Um- oder Neubau des Betriebshofs in Breetze oder an einem Standort in der Stadt Bleckede sinnvoll ist. Eine betriebsinterne Arbeitsgruppe des SBU beschäftigte sich außerdem mit Standorten für einen zentralen Betriebshof, etwa am GfA-Gelände in Bardowick oder im Lüneburger Hafen. Vor allem Kostengründe führten aber zum Vorschlag der Verwaltung, die Standorte in Embsen und Breetze aufzugeben und einen Betriebshof in Scharnebeck zu errichten.

Ein Beratungsunternehmen wurde mit einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung beauftragt. Auch diese Untersuchung ergab Vorteile für einen künftigen zentralen Betriebshof — an einem Standort in Scharnebeck. 5,4 Millionen Euro an Investitionen wurden für diese Variante errechnet — gegenüber 6,7 Millionen Euro für die Beibehaltung von zwei Standorten mit Neu- und Umbauten.

Bei den Instandhaltungskosten wurde ein Vorteil von 6000 Euro im Jahr, oder 180000 Euro in 30 Jahren, errechnet. Bei den Betriebskosten lag die Ein-Standort-Lösung mit einer Einsparung von knapp 16000 Euro pro Jahr vorn. Für vertretbar halten die Berater auch die für den Winterdienst (12 Prozent mehr) und den Straßenbetriebsdienst (fünf Prozent) zusätzlich zu fahrenden Strecken. Fazit: die zentrale Variante habe „einen klaren Vorteil“.

Einigen Ausschussmitgliedern war das alles in der Sitzung vom 6. April zu schnell gegangen. Sie beklagten den Verlust von Arbeitsplätzen im strukturschwachen Ostteil des Kreises, zweifelten daran, dass von einem zentralen Standort der Winterdienst wie bisher gewährleistet sei oder fühlten sich nicht ausreichend informiert. Andere sahen aber durchaus die Vorteile einer künftigen zentralen Lösung in Scharnebeck.

Über den Vorschlag, „für den Eigenbetrieb Straßenbau und -unterhaltung einen neuen zentralen Betriebshof in Scharnebeck zu bauen“, stimmen die Ausschussmitglieder jetzt am 2. Mai ab. Weiter heißt es in der Vorlage der Verwaltung: „Die Betriebsleitung wird beauftragt, die erforderlichen Schritte einzuleiten und Verhandlungen zum Kauf eines geeigneten Grundstücks zu führen.“ Stimmt der Ausschuss dem zu, hat der Kreistag das letzte Wort.