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Hier sollen Lüneburger künftig klatschen und anfeuern: Die Sport- und Eventhalle soll auf dem Areal des alten Schlachthofs (eingefärbte Fläche rechts im Bild, nördlich der Ostumgehung) in der Vrestorfer Heide entstehen - direkt gegenüber von MediaMarkt. Foto: A/boldt
Hier sollen Lüneburger künftig klatschen und anfeuern: Die Sport- und Eventhalle soll auf dem Areal des alten Schlachthofs (eingefärbte Fläche rechts im Bild, nördlich der Ostumgehung) in der Vrestorfer Heide entstehen - direkt gegenüber von MediaMarkt. Foto: A/boldt

Eventhalle in Lüneburg: Standort steht fest

ap Lüneburg. Der Standort für die neue Sport- und Eventhalle in Lüneburg steht nun fest: Sie wird auf dem alten Schlachthof-Gelände an der Lüner Rennbahn gebaut, das zum Areal des Tiefkühlfischproduzenten Pickenpack gehört. Der schließt bekanntlich Ende Juni seine Produktion in Lüneburg.

Nach LZ-Informationen wurden die Verträge für den Hallenbau nun vorläufig verhandelt, Käufer des Schlachthof-Areals ist der Lüneburger Immobilienmakler Jürgen Sallier. „Ich habe das Grundstück vergangene Woche erworben, seit geraumer Zeit favorisieren Stadt und Landkreis schon diesen Standort für die Halle“, sagt Sallier auf LZ-Nachfrage. „Erstgespräche und Vorplanungen sind gelaufen, jetzt müssen diese sondiert und abgestimmt werden.“

Die Fläche gegenüber dem MediaMarkt und der Fleischerei Rothe umfasst rund 32000 Quadratmeter, etwa die Hälfte, also 16000 Quadratmeter, werde die Halle einnehmen. Auch für die andere Hälfte bestünden Pläne, diese will Sallier aber erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Ausreichend Parkplätze habe man auf der Fläche aber schon mit eingeplant, versichert er. Derzeit sei man dabei, die Abbruchkosten für den Schlachthof zu eruieren. „Ich denke, dass wir Ende Juni damit beginnen können, das Grundstück baureif zu machen.“

Damit ist ein wichtiger erster Schritt für den Lüneburger Sport getan, denn die Zeit drängt für die Volleyballer der SVG, aktuell Aushängeschild der Region. Die aktuelle Heimstätte, die Gellersenhalle in Reppenstedt, erfüllt die Anforderungen für die Bundesliga nicht, ist vor allem zu niedrig, die Ausnahmegenehmigung für den Ligenbetrieb dort ist befristet.

Bevor jedoch der Startschuss für den Neubau in Lüneburg fallen kann, müssen verschiedene politische Gremien grünes Licht geben. Am Donnerstag, 12. Mai, tagt der gemeinsame Sportausschuss aus Stadt und Landkreis in öffentlicher Sitzung. Der Neubau der wettkampfgerechten Sporthalle steht dort zur Abstimmung auf der Tagesordnung. Anschließend müssen aber auch noch der Stadtrat, die Kommunalaufsicht und das Innenministerium in die Pläne einwilligen.

Vor der Sitzung des Sportausschusses möchte sich SVG-Manager Andreas Bahlburg nicht weiter zum Thema Hallenneubau äußern. Doch aufgrund des nun sicheren Investitionspartners dürfte er erleichtert sein über die Entwicklung.

Jürgen Sallier, der die Halle an der Lüner Rennbahn errichtet, soll diese anschließend an eine Betreibergesellschaft vermieten. Stadt und Landkreis sowie andere Partner tragen die Investitionskosten für die fertige Halle. In Sachen Betreibergesellschaft fällt immer wieder der Name von Campus-Chef Klaus Hoppe, der gegenüber der LZ auch schon großes Interesse bekundet hat. Eine Zusammenarbeit mit Hoppe könnte sich auch Andreas Bahlburg gut vorstellen, schließlich ist dieser neben seinen Tätigkeiten als Betreiber von Studentenwohnheimen, der Vamos Kulturhalle und der Ritterakademie auch noch großer SVG-Fan und Sponsor.

Für die neue Halle sind folgende Eckdaten geplant: Platz für 3300 Zuschauer, 2800 Sitzplätze, eine Höhe von 12,50 Metern und ein VIP-Bereich. Neben den Volleyballern sollen auch andere Sportler die Möglichkeit haben, die Halle zu nutzen. Bahlburg äußerte vor einem Monat gegenüber der LZ, dass der Trainingsbetrieb für Schulen, Vereine und die SVG von montags bis donnerstags stattfinden solle, von freitags bis sonntags könne zusätzlich zu den Pflichtspielen der Volleyballer der Kulturbetrieb stattfinden. Möglich werden solle die Mehrfachnutzung durch die Aufteilung in eine Drei-Feld-Halle, außerdem könnten durch Trennwände auch Kulturveranstaltungen im kleineren Rahmen ausgerichtet werden. Damals ließ auch Landrat Manfred Nahrstedt durchblicken, dass die Sparkasse Lüneburg Namensgeber der Halle sein könnte gegen eine entsprechende Beteiligung an den Kosten.

10 Kommentare

  1. Verdammt! Da hat Herr Sallier aber noch mal Glück gehabt dass er das Grundstück gerade letzte Woche noch erwerben konnte. Glückwunsch.

    Nur die weiteren Konstrukte wie Errichtung einer Halle durch den Grundstücksbesitzer und Deckung der Investitionskosten durch Stadt und Landkreis und nicht zuletzt als vermeintlicher Betreiber der Halle der Campus-Chef Klaus Hoppe sind so verdammt innerstädtische Verhältnisse. Welche Zufälle es auch immer wieder gibt.

    • Hallo Otto, „die Zeit drückte“ schon Anfang April: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/317180-mit-hochdruck-zur-neuen-sport-und-eventhalle-in-lueneburg

      Wenn Sie das Zeitungsfoto und den Artikel vor sechs Wochen so flink wie unsern lieben Jürgen, der Lüneburger Immobilienmakler, gedeutet, sich noch am gleichen Nachmittag mit Herrn Piehl und Herrn Arens zusammengesetzt und sofort über ein schön elastisch konditioniertes Anschubdarlehen und die Eventualitäten einer angemessenen Gewinnbeteiligung geplaudert hätten, meinen Sie nicht, dass vielleicht auch Sie es heute hätten sein können, über dessen überraschend schnellen, mutigen, weitsichtigen und vermutlich sehr, sehr einträglichen Grundstückserwerb Herr Sallier hier bei LZ-Online bittere Schmerzenstränen würde vergießen können?

      Oder meinen Sie das nicht?

      Und wenn nicht, warum?

  2. Läuft ja alles wie geschmiert: SVG, Hoppe, Sallier alle dabei…..

    • @ Läuft ja alles wie geschmiert

      Manfred, Uli und die Sparkassenvorstände auch. Das sind eben alles echte Lüneburger Kumpels. Honi soit qui mal y pense!

      Egbert Furhop

  3. Harold Dörfler

    Toll, wie sich das große, monatelang sorgsamst gehütete Geheimnis um den Standort nun schlagartig lüftet. Niemand konnte und durfte von dieser Wahl wissen, um die Grundstückspreise nicht zu verteuern. Und doch fügt sich (für die üblichen Verdächtigen) eins zum anderen, als habe der liebe Gott persönlich Regie geführt. Glücklich, dass Pickenpack gerade jetzt an die Komplettaufgabe in Lüneburg denkt. Ein reines Zufallswunder, dass der Lüneburger Immobilienmakler Jürgen Sallier ohne besonderen Grund mal eben zugriff und das Gelände kaufte. Fügung, dass dem SVG-Manager Andreas Bahlburg Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Name von Campus-Chef und Vereinssponsor Klaus Hoppe einfällt und dass Manfred Nahrstedt als Namensgeber für die Halle sofort an die Lüneburger Sparkasse denken muss. Toll auch, wie das alles ohne jegliche Ausschreibung funktioniert und man nur noch abzuwarten braucht, bis „verschiedene politische Gremien grünes Licht geben“ und „bis der Stadtrat, die Kommunalaufsicht und das Innenministerium in die Pläne einwilligen“.

    Und auch die entlassenen Pickenpack-Arbeiter dürfen sich freuen, denn durch Trennwände können in der neuen Halle „auch Kulturveranstaltungen im kleineren Rahmen ausgerichtet werden.“

  4. Berthold Fürst

    Oft denke ich, das Letzte, was die zerfallende Bürgergesellschaft in Lüneburg noch zusammenhält, ist der Zorn und die Verachtung, die es gar nicht mehr kümmert, wogegen sie sich richten: Die einen sind empört, dass die Gebühren, Steuern und Abgaben so hoch sind, die anderen, dass der böse Nachbar noch immer viel zu wenig davon zu zahlen hat. Für die einen ist der Eingemeindungszentralismus der Urgrund alles Bösen, für die anderen das blöde kommunalföderale Kleinklein: Egal wofür oder wogegen, einig sind wir uns darin, dass es jedenfalls ein Skandal ist. Was? Na, alles halt.

    Wenn man Leuphanesen und Landeszeitungslesern glaubt und den Leuten so zuhört, könnte man meinen, Lüneburg hätte die originellsten Intellektuellen im Kreis, die besten Journalisten, die kühnsten Unternehmer, die fleißigsten Arbeiter und würde für diese Auserwähltheit mit den dümmsten Politikern bestraft werden. Wahrscheinlich ist Klaus Bruns deswegen unser populärster Volksautor geworden, weil seine Kritik rhetorisch radikal, sprachlich witzig – und allumfassend beliebig ist.

    Irgendetwas kann an unserer Sicht der Dinge nicht stimmen, und ein erster Schritt zur Besserung ist es, wenn wir gegen den täglich ausgerufenen Notstand und wider dessen Gegenstück, die gewohnheitsmäßige Schönfärberei, zu einem kritischen, und das heißt: die Dinge abwägenden Selbstbild kämen. Dann würden wir begreifen, dass eine ganze Hansestadt, die es nicht nur auf widerwärtige Fälle von Korruption, sondern auch auf beträchtliche soziale Errungenschaften gebracht hat, nicht von einer kleinen Schicht inkompetenter Politiker alleine heruntergebracht werden kann, sondern nur von einer apathisch gewordenen Bürgerschaft; also von uns allen, die wir es uns in der allgemeinen und gleichen Verdrossenheit gemütlich eingerichtet haben und fast schon erleichtert davon ausgehen, dass das Lüneburgische Verhängnis nur immer ärger werden könne.

    Darauf zu warten, dass die rotgrüne „Regierung“ mit ihrer auf nichts als gegenseitiger Verachtung gegründeten Koalition die Dinge für uns auf den richtigen Weg bringen werde, ist müßig. Unerwartet hat sich im letzten krisenhaften Jahr jedoch die Gesellschaft mit hunderterlei Initiativen im ganzen Kreis zurückgemeldet.

    Egal, ob man in der Hallenfrage die Dinge so sieht wie Otto, Klaus Bruns und Harold Dörfler oder nicht: Dass die Bürger und Bürgerinnen sich selbst dafür zuständig erklären, was in ihrem Namen in ihrer Stadt geschieht, das ist es, was ich für einen echten Aufbruch halte. Nichts verheißt auch bei ganz anderen Problemen solche Hoffnung wie dies, dass die Lüneburger und Lüneburgerinnen beginnen, die Dinge, die sie selber betreffen, nicht als Domäne der Obrigkeit, sondern als ihre ureigene Angelegenheit zu verstehen.

    • und allumfassend beliebig ist. frechheit. schmunzel
      übrigens, die kv sollte man in die wüste schicken. die sind so überflüssig wie ein kropf. warum passiert es nicht? denken sie mal darüber nach. es gibt kein gesetz, was die existenz der kassenärztlichen vereinigung begründet. die kommune kann jeder zeit mit dem arzt veträge direkt abschließen. wer will das verhindern? das volk?

  5. Hallo das ist ja sehr schön das Herr Sallier dieses Grundstück erworben hat aber ich denke es war keine große Sache er ist Makler!! Warum baut man die Halle nicht gleich so das man auch Große Musik events abhalten kann?? So wie es zu Lesen war mach ja das Vamos auch dicht?? also Herr Sallier Plan sie das gleich mit ein und viel Lüneburger u.nicht Lüneburger werden dankbar sein Musikgrößen in der Halle zu hören beziehungsweise zu sehen!!

  6. Das hört sich mal wieder alles nach großer Ausschreibung an.
    Wieso die Rettung des Wilschenbruch Geländes für den Sport nicht gelungen ist, bleibt bei diesen Dimensionen noch unverständlicher. Als es noch Naturschutzgebiet war hätte das Gelände ein Investor für kleines Geld kaufen können und an den Sport zurück verpachten können. Wenn ein paar Herren es nur gewollt hätten und dem Spekulantentum ein Riegel vorgeschoben hätten. Ich hoffe es kommt nochmal die Zeit in der das Gemauschel aufgedeckt wird und die Verantwortlichen Verantwortung zeigen müssen.

  7. 3.000 Zuschauer und 250 Parkplätze? Nun ja, die Stadt wird sicherlich einem Bau der geplanten U-Bahnstrecke zustimmen.
    Außerdem wird es die fahrradfreundlichste Halle Norddeutschlands werden mit Schnellstrecken für Fahrräder.
    Oder die umliegenden Straßen werden so zugeparkt, wie ich es von anderen Hallen kenne. Das birgt den Vorteil, dass über die verteilten Knöllchen ein Großteil der Baukosten wieder eingespielt werden wird.
    Aber ob das der Sinn ist?
    Aber da ja Sallier das Grundstück noch schnell kaufen konnte, die Vamosbetreiber und die Spasskasse auch mit im Boot sind, kann nix mehr schief gehen. Alle Verdächtigen sind „on board“, es kann also so weitergehen wie immer in Lüneburg, der SPD sei Dank.
    Bardowick wird, damit die da nicht rummaulen, schnell noch das LSK-Fußball“stadion“ zugesagt – alles wird gut – wir schaffen das !
    Eine Zweitgastronomie für die Vamosbetreiber mit open air Perspektive?
    Hat Sallier das Grundstück schon gekauft?
    Das „Ding“ wird dann auch sicherlich „Spasskassenarena“ genannt?
    Das werden dann, nach dem Bunkerbau an der Leuphana, die Mädgedenkmäler 2 und 3 – warum auch nicht? Die Bürger möchten sicherlich auch in einigen Jahren noch wissen wollen, wem sie das alles zu verdanken haben.

    Verkehrstechnisch besser aufgestellt, kostengünstiger, umweltverträglicher und zukunftsweisender könnte es sicherlich jeder Dorfdepp – nur der wird nicht gefragt, es müssen schon die Honoratioren her.