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Max (v.l.), Lea und Ben haben am 15. April das Licht der Welt erblickt. Die Drillinge sind nicht nur für die Eltern etwas ganz Besonderes, auch im Lüneburger Klinikum kommt die Geburt von drei Kindern auf einmal nur ein Mal im Jahr vor. Foto: t&w
Max (v.l.), Lea und Ben haben am 15. April das Licht der Welt erblickt. Die Drillinge sind nicht nur für die Eltern etwas ganz Besonderes, auch im Lüneburger Klinikum kommt die Geburt von drei Kindern auf einmal nur ein Mal im Jahr vor. Foto: t&w

Sarah Weisze bringt Drillinge zur Welt

ap Lüneburg. „Ich habe noch nicht ganz realisiert, dass das alles meine Kinder sind, die da im Bettchen liegen“, sagt Sarah Weisze und blickt auf die drei Babys, die eng aneinandergekuschelt vor ihr liegen. Marco Weisze und die dreijährige Tochter Mia sind zwar nicht im Mutterhaus untergebracht, dafür aber auch stets bei Nachwuchs Lea, Ben und Max auf der Kinderintensivstation des Lüneburger Krankenhauses.

Die drei sind nicht nur für die Familie eine ganz besondere Bereicherung, auch die Frauenklinik wird bei rund 1600 Geburten im Jahr nur einmal von Drillingen beehrt. Am 15. April um 8.28 Uhr ist der Nachwuchs von Familie Weisze nacheinander auf die Welt geholt worden.

„Das ging alles schneller als gedacht, ich habe Donnerstag erfahren, dass die Kinder Freitag geholt werden müssen“, erzählt Sarah Weisze, die gern noch länger durchgehalten hätte. Den Kaiserschnitt hätte sie sich aber schlimmer vorgestellt.

Für die Familie, die zuletzt noch zu dritt war, bedeutet der Zuwachs eine große Veränderung. Denn eigentlich war für die dreijährige Mia nur ein Geschwisterchen geplant. „Bei der Untersuchung sagte uns der Arzt erst, dass wir Zwillinge bekommen würden, vier Wochen später wurde der dritte im Bunde entdeckt“, erinnert sich die nun vierfache Mutter. „Das war ein großer Schock, und es hat gedauert, bis wir das verinnerlicht hatten.“ Marco Weisze erinnert sich an den Moment noch, als wäre es gestern gewesen: „Ich dachte wirklich, der Arzt veräppelt uns.“

Die Schwangerschaft verlief ohne Komplikationen, 32 Wochen lang konnte sich das Trio an den Gedanken gewöhnen, dass es bald zum Sextett werden würde. Und heute wirkt die Familie schon wie ein eingespieltes Team. Besonders Mia nimmt ihre Aufgabe als große Schwester sehr ernst, sie hat einen Hocker vor dem Bett stehen und wacht über ihre Geschwister. „Sie findet das alles total spannend, hat keinerlei Berührungsängste“, sagt Sarah Weisze, die sich sichtlich darüber freut, wie ihre Älteste die drei Neuankömmlinge empfängt.

Und ihre jüngste Tochter Lea macht ihre Sache auch sehr gut: Obwohl sie mit 1240 Gramm deutlich weniger auf die Waage brachte als Max mit 1825 Gramm und Ben mit 1710 Gramm, war sie die erste, die ohne zusätzlichen Sauerstoff auskam.

„Dass die Kleinste sich am besten macht, ist häufig so“, weiß Oberärztin Dr. Libusa Galuschka. „Die beiden Jungs brauchten intensivere Unterstützung.“ Mindestens zwei Wochen müssten die Drillinge noch auf der Intensivstation bleiben, „also so lange, bis sie völlig eigenständig trinken können“.

Auch Prof. Dr. Peter Dall freut sich für Familie Weisze. „Die Geburt von Drillingen ist ein sehr seltenes Ereignis. Vor einigen Jahren kam es noch häufiger vor, da es im Rahmen der künstlichen Befruchtung keine Obergrenze für das Einsetzen befruchteter Eizellen in die Gebärmutter gab. Heute dürfen es maximal drei Em­bryonen sein“, erklärt der Chefarzt der Frauenklinik. Schwangerschaften mit mehr als drei Babys seien mit einem extrem hohen Risiko für Mutter und Kinder verbunden, „deshalb hat der Gesetzgeber diese Regelung eingeführt“. Drillinge können nicht auf natürlichem Weg zur Welt kommen, müssen deshalb mit Hilfe eines Kaiserschnitts geboren werden. „Es ist eine tolle Leistung der Mutter, die Schwangerschaft trotz der enormen körperlichen Belastung bis zur 32. Schwangerschaftswoche gemeistert zu haben.“