Aktuell
Home | Lokales | Amelinghausen | Neues Umspannwerk nahe Rehrhof?
Bei Wetzen hat der Netzbetreiber Avacon erst vor kurzem ein neues Umspannwerk gebaut. Doch das ist den Investoren für die Windparks bei Rehlingen und Amelinghausen zu weit entfernt. Foto: t&w
Bei Wetzen hat der Netzbetreiber Avacon erst vor kurzem ein neues Umspannwerk gebaut. Doch das ist den Investoren für die Windparks bei Rehlingen und Amelinghausen zu weit entfernt. Foto: t&w

Neues Umspannwerk nahe Rehrhof?

dth Rehrhof. Die lokalen Windkraft-Investoren bei Amelinghausen und Rehlingen wollen für ihre geplanten Windparks ein eigenes Windstrom-Umspannwerk zwischen Rehrhof und Schwindebeck bauen. Eigentlich hatte der Netzbetreiber darauf gesetzt, dass die dort insgesamt elf geplanten Windkraftanlagen beim erst vor wenigen Monaten errichteten Avacon-Umspannwerk bei Wetzen ins Stromnetz einspeisen. Doch das ist den Windpark-Betreibern zu weit weg.

Für die lokalen Windkraft-Investoren ist es eine Frage der Kosten und des Aufwandes. Jürgen Vogt, Geschäftsführer der Bürgerwindpark Ehlbeck GmbH & Co. KG, sagt: „Um unseren Windpark an das Umspannwerk Wetzen anzuschließen, müssten wir mehr als rund 11,5 Kilometer Stromleitungen verlegen.“ Dabei müsste die Lopau unterquert werden und auch die Oldendorfer Totenstatt läge auf der Trasse. Da sei es günstiger, ein eigenes kleines Umspannwerk für zwei Millionen Euro zu bauen, das direkt an die 110-Kilovolt-Freileitung anschließt.

Hinzu käme bei der Variante Wetzen eine Vielzahl an Flächeneigentümern, mit denen die Windmüller hätten handelseinig werden müssen. Vogt sagt: „Mit der jetzigen Lösung beim Rehrhof gibt es nur noch einen betroffenen Flächeneigentümer: mich.“
Die Entfernung, die vom künftigen Windpark Ehlbeck mit sieben Anlagen zum geplanten Umspannwerk Rehrhof mit Leitungen überwunden werden müsste, liege laut Vogt bei rund drei Kilometern. Auch für den Windpark Etzen mit vier Anlagen ist die Distanz geringer und somit kostengünstiger. Für den Bau und Betrieb haben sich laut Vogt die Investoren der beiden Windparks zusammengetan, um eine neue Gesellschaft zu gründen, die Umspannwerk Rehrhof GmbH.

Befürchtungen, dass nun im Avacon-Umspannwerk Wetzen ungenutzte Kapazitäten geschaffen wurden, hat man beim Netzbetreiber hingegen nicht. Avacon-Sprecher Ralph Montag sagt: „Das Umspannwerk Wetzen hat auch ganz klassisch eine Versorgungsfunktion für das ihm zugeordnete Gebiet. Sein räumlicher Zuständigkeitsbereich umfasst Gebiete, die zuvor von den beiden Umspannwerken Lüneburg-Rettmer und Lübberstedt versorgt worden sind.“ Mit Inbetriebnahme des Umspannwerks Wetzen hat es auf der Einspeise-Seite eine gewisse Grundauslastung mit übernommen. Montag: „Gleichzeitig hat die Abtrennung von Gebieten in den beiden anderen Umspannwerken dort wieder neue Kapazitäten für zu erwartende künftige Einspeisungen in den verbleibenden Gebieten geschaffen. Betrachtet man das gesamte Gebiet, so kann man sagen, dass jetzt drei Umspannwerke die Arbeit von vorher zwei übernehmen.“ Die beiden Bestands-Umspannwerke seien zuvor bereits „recht dicht an ihrer Kapazitätsgrenze“ gewesen.
Zudem gibt es laut Montag für das Umspannwerk Wetzen bereits weitere Anfragen nach Netzverträglichkeitsprüfungen von Einspeisevorhaben für insgesamt vier Windparks aus Betzendorf (Tellmer/Diersbüttel), Oldendorf/Luhe (Wetzen), Embsen sowie Südergellersen und für ein einzelnes Windrad bei Putensen.

Für das nun privat geplante Windstrom-Umspannwerk bei Rehrhof liegt der Bauantrag auch beim Landkreis Lüneburg vor. Kreissprecher Hannes Wönig sagt: „Das Bauamt prüft, ob das öffentliche Baurecht eingehalten wird, ob beispielsweise der Brandschutz gesichert und die Löschwasserversorgung gegeben ist, eine gesicherte Zufahrt vorhanden ist bis hin zur Standsicherheit.“ Zudem würden weitere Stellen im Rahmen des Immissionsschutzes beteiligt, darunter auch die Gemeinde Rehlingen.

Der Gemeinderat Rehlingen wird sich bei seiner nächsten öffentlichen Sitzung in den kommenden Wochen mit dem Thema beschäftigen. Der genaue Termin steht laut Rehlingens Bürgermeister Rainer Mühlhausen noch nicht fest. Derzeit läuft noch die Aufarbeitung der eingegangenen Stellungnahmen zu den geplanten Windkraftanlagen selbst. Die Frist für die Öffentlichkeitsbeteiligung war Mitte April abgelaufen. Bei der nächsten Ratssitzung sollen dann auch die Anregungen und Stellungnahmen zu den Windparks abgewogen werden.

One comment

  1. man könnte bauchweh bekommen. in privater hand? ist da geschäftemacherei nicht tür und tor geöffnet? upps, war ja schon vorher so. und an den rechnungen leider zu erkennen gewesen.