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Mit ihrem breiten Grünstreifen ist die Fliederstraße in Oerzen eine typische Dorfstraße. Der schnurgerade Verlauf lade zum Rasen ein, der häufig zugeparkte Randbereich in Höhe der Kfz-Werkstatt erhöhe die Gefahr, kritisieren Anwohner. Foto: uk
Mit ihrem breiten Grünstreifen ist die Fliederstraße in Oerzen eine typische Dorfstraße. Der schnurgerade Verlauf lade zum Rasen ein, der häufig zugeparkte Randbereich in Höhe der Kfz-Werkstatt erhöhe die Gefahr, kritisieren Anwohner. Foto: uk

Schluss mit Dorfidylle in Oerzen

uk Embsen/Oerzen. Als „Wohlfühlgemeinde im Grünen“ preist sich die Gemeinde Embsen in ihrem neuen Internetauftritt an. Das würden Anwohner der Fliederstraße im Ortsteils Oerzen auch nur zu gerne für sich in Anspruch nehmen. Doch stattdessen überwiegt bei etlichen von ihnen der Ärger. Das zeigte sich jetzt bei der Sitzung des Gemeinderates im Gasthof Stumpf in Embsen. Anwohner Karl-Heinz Heidtke, der einige Nachbarn mitgebracht hatte, platzte in der Einwohnerfragestunde regelrecht der Kragen: „Wir möchten uns auch wohlfühlen können“, klagte der Oerzer, „aber stattdessen müssen wir von morgens bis abends Krach, Gestank und eine zugeparkte Straße ertragen.“ Mehrfach habe er im Gemeindebüro sein Anliegen vorgebracht, sei aber „leider nicht wahrgenommen“ worden. Sein Appell an den Rat: „Das Fass läuft über. Es muss etwas geschehen.“

Auslöser des Ärgers sind gleich mehrere Punkte: Zum einen ist die Kfz-Werkstatt in der Fliederstraße den Nachbarn ein Dorn im Auge. Auf dem Grundstück werde oft auch spätabends oder an Feiertagen geräuschvoll an Autos geschraubt, berichtete Heidtke, dazu blockierten Kundenfahrzeuge permanent den Randstreifen an der Fliederstraße. Die Folge sei, dass Fußgänger, darunter viele Schüler, mangels Gehweg auf die Straße ausweichen müssten. Das kritisiert auch Katrin Wolter, die sich für die Einrichtung einer Tempo-30-Zone in der Fliederstraße aussprach: „Es fahren 40 Busse am Tag durch die Straße, viele zu schnell. Es ist echt gefährlich.“

Bürgermeisterin Anne-Carin Büttner (SPD) bemühte sich, die Wogen zu glätten, musste aber zunächst einräumen: „Das Problem ist bekannt.“ Nur habe die Gemeinde bei den meisten Kritikpunkten keine Handhabe. Sie verwies auf Gewerbeaufsichtsamt und Polizei als zuständige Ansprechpartner. Allerdings bestehe in der Straße kein Parkverbot, so dass das Abstellen der Fahrzeuge grundsätzlich erlaubt sei.

Und: „Ein Gehweg wäre natürlich gut, aber dafür haben wir keine Mittel.“ Olaf Trumann (SPD) sagte: „Die Bürger haben recht.“ Die Gemeinde solle überprüfen, wie viele Stellplätze im Baugenehmigungsverfahren für die Werkstatt vorgesehen waren. Stefan Koch (UWI) regte an, die Polizei um Geschwindigkeitsmessungen in der Fliederstraße zu bitten. Büttner sagte zu, die Möglichkeiten zu prüfen und auch beim Landkreis Lüneburg nachzuhaken: „Eventuell können wir einen neuen Versuch zur Einrichtung einer Tempo-30-Zone starten.“ Anwohner Heidtke bedankte sich, blieb aber skeptisch. „Das Gewerbeaufsichts­amt war bereits eingeschaltet“, berichtete er, „geändert hat sich kaum etwas.“