Aktuell
Home | Lokales | Stadt verfolgt zum Vatertag Ordnungswidrigkeiten
Das sind Eindrücke, wie sie niemand am Tage nach "Vatertag" sehen möchte. Jede Menge Müll am Barumer See. Deshalb hat die Samtgemeinde Bardowick nun eine Allgemeinverfügung erlassen, den See für die Feierwütigen an Himmelfahrt gesperrt. Foto: dth
Das sind Eindrücke, wie sie niemand am Tage nach "Vatertag" sehen möchte. Jede Menge Müll am Barumer See. Deshalb hat die Samtgemeinde Bardowick nun eine Allgemeinverfügung erlassen, den See für die Feierwütigen an Himmelfahrt gesperrt. Foto: dth

Stadt verfolgt zum Vatertag Ordnungswidrigkeiten

kre Lüneburg. Leicht geschwungen schlängelt sich die Ilmenau durch die Aue zwischen Melbeck und Deutsch Evern zeigt sich der Fluss von seiner schönsten Seite. Ein idyllisches Fleckchen Erde: Heimat des Eisvogels, des Fischotters oder auch der Bachmuschel. Doch dem Naturidyll könnte schon morgen Ungemach drohen. Denn an Himmelfahrt sind erfahrungsgemäß wieder viele Ausflügler auf dem Wasser unterwegs. Und nicht alle nehmen Rücksicht auf Fauna und Flora. lllegale Feuerstellen, ramponierte Uferböschungen und achtlos weggeworfener Müll will der Kreis als Untere Naturschutzbehörde aber nicht länger tolerieren. Die Kreisbehörde wird in diesem Jahr erstmalig Ordnungswidrigkeiten verfolgen und prüfen, ob Bußgelder verhängt werden können.

„Wir wollen das Kanuwandern auf der Ilmenau nicht grundsätzlich verbieten“, sagt Landrat Manfed Nahrstedt mit Blick auf den morgigen Vatertag, „Naturschutz und Naturerleben gehören zusammen. Ein Verbot würde auch diejenigen treffen, die vor allem die Natur genießen möchten und sich korrekt verhalten.“ Doch diejenigen, die das Naturschutzgebiet mit einer Partymeile verwechseln, müssen künftig mit empfindlichen Geldbußen rechnen. „Und diese Ankündigung gilt nicht nur für den Vatertag, sondern auch für die Pfingstfeiertage“, kündigt Nahrstedt an.

Neben der Androhung von Geldstrafen setzt die Kreisbehörde vor allem auf Aufklärung und Zusammenarbeit: „Die Kanu-Verleiher werden sich vorab Namen und Anschriften ihrer Kunden notieren, bevor sie die Boote aufs Wasser lassen,“ berichtet Nahrstedt. So können später Umweltfrevler leichter ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden. An der Aktion beteiligen werden sich Kanu aktiv aus Bienenbüttel, Kanu­Tours am Reihersee aus Bardowick, Heide-Kanu aus Oldendorf/Luhe, Kanu Rahmann aus Melbeck und der Campingplatz Rote Schleuse. „Außerdem werden die Verleiher auch in diesem Jahr die Paddler wieder ausführlich über die Regeln im Naturschutzgebiet informieren“, ergänzt Wolfram Kallweit, Fachbereichsleiter Umwelt.

Am Ende werde man sehen, so Nahrstedt, ob die jetzt geplanten Maßnahmen ausreichen, um die Natur zu schützen. „Andernfalls müssen wir 2017 weitere ergreifen“, mahnt der Landrat und fügt hinzu: „Für 62 Gewässer in Niedersachsen gelten Allgemeinverfügungen“ die Ilmenau gehört nicht dazu. Der Landrat hofft, dass das auch so bleiben kann.

Spielregeln in der Natur

Paddler auf der Ilmenau sollten sich mit ihren Booten möglichst im tieferen Wasser bewegen und nur an den ausgewiesenen Badestellen anlegen. Erkennbar sind die erlaubten „Haltestellen“ an den großen Informationstafeln zum Ilmenau-Lehrpfad und natürlich an vorhandenen Holzstegen. Alle anderen Stellen – auch wenn sie noch so einladend aussehen – sollten nicht betreten werden, weil dort geschützte Tierarten wie der Eisvogel leben.

Laute Musik und unnötigen Lärm vermeiden, um Tiere und andere Besucher nicht zu stören. Lagerfeuer und Grills bedeuten Brandgefahr und beunruhigen die Tiere. Deshalb sind Feuer im Naturschutzgebiet verboten. Last but not least gilt: Müll bitte mit nach Hause nehmen. ↔kre

Kontrollen an Seen Für den Barumer See hat die Samtgemeinde Bardowick eine Allgemeinverfügung erlassen: Von Mittwoch, 4. Mai, 18 Uhr, bis Freitag, 6. Mai, 6 Uhr, gelten folgende Auflagen: In dieser Zeit ist das Betreten und Befahren des nördlichen Ufers mit Badestrand und Liegewiese verboten. Auch das Lärmen sowie das Mitführen und Trinken von Alkohol ist am See in dieser Sperrzone nicht erlaubt. Bei Verstößen drohen Geldbußen bis zu 50 000 Euro. Für den Inselsee gilt ein eingeschränkter Zutritt ab Donnerstag mit einem Kostenbeitrag von fünf Euro pro Person/Familie.

Glasflaschen und Lautsprecherwagen sind verboten. Geöffnet sein wird nur ein Zugang zum Inselsee von der Straße aus, ein privater Sicherheitsdienst wird wie in den vergangenen Jahren die Kontrollen auf dem Gelände übernehmen, für den Bedarfsfall halten sich Polizeikräfte bereit. Auf dem Gelände sind freiwillige Helfer aus den Reihen des Förderkreises Inselsee, der DLRG, des Angelvereins und der Gemeinde Scharnebeck präsent. Zudem verweist die Polizei auf die Kampagne „Stay Gold“, die auf Genuss mit Verstand setzt: „Etwas trinken ist okay – zu viel trinken ist absolut uncool – und Randale machen geht gar nicht!“ In der Region sind Beamte daher am Vatertag besonders aufmerksam, damit es nicht zu Ausfällen kommt. Im Fokus stehen dabei insbesondere auch die beliebten „Ausflugsziele der Vatertägler“. ↔off/kre

3 Kommentare

  1. Matthias Gantzke

    Die „Vatertagstour“
    Der Inselsee wird mit 36 Beamten bewacht, damit es nicht zu Ausschreitungen zwischen Jugendlichen kommt. Dafür werden die Beamten mißbraucht, anstatt den See zu sperren wie in Barum. Haben die Polizisten nicht auch ein Recht auf Vatertag, zumal unter ihnen mit Sicherheit auch Väter sind die gerne mit ihren Familien den Tag verbringen würden ?

    • Als der Inselsee 2012 am Vatertag gesperrt wurde, hat man eine Hundertschaft gebraucht um das Verbot durchzusetzen. Es waren damals mehr Beamte im Einsatz, um das von den Miesepetern und Neidern verfügte Verbot durchzusetzten.

  2. Was denn für ein Vatertag? Himmelfahrt ihr Ketzer.