Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Eigentümer des Areals zwischen Pulverweg, Schützenstraße und Dahlenburger Landstraße stellen erstmals Pläne für den Bereich öffentlich vor. Foto: A/t&w
Die Eigentümer des Areals zwischen Pulverweg, Schützenstraße und Dahlenburger Landstraße stellen erstmals Pläne für den Bereich öffentlich vor. Foto: A/t&w

Mehr Wohnungen auf Lucia-Gelände?

as Lüneburg. Knapp ein Jahr ist es her, dass die Aufstellung des Bebauungsplanes „Am Schützenplatz“ für den östlichen Teil des ehemaligen Lucia-Geländes auf den Weg gebracht wurde. Angesiedelt werden sollten dort Märkte und Wohnen. Nun soll der Bebauungsplan dahingehend geändert werden, dass das gesamte Betriebsgelände bis zum Pulverweg einbezogen wird. Und es scheint auch der Weg geebnet zu werden für mehr Wohnungen in diesem innenstadtnahen Bereich. Das Thema beschäftigt den Bauausschuss am Montag, 9. Mai, von 15 Uhr an im Huldigungssaal des Rathauses.

In der Vorlage zum Ausschuss heißt es, dass nach dem Aufstellungsbeschluss im Rahmen eines Workshops von Lüneburger Architekten unterschiedliche Konzepte mit einer Nahversorgung und einer höher verdichteten Wohnnutzung für das Gelände entwickelt wurden, die die Flächen bis zum Pulverweg mit einbeziehen. Aufgrund dieser Überlegungen hätten die Eigentümer nun einen Entwurf vorgelegt, der im Ausschuss präsentiert werden soll.

Wie berichtet, hatte es bereits Mitte 2008 einen Aufstellungsbeschluss für einen B-Plan „Pulverweg“ fürs gesamte Gelände der ehemaligen Strickwarenfabrik gegeben. Ziel war damals, dass dort ein Mix aus Wohn- und Geschäftsgebäuden entstehen sollte sowie Einzelhandelsbetriebe mit einer Verkaufsfläche unter 800 Quadratmetern. 2014 deutete sich dann an, dass Aldi (Standort Bleckeder Landstraße) sich erweitern wollte und einen Umzug aufs Lucia-Gelände präferierte. Auch für den Drogeriemarkt Rossmann eine mögliche Option. Daraufhin wurde der Bebauungsplan für den östlichen Teilbereich auf den Weg gebracht, der den Bau für einen Discounter mit maximal 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie ein mögliches Gebäude für einen Drogeriemarkt, maximal 750 Quadratmeter, vorsah. Susanne Puschmann von den Grünen plädierte damals schon dafür, dass Wohnungen über die Märkte kommen.

Inzwischen hat das Thema „Wohnraum schaffen“ verstärkt Gewicht bekommen. Die Stadtverwaltung hat im vergangenen November, wie berichtet, ein Wohnungsbauprogramm vorgestellt, mittels dessen bis 2021 rund 2100 zusätzliche Wohnungen in Lüneburg geschaffen werden sollen. Dazu sollen an der Peripherie Neubaugebiete erschlossen werden wie auch innerhalb der Stadt zusätzlicher Wohnraum entstehen. Die grüne Basis wie auch die grüne Stadtratsfraktion sehen den Flächenverbrauch für Neubaugebiete mit Blick auf den Naturschutz skeptisch, Innen- vor Außenverdichtung ist eine Forderung der Arbeitsgruppe „Forum grüne Stadtentwicklung“. Friedhelm Feldhaus vom grünen Ortsvorstand hatte jüngst berichtet, dass seine Partei mit einem Architektenbüro das Lucia-Gelände in Blick genommen habe. Herausgekommen sei ein Entwurf, der nicht nur Platz für einen Discounter, einen Drogeriemarkt und ein Hotel (dafür hatte es eine Bauvoranfrage gegeben) biete, sondern es könnten auch mindestens 250 Wohnungen entstehen. Das Wohnungsbauprogramm der Stadt sieht dort bisher 80 vor. Bleibt abzuwarten, wie der Entwurf der Eigentümer aussieht.

2 Kommentare

  1. Und was ist jetzt mit den tausenden und abertausenden bunter Euros, die unsere Bauausschuss-Meisterdenker bereits für sogenannte Studien und Gutachten aus dem Fenster geworfen haben, um 2013/14 zu „beweisen“, dass NUR die Pläne vom Frühjahr 2014 sinnvoll und „machbar“ sind, „Studien“ und „Gutachten“, unter anderem der „CIMA Institut für Regionalwirtschaft GmbH“, ein Hannoveraner Ableger der Münchner „CIMA Beratung + Management GmbH“ des umtriebigen Dichters, Weltweisen und Polyhistors Roland Wölfel aus dem Stadtteil Reuth in der Großen Kreisstadt Forchheim im Süden des Regierungsbezirks Oberfranken am Main-Donau-Kanal? Werden jetzt neue „Studien“ und „Gutachten“ angefertigt, um zu „beweisen“ (und damit niemand Verantwortung dafür übernehmen muss), dass die zwei Jahre alten „Studien“ und „Gutachten“ nicht mehr taugen? Wer wird beauftragt? Wieder die CIMA?

    https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/182277-erst-kommt-der-gutachter-dann-der-supermarkt

    • Die Gutachtenmanie und die Vergabepraxis der Politik allgemein auf allen Ebenen ist sicher schon ein spannendes Thema.

      Was mir aber hauptsächlich durch den Kopf geht zu dem Bauvorhaben ist, dass wohl wieder nur hochpreisiger Wohnraum geschaffen wird den „Otto Normalverbraucher“ wie ich sich nicht leisten kann. Es fehlt aber vor allem an bezahlbaren Wohnungen für Menschen mit niedrigem bis mittlerem Einkommen in Lüneburg. Die Nachfrage ist groß doch das Angebot knapp. Und das wiederum reguliert den Preis. Anders gesagt: Auch für „einfachen“ Wohnraum wird nicht wenig Miete verlangt. Es wird gebaut ohne Ende in Lüneburg, doch nur die besser verdienende Bevölkerung. Wer in Hamburg arbeitet für den mag das nicht so evident sein, weil in Hamburg das Lohnniveau deutlich höher ist. Aber es gibt auch viele die in Lüneburg und im niedersächsischen Umland berufstätig sind und nicht so hohe Löhne und Gehälter beziehen.
      Bei einem sozialdemokratischen Oberbürgermeister und ebenfalls sozialdemokratischen Landrat würde man eigentlich eine andere Baupolitik erwarten. Aber es würde zu weit führen näher zu beleuchten, warum Geld auch bei Sozialdemokraten nicht stinkt.