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Bei einem Bienenvolk ist es so faszinierend, zu sehen, wie ein gemeinschaftliches System funktioniert, und dass ohne E-Mails, Sitzungen und Konferenzen, sagt Claudia Kutzick. Foto: t&w
Bei einem Bienenvolk ist es so faszinierend, zu sehen, wie ein gemeinschaftliches System funktioniert, und dass ohne E-Mails, Sitzungen und Konferenzen, sagt Claudia Kutzick. Foto: t&w

Kreisimkerverein wählt Claudia Kutzick zur Vorsitzenden

dth Süttorf. „Wenn ich die Bienenkiste aufmache, bin ich plötzlich in einer anderen Welt, in der analogen Welt …“, sagt die Internet-affine Marketing-Fachfrau. Es hänge auch mit dem Duft zusammen. Doch wonach riecht Biene? „Süßlich, frisch … und warm. Wie eine Mischung aus Honig, Wiese und Heu.“ Damit wird die Flucht aus dem Alltag eingeleitet. Die Süttorferin Claudia Kutzick, im Berufsleben stellvertretende Leiterin der Volkshochschule Region Lüneburg, nennt mittlerweile sechs Bienenvölker ihr eigen. Obwohl sie erst seit drei Jahren imkert, steht sie jetzt auch dem 225 Mitglieder zählenden Lüneburger Kreisimkerverein von 1875 vor. Als erste Frau in der Vereinsgeschichte.

Bislang galt auch im Kreis Lüneburg die Imkerei eher als Männerdomäne. Damit ist spätestens seit der jüngsten Mitgliederversammlung Schluss. Darüber freut sich auch der stellvertretende Vorsitzende Gundolf Irle aus Lüneburg: „Was mich insgesamt auch stolz macht, dass es keine Gegenstimme und kein Gemaule gab. Das spricht für den Pragmatismus und die Aufgeschlossenheit der Imker.“ Irle hofft, dass Kutzick „mit neuen Ideen frischen Wind in den Verein bringt“. Das hat sich die 50-Jährige auch fest vorgenommen. Kutzick sagt: „Ich möchte helfen, den Verein nach außen weiter zu öffnen, neue Zielgruppen anzusprechen und die Imkerei auch jungen Leuten näher zu bringen.“ Dabei setzt sie auch auf die Unterstützung der erfahrenen Imker. „Mein Imker-Fachwissen ist nicht das größte, aber dafür kann ich Marketing.“ Sie will die Begeisterung an den Bienen vermitteln, die auch sie bereits in Kindheitstagen verspürt hat.

„Unsere Nachbarin hat früher geimkert. Die Faszination hat mich damals als Kind gepackt und nicht wieder losgelassen.“ Doch der Entschluss, selber Bienenvölker zu halten, fiel erst im Winter vor drei Jahren. Kutzick: „Ich bin sowieso sehr naturverbunden und tierlieb.“ Gemeinsam mit ihrem Mann entschied sie, dass zu Pferden, Katze und Hund künftig auch Bienenvölker dazugehören. Kutzick absolvierte zunächst den Anfängerkursus beim Kreis­imkerverein über acht Monate, jeweils an ein oder zwei Sonntagen. „Parallel zum Kurs hatte ich mir zuhause meinen ersten Bienenstock hingestellt. Bei der guten Begleitung durch Kursleiterin Silke Helms hat das echt Spaß gemacht.“ Als Anfangsinvestition für das naturverbundene Hobby müsse man als Einsteiger mit 50 bis 150 Euro für ein Bienenvolk rechnen. „Das sind aber nur die Tiere.“ Eine Styroporkiste koste rund 120 Euro. Hinzu kommen Schutzkleidung sowie Smoker oder Imkerpfeife.

Kutzick schwärmt: „Es ist faszinierend zu sehen, wie im Bienenvolk ein gemeinschaftliches System funktioniert, und dass ohne E-Mails, Sitzungen und Konferenzen.“ Für die stellvertretende VHS-Leiterin, die nicht nur im Berufsleben ständig online ist, ist das Imkern ein herrlicherAusgleich. „Dafür, dass man sich um die Bienen kümmert, ist auch noch der Honig eine super Belohnung.“ Wer Kutzick nacheifern möchte, findet weitere Infos im Internet: www.imkerverein-lg.de.

Bei der kürzlichen Mitgliederversammlung wurde zudem Siegfried Müller aus Dahlenburg für seine 25-jährige Vereinstreue geehrt. Für 15-jährige Mitgliedschaft dankte der Vereinsvorstand Jürgen Hann (Lüneburg), Thomas Klein (Ventschau), Heinrich Matzke (Drögennindorf), Hellmut Richter (Mechtersen) sowie Thomas Römer (Rullstorf).