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Nach dem Standort-Aus Ende Juni können Mitarbeiter von Pickenpack statt auf eine Abfindung wohl nur auf Kurzarbeitergeld hoffen. Foto: A/t&w
Nach dem Standort-Aus Ende Juni können Mitarbeiter von Pickenpack statt auf eine Abfindung wohl nur auf Kurzarbeitergeld hoffen. Foto: A/t&w

Pickenpack: Transfergesellschaft für Beschäftigte

ca Lüneburg. Nach Jahrzehnten an der Lüner Rennbahn schließt der Tiefkühlfischproduzent Pickenpack Ende Juni seinen Standort (LZ berichtete). Für einen großen Teil der 400 Beschäftigten geht das Ende auf Raten noch ein Stück weiter. Sie wechseln für vier Monate in eine Transfergesellschaft. Betriebsratschef Wolfgang Ries sagt: „Wir haben keine große Wahl.“ Denn an angemessene Abfindungen sei aufgrund der Insolvenz nicht zu denken. Durch die Transfergesellschaft erhielten die Kollegen Kurzarbeitergeld und eine Aufstockung, sodass die finanziellen Einbußen zunächst überschaubar blieben.

Auch bestehe die Hoffnung, dass Qualifizierungsangebote den Betroffenen bei der späteren Jobsuche helfen. Doch vielen dürfte eine ungewisse Zukunft bevorstehen. Bekanntlich hat Pickenpack schon in vergangenen Jahren Beschäftigte entlassen, Ries weiß daher, dass es gerade für ungelernte Kräfte nicht einfach sei, eine Stelle zu finden. Viele hätten zu schlechteren Konditionen als gewohnt bei Leiharbeitsfirmen anfangen müssen: „Und unsere Leute verdienen schon nicht viel.“

Insolvenzverwalter Friedrich von Kaltenborn-Stachau teilt mit, dass nach dem Ende der Produktion an der Ilmenau Produktionsanlagen abgebaut und verkauft werden sollen. Für das Areal das alte Schlachthof-Gelände und das Pickenpack-Werk gebe es Kaufinteressenten. Dem Vernehmen nach kommen sie aus Lüneburg.

Der Standort Riepe in Ostfriesland mit 170 Mitarbeitern war an die US-amerikanische Trident Seafood-Gruppe verkauft worden. Den Deal müsse das Kartellamt noch absegnen.