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Auf dem Sofa Herzogin Dorothea über die Elbe + + + Mit Video

pet Neu Darchau. Fast wolkenlos ist der Himmel über der Elbe. Eine frische Brise weht. Die Sonne scheint. Genau das passende Wetter für den Stapellauf einer neuen Attraktion für den Strom — der „Herzogin Dorothea“. Am Freitag wurde das Sofafloß, elf Meter lang, 3,30 Meter breit, zwei Tonnen schwer und ausgerüstet mit einem 50-PS-Motor, zu Wasser gelassen. Ab sofort ist es von Hitzacker aus unterwegs, gewährt bei geruhsamer Fahrt völlig neue Ansichten der Elbe.

Benannt wurde das Sofafloß nach Prinzessin Dorothea von Anhalt-Zerbst, die 1623 den in Hitzacker residierenden Herzog August den Jüngeren zu Braunschweig-Lüneburg heiratete und als Stammmutter des neuen Fürstenhauses Braunschweig gilt.

„Floß-Werft“ kann „Warnkes Holzmanufaktur“ in Neuhaus schon genannt werden, auch wenn dort noch vieles andere gebaut wird. In der Holzmanufaktur, etwa zehn Kilometer vom Anleger in Darchau entfernt, ist die „Herzogin Dorothea“ entstanden.

Gebaut hat die „Herzogin Dorothea“ Joachim Warnke, Eignerin ist Tochter Claudia Knoch, seit kurzem Chefin der Holzmanufaktur und jetzt eben auch noch „Reederin“. „Ich war ganz schön nervös beim Stapellauf“, sagt sie, atmete sichtbar auf, als ihr Sofafloß die ersten Meter auf der Elbe schwamm.

Auf Pontons ruht der aus Douglasienholz gezimmerte Aufbau des Sofafloßes mit Sitzplätzen, Tisch, Führerstand, umfangreichen Sicherungsvorkehrungen und WC. Klaus Lehmann, Leiter des Museums Hitzacker: „Und dank der besonderen Bauweise ist das Sofafloß auch für Menschen mit Handicaps geeignet.“

Im vierten Jahr bietet das Museum Hitzacker Fahrten mit dem Sofafloß an — in diesem Jahr erstmals mit der neuen Kooperationspartnerin Claudia Knoch. Ein leckeres Frühstück oder eine Fischplatte am Abend, dazu Informationen über die Elbe, die alte innerdeutsche Grenze, den Fischbestand im Strom oder die Landschaft. All das und noch viel mehr gibt es jetzt wieder auf dem Sofafloß des Museums Hitzacker.

Klaus Lehmann ist nicht nur Museumsleiter, er ist auch einer von acht Floßführern. Er liebt das Dahingleiten auf der Elbe. „Es ist wunderbar, es ist herrlich. Ich bin verliebt in die Elbe und ich freue mich schon auf den Sommer.“ Und Lehmann betont die besondere Beziehung zwischen Museum und Floß: „Wir sind das einzige Museum, das auf die Elbe geht.“

Wer mit der „Herzogin Dorothea“ unterwegs ist, kann schon einiges über die Elbe erfahren — dieses Wissen kann dann im Museum Hitzacker vertieft werden. „Im Preis für die Floßfahrt ist der Eintritt ins Museum enthalten“, erklärt Klaus Lehmann. Dort wird die Stadtgeschichte Hitzackers, das Leben an Elbe und Jeetzel mit all seinen Facetten, die frühere innerdeutsche Grenze, aber auch das Leben von Persönlichkeiten aus der Region, etwa Claus von Amsberg, dem späteren Prinzen der Niederlande, aufgearbeitet.

Die Jungfernfahrt führte vom Anleger in Darchau in zweieinhalb Stunden stromaufwärts nach Hitzacker. Die Liste der Interessierten ist lang. „Wir haben etwa 500 Anmeldungen vorliegen“, freut sich Museumsleiter Lehmann. Wer eine Fahrt wagen will, kann sich im Museum (Tel. 05862/8838), in der Touristinformation Hitzacker oder im Haus des Gastes in Neuhaus melden.