Aktuell
Home | Lokales | Verein Lüneburger Kaufleute: Zeinert soll Präsident werden
Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, möchte künftig als Präsident des Vereins Lüneburger Kaufleute dessen Geschicke lenken. Foto: nh
Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, möchte künftig als Präsident des Vereins Lüneburger Kaufleute dessen Geschicke lenken. Foto: nh

Verein Lüneburger Kaufleute: Zeinert soll Präsident werden

us Lüneburg. Beim Verein Lüneburger Kaufleute steht ein Wechsel an. Präsident Martin Aude, der das Amt seit 2007 bekleidet, kann gemäß Satzung nach drei aufeinander folgenden Wahlperioden nicht wiedergewählt werden. Als möglicher Nachfolger und voraussichtlich einziger Kandidat wird Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, auf der Mitgliederversammlung am 19. Mai seinen Hut in den Ring werfen.

„Ich kann bestätigen, dass ich auf Bitte von Martin Aude bei der Mitgliederversammlung des Vereins Lüneburger Kaufleute für dessen Nachfolge kandidieren werde“, lässt Michael Zeinert wissen. Mehr, etwa zu den Zielen, die er als neuer Präsident und künftiges Vorstandsmitglied des Vereins in seiner Amtszeit setzen will, mag der 52-Jährige vorab nicht preisgeben, „aus Respekt vor der Mitgliederversammlung werde ich mich dazu erst in der Sitzung äußern“.

Mit Zeinert könnte nach Martin Aude erneut ein Präsident an der Spitze des Vereins stehen, der kein Kaufmann im Sinne eines selbstständigen Unternehmers ist. Dennoch sieht der Volkswirtschaftler, der seit 1992 verschiedene Positionen bei den Industrie- und Handelskammern Kiel und Dortmund bekleidet hat und seit 2008 Hauptgeschäftsführer der IHK in Lüneburg ist, eine „hohe Deckungsgleichheit mit dem, was ich hier mache“. Im Übrigen kandidiere er nicht als Hauptgeschäftsführer der IHK, sondern als Mitglied des Vereins.

Die Wahl von Zeinert scheint auf sicherem Fundament zu stehen, nicht zuletzt, da derzeit kein weiterer Bewerber im Rennen sei, wie Zeinert erklärt. Gerüchte, wonach Ernst Hildebrandt, derzeitiger Schatzmeister des Vereins, ebenfalls das Amt anstrebe, wollte dieser nicht bestätigen: „Ich war nie wirklich für eine Präsidentschaft angetreten“, sagte Hildebrandt. Zwar habe es diesbezüglich Gespräche gegeben, „aber nur für den Fall, dass sich kein anderer findet, zumal ich selbst auch kein Kaufmann bin“. Dass nun auch mit Michael Zeinert erneut kein klassischer Kaufmann ins Amt kommt, wolle er nicht kommentieren. Allerdings bedaure er, dass sich die Lüneburger Kaufmannschaft „merklich an vorderster Front zurückhält“, obwohl es eine große Anzahl an geeigneten Personen für dieses Amt gebe. Hildebrandt führt dies unter anderem darauf zurück, dass viele von ihnen verstärkt in ihren Aufgaben als Unternehmer eingebunden seien.

Der Verein Lüneburger Kaufleute wurde im Februar 1912 gegründet, hervorgegangen aus dem Zusammenschluss des Handelsvereins und des Vereins Junger Kaufleute. Die Wurzeln reichen nach eigener Darstellung aber bis ins Mittelalter zurück. Der Verein versteht sich weniger als Interessensverband, im Vordergrund steht die Bildung und Pflege von Netzwerken. Dazu werde stets enger Kontakt zu allen wichtigen Organisationen und Verbänden in der Region gesucht, zahlreiche eigene Veranstaltungen wie Vorträge, Unternehmensbesuche und Gedankenaustausche werden regelmäßig durchgeführt. Gesellschaftliche Höhepunkte im Jahr sind der Handelsball sowie das traditionelle „Herrenessen“, an dem inzwischen aber auch Frauen teilnehmen.

Derzeit zählt der Verein rund 400 Mitglieder, etwa die Hälfte davon seien „echte Kaufleute“, ferner gehören Dienstleister, Ärzte, Rechtsanwälte und Steuerberater dem Verein an.