Aktuell
Home | Lokales | Führungswechsel bei der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg
Peter Hambrinker ist der neue Geschäftsführer der Lebenshilfe. Foto: be
Peter Hambrinker ist der neue Geschäftsführer der Lebenshilfe. Foto: be

Führungswechsel bei der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg

as Lüneburg. Menschen mit Behinderung in ihrer Selbstständigkeit und Selbstbestimmung zu unterstützen, das habe ihn immer angetrieben, sagt Peter Hambrinker. Das ist auch die Philosophie der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg seit vielen Jahrzehnten, bei der der 43-Jährige seit vier Wochen als neuer Geschäftsführer verantwortlich zeichnet.

Der gebürtige Nordrhein-Westfale ist seit mehr als 20 Jahren in der Behindertenhilfe tätig, die letzten neun Jahre war er Bereichsleiter Behindertenhilfe der Stiftung Anscharhöhe in Hamburg, die in diakonischer Trägerschaft ist. Nach dem Abitur hatte Peter Hambrinker zunächst Literaturwissenschaften, Pädagogik und Psychologie studiert. „Während dieser Zeit habe ich schon in den Wohngemeinschaften der Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel gearbeitet“, erzählt er. Die diakonische Einrichtung betreut und unterstützt unter anderem Menschen mit geistiger Behinderung, psychischen Beeinträchtigen, pflegebedürftige Menschen und Jugendliche mit sozialen Problemen. Die Arbeit dort wirkte auf ihn nachhaltig. Hambrinker absolvierte anschließend das Studium der Diplom-Pädagogik, anschließend folgte berufsbegleitend ein Masterstudiengang Gesundheits- und Sozialmanagement.

Was ihn bewegte, sich der neuen Aufgabe bei der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg zu stellen, umschreibt er so: Die Einrichtung, deren Dienste und Einrichtungen inzwischen mehr als 1700 Menschen mit Behinderung nutzen, ist durch eine Elterninitiative vor mehr als 50 Jahren ans Laufen gekommen „und hat sich zu einem professionellen sozialen Dienstleistungsunternehmen entwickelt. Es setzt sich für die Gleichstellung und Rechte der Menschen mit Behinderung gemäß der UN-Konvention ein“. Ein großes Ziel, dem sich auch Peter Hambrinker verpflichtet sieht, wenn er das Leitbild der Lebenshilfe zitiert: „Es ist normal, verschieden zu sein. Es geht darum, dass jeder mit seinen Fähigkeiten und Kompetenzen in der Gemeinschaft aufgeht. Denn jeder trägt zu einer gelingenden Gesellschaft bei.“

Seine Tätigkeit als Geschäftsführer bedeutet auch einen Spagat zwischen inhaltlich-pädagogischem Anspruch und der Notwendigkeit, das Unternehmen wirtschaftlich zu führen. Die Werkstätten an sechs Standorten, in denen knapp 900 Menschen mit Handicap beschäftigt sind, bieten Dienstleistungen für Privatpersonen und andere Unternehmen. Da sei es eine ständige Aufgabe, neue Arbeitsaufträge zu erhalten, um die Menschen in den Werkstätten auch für den allgemeinen Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Ende 2018 läuft zudem der Mietvertrag für den Standort Bessemer Straße aus, an dem unter anderem Wäscherei, Montage und der Berufsbildungsbereich angesiedelt sind. Nun geht es darum, neue Standorte zu finden, die den Bedarfen der Werkstattbeschäftigten und Berufsbildungsteilnehmern entsprechen.

Die Werkstätten sind aber nur ein Angebot der Lebenshilfe. Dazu kommen Kita-Einrichtungen, Wohnheime und Wohngruppen, die Mobile Frühförderung und Mobile Assistenzdienste zur Familienentlastung. Die Lebenshilfe beschäftigt rund 900 hauptamtliche Mitarbeiter, ist damit einer der größten Arbeitgeber der Region. Und einer der Motoren, die mit an der Inklusion arbeiten. Peter Hambrinker sieht sich dabei auch als Brückenbauer, wenn es um das Miteinander gehe. „Ich freue mich auf den Dialog nach innen wie auch nach außen und mit anderen Einrichtungen, Politik und Wirtschaft.“

In Zahlen

Die Lebenshilfe Lüneburg-Harburg GmbH ist ein freier und gemeinnütziger Träger, der im Landkreis Harburg und in Lüneburg Stadt und Land vielfältige Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Behinderung anbietet. 1964 Gründung des Vereins Lebenshilfe in Lüneburg, 1967 Gründung des Vereins Lebenshilfe im Landkreis Harburg 1974 Gründung der gemeinnützigen GmbH Mehr als 1700 Menschen mit Behinderung nutzen die Einrichtungen und Dienste. 896 Menschen mit Handicap sind an sechs Werkstatt-Standorten beschäftigt. 908 hauptamtliche Mitarbeiter (das entspricht etwa 530 vollen Stellen).

271 Menschen leben in unseren 7 Wohnheimen und 28 Wohngruppen. 170 Menschen werden ambulant in der eigenen Wohnung begleitet. 271 Kinder lernen und spielen in unseren Kindertageseinrichtungen. Über 200 Kinder profitieren in ihrem Zuhause von der Mobilen Frühförderung. Viele Kinder und Erwachsene nutzen die Angebote der Mobilen Assistenzdienste (z. B. Schulassistenz, Freizeitangebote) 44,3 Millionen Euro Gesamtumsatz hat die gemeinnützige GmbH in 2014 erwirtschaftet. Dieser Umsatz setzt sich aus staatlichen Vergütungen (Eingliederungshilfe), Produktionsumsätzen, Spenden und anderen Erträgen zusammen. Als gemeinnützige Gesellschaft erwirtschaftet die Lebenshilfe keine Gewinne.