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In 15 Jahren soll Lüneburg ein Vorbild in Nachhaltigkeit sein: Prof. Ulli Vilsmaier von der Leuphana Universität Lüneburg überreicht zusammen mit Studenten Oberbürgermeister Ulrich Mädge den Stadtplan der Visionen.  Foto: rw
In 15 Jahren soll Lüneburg ein Vorbild in Nachhaltigkeit sein: Prof. Ulli Vilsmaier von der Leuphana Universität Lüneburg überreicht zusammen mit Studenten Oberbürgermeister Ulrich Mädge den Stadtplan der Visionen. Foto: rw

Zukunftsstadt 2030+: erste Wettbewerbsphase abgeschlossen

rw Lüneburg. Wir schreiben das Jahr 2030. In Lüneburg freuen sich die Bürger über kostenlos nutzbare Busse, ein breit aufgestelltes Auto- und Fahrradleihsystem und wohnen in gut beheizten Häusern, die hauptsächlich mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Dies sind einige von vielen Zukunftsvisionen, die Studenten der Leuphana Universität Lüneburg mit Paten aus der Lüneburger Gesellschaft in den letzten Monaten für den Wettbewerb „Zukunftsstadt 2030+“ entworfen haben.

Der Wettbewerb hat mehrere Phasen (siehe Infobox), die erste ist jetzt abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden in einem „Atlas der Visionen“ der Stadtverwaltung übergeben. Symbolisch erhielt Oberbürgermeister Ulrich Mädge von den Studenten und Lehrenden des Projekts eine Art Stadtplan, der einige der Visionen illustriert. Mädge lobte die Beteiligten für ihre Zusammenarbeit. Die Studenten hätten mit ihren Seminarleitern und den Paten aus dem Rathaus und der übrigen Stadtgesellschaft mit viel Hingabe Visionen erarbeitet, die jetzt schon Lüneburg vielfältiger machten und das Blickfeld aller erweiterten. Ihm gehe es darum, Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit zu leben: „Wir machen das aus Überzeugung.“ Besonders die Visionen zum öffentlichen Personennahverkehr hätten es ihm angetan.

Auch wenn es noch nicht klar ist, ob Lüneburg sich für die nächste Runde qualifiziert, geht die Arbeit am Projekt voran: Die Seminarleiter Prof. Dr. Ulli Vilsmaier, Prof. Dr. Daniel Lang und Koordinator Philip Luthardt überlegen derzeit zusammen mit den Studenten des Masterstudiengangs Nachhaltigkeitswissenschaft, welche der Visionen weiterentwickelt und welche Themenbereiche zusammengelegt werden können, um später vielleicht einige tatsächlich umzusetzen. Lang freut sich über die große Resonanz, die das Projekt außerhalb des universitären Zusammenhangs hervorrief: Vor allem mit dem Einzelhandel und Kulturbetrieben wurden Zukunftsideen entworfen. Dies ist das Ziel des Projekts: gemeinsam mit Bürgern, Wissenschaft, lokaler Politik, Wirtschaft und Verwaltung eine Vision für das Jahr 2030 und darüber hinaus für die Kommune zu schaffen. Das motiviert auch Koordinator Luthardt: „Menschen kommen in Bewegung und denken über die Zukunft nach.“

Selbst wenn es für die nächste Runde nicht reicht, könnten die Kooperationen zwischen Stadt, Uni und Bürgern ausreichen, damit die Ideen nicht nur Zukunftsmusik bleiben.

Der Wettbewerb „Zukunftsstadt 2030+“, ausgeschrieben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, zeichnet Visionen und Konzepte für die Stadt der Zukunft aus und fördert sie mit staatlichen Mitteln. Kernpunkt ist es, Ideen für ein besseres, nachhaltigeres Leben gemeinsam mit den Bürgern zu sammeln, zu diskutieren und im Anschluss auch auszuprobieren.

Insgesamt 51 Städte und Gemeinden wurden für den Wettbewerb zugelassen, der in drei Phasen aufgeteilt ist: In der ersten Phase sollen Handlungsempfehlungen und Umsetzungsvorschläge für die Zukunft der jeweiligen Kommune erarbeitet werden. Mit den Ergebnissen können sich die Teilnehmer für die weiteren Phasen des Wettbewerbs qualifizieren – bis zu 20 ausgewählte Kommunen gehen hier in die konkrete Planung der Visionen. Acht von ihnen erhalten dann 2018 die Chance, in der letzten Phase die entwickelte Vision in die Realität umzusetzen.

18 Kommentare

  1. Detlev Runge

    Zum Lachen. Gleich rechts im Blog.jj-Kästchen gelangt man zu Hans-Herbert Jenckels beißender Beschreibung vom 18. April über solch rot-grüne „Zukunftsvisionen“: Sie vermodern im „Koalitionsvertrag“!

    • @ Detlev Runge

      Richtig: zum Lachen! Darin scheint überhaupt die Gemeinsamkeit von führenden Leuphanatikern und unseren hanseartigen Verwaltungsjublern zu bestehen: in der Überzeugung, fremdfinanzierte PR-„Events“, aufgebläht im Ungefähren schwabbelnde Nachhaltigkeitslyrik und augenrollende Ankündigungsrhetorik könnten darüber hinweg täuschen, wie wenig tatsächlich getan wurde und getan wird, um den alle paar Jahre wiederbeschworenen „Zukunftszielen“ näher zu kommen.

      Vielen Dank auch für den Hinweis. Hier geht´s zum Jenckel-Artikel und seinen Kommentaren, die insgesamt sehr schön herausarbeiten, dass es unter unseren „regierenden“ Ratsdamen und -herren und bei ihrem Oberuli viel Sinn für politische Reklame und Selbstbeweihräucherung gibt — aber wenig Willen und Mut, vereinbarte ökologische „Projekte“ überhaupt in Angriff zu nehmen und auch zu Ende zu führen, was alles natürlich nur darum geht, weil man – vielleicht nicht zu Unrecht – meint, eine Öffentlichkeit mit kurzem Gedächtnis, geringen intellektuellen Konsistenzansprüchen, aber mit einem hohen Kitsch- und Sentimentalitätsbedarf voraussetzen zu können:

      http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/319669-lueneburg-verstaubte-rad-visionen#comment-68190

      MfG, Jürgen Wagner

      • ich glaube, man kann es noch geschwollener ausdrücken. nur mut. um so weniger es verstehen, um so höher wird die wahrscheinlichkeit der bewunderung. schmunzel

        • Lieber Klaus gib doch zu

          dass ich dümmer bin als du.
          Lieber Klaus Bruns, du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag
          älter und eines Tages alt sein werde.
          Bewahre mich vor der großen Leidenschaft,
          die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.
          Lehre mich, nachdenklich, aber nicht grüblerisch,
          hilfreich, aber nicht diktatorisch zu sein.
          Bei meiner ungeheuren Ansammlung an Weisheit tut es mir leid,
          sie nicht weiterzugeben, aber du verstehst, Klaus,
          dass ich mir ein paar Freunde erhalten möchte.
          Lehre mich, zu schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden.
          Sie nehmen zu – und die Lust, sie zu beschreiben, wächst
          von Jahr zu Jahr.
          Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir Krankheitsschilderungen
          anderer mit Freuden anzuhören,
          aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen.
          Ich wage auch nicht um ein besseres Gedächtnis zu bitten,
          nur um etwas mehr Bescheidenheit und etwas weniger Bestimmtheit,
          wenn mein Gedächtnis nicht mehr mit dem der anderen übereinstimmt.
          Lehre mich die wunderbare Weisheit,
          dass ich mich irren kann.
          Erhalte mich so liebenswert wie möglich.
          Ich weiß, dass ich nicht unbedingt ein Heilliger bin,
          aber ein alter Griesgram ist ein Krönungswerk des Teufels.
          Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken,
          und verleihe mir, Klaus Bruns, die schöne Gabe,
          sie auch zu erwähnen.

          • mein freund, entschuldigen sie, wenn ich sie so nenne. es macht mir spaß, sie hier zu erleben. es ist schön zu sehen, menschen zu entdecken, die nicht denken lassen. machen sie weiter so. dieses ist kein rat, ich maße mir solche dinge nicht an. ich freue mich einfach nur. alt werden ist eine kunst. die wenigsten verstehen sie. die wenigsten machen sich gedanken darüber.

          • mein bester , es sind mehr als die zehn gebote. übertreibungen nutzen nichts. selbst die wahrheit hat es bei uns schwer. warum eigentlich?

        • Radstadtstammtischvisionen

          Klaus Bruns, dann passen Sie mal auf: Gestern im Alten Uhu, zwei Mittsechziger unterhalten sich am Nachbartisch:

          »Und wat soll aus dir werden, wenn de mal tot bist?«

          »Wie, wat soll dann aus mir werden?«

          »Na, du mußt doch ‘ne Perspektive ham!«

          Ich, Mittdreißiger, sinke erleichtert zurück. Die Zukunft kann kommen.

          Dominik Wachsmann

        • Tja, Klaus, Glück gehabt. Wie heißt es in der neuen Leuphana-Studie? Regelmäßiges LZ-Online-Kommentieren kann Depressionen vorbeugen — und zwar „nachhaltig“:
          http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/327098-ilmenaugarten-keine-chance-fuer-die-zauneidechse#comment-69383

  2. Karl Dittmer

    sagen sie geschwollen, so oft sie wollen, bruns. dieses ständige ökoreklame-trommeln steht schon in einem mekwürdigen kontrast etwa zu einer armada weißer werbender AUDI-SUVs vorm rathaus beim stadtfest, zur jährlichen ADAC-oldtimer-ralley durch die innenstadt, zu den PKW-parkplatzausbauplänen, zur AUTOBAHN-lückenschluss-propaganda und zum versuch, gerade den coffee-dieselgetriebenen LCM-vorsitzenden als mädge-nachfolger und damit zum künftigen oberbürgermeister aufzubauen, während großspurige radstadt-vereinbarungen der mehrheitsgruppenpartner seit fünf jahren in der koalitionsschublade auf ihre reanimation vor der kommenden kommunalwahl warten .

    • Also wirklich

      Gäbe es Hans-Herbert Jenckel nicht, hätte die originär grüne Politik in der Debattenkultur Lüneburgs doch schon längst keine vernehmbare Stimme mehr.

      meint Inge Waldtmann aus Adendorf

      • stimmt leider, sehe ich nicht nur so ,ist auch so. es werden viele, wenn sie älter werden konservativ, leider. zum glück nicht alle, sonst gäbe es wahrscheinlich keinen fortschritt. schmunzel.

    • Und die Audi A8 Geschwader der Bundesregierung auf Kosten des Steuerzahlers und der Unwelt.

      • Naja, Regina, bewirbt sich die Bundesregierung hier vielleicht um den Titel „Zukunftsstadt“? Und soll die Bundeskanzlerin, weil Siie knausern und beim Transport Steuergelder sparen möchten, mit dem Pedelec, der Solarbahn oder dem Tretboot zwischen Berlin, Ankara und Brüssel pendeln? Da würde ich doch erst einmal sämtlichen Landtagsabgeordneten aus Suderburg die subventionierten Selfie-Sticks streichen.

  3. Hoffentlich wird Jenckel jetzt nicht wieder vom Bürgermeister am Telefon zusammengefaltet (siehe seinen Blog-Beitrag zu lokalen „Missverständnissen“ überPressefreiheit), weil er hier als ein sich „regierungskritisch“ Äußernder beklatscht und als einer gelobt wird, der daran erinnert, dass das wiederholte und immergleiche fotogene Herumzeigen von hübsch illustrietrten Absichtserklärungen nicht genügt, sondern dass Taten folgen müssen, sofern man nicht als lächerlicher Grinseposeur wahrgenommen werden möchte.

    • Tobias
      falten und falten lassen sind zweierlei. der sich falten lässt, hat selbst schuld.hat was mit abhängigkeit zu tun.

  4. Ich sehe den städtischen „Nachhaltigkeitsobristen“ Dr. Rehbein gar nicht. – Oder isser das hinten rechts? Einer, der seinen Amtsgeschäften quasi zu 95% schon aus der goldenen Zukunft heraus nachgeht?