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Stefan Klein vor seinem Markt. Der könnte auch nach vorne hin erweitert werden, um mehr Platz zu schaffen und eine Bäckerei-Filiale anzusiedeln. Die Stadt ist bereit, Flächen zu verkaufen. Foto: be
Stefan Klein vor seinem Markt. Der könnte auch nach vorne hin erweitert werden, um mehr Platz zu schaffen und eine Bäckerei-Filiale anzusiedeln. Die Stadt ist bereit, Flächen zu verkaufen. Foto: be

Kreideberg: die Hürde „Supermarkterweiterung“

ca Lüneburg. Wenn das Personal Ware nachräumt oder ein Kunde überlegend vor einem Regal steht, wird es eng im Supermarkt Klein am Thorner Markt auf dem Kreideberg. Mit ihren Einkaufswagen stehen Kunden dort quasi im Dauerstau. Das weiß auch Chef Stefan Klein und würde es gern ändern, doch das ist nicht so einfach. Denn er muss seinen Vermieter überzeugen, das Geschäft zu erweitern. Dabei dürften die Kosten nicht zu hoch ausfallen, denn eine gewaltige Mietsteigerung rechne sich nicht.

Bei den Kunden herrscht, sofern man das beurteilen kann, eine Mischung aus Dankbarkeit und stillem Leiden vor. Denn viele sind froh, dass es überhaupt einen Laden gibt. Gerade für Ältere oder Nachbarn ohne Auto sind die großen Supermärkte und Discounter zum Beispiel Am Alten Eisenwerk zu weit entfernt. Auch dient der Markt nicht nur für die rund 8100 Menschen auf dem Kreideberg, vor zehn Jahren waren es noch 6350, sondern auch für manchen aus Ochtmissen als Einkaufsmöglichkeit. Bei einer Bürgerversammlung in der Paulusgemeinde wünschten sich Anwohner kürzlich allerdings einen großzügigeren Markt.

Markt-Chef Stefan Klein sagt: „Es liegen Pläne vor.“ Einen Anbau, der rechts des Gebäudes entstehen sollte, sei im Moment nicht umsetzbar. Eine andere Idee sei es, den Markt nach vorne wachsen zu lassen, also zur Thorner Straße. Dann könnten Einkaufswagen vor der Tür untergebracht und der Kassenbereich erweitert werden.
Stadtbaurätin Heike Gundermann steht der Erweiterung positiv gegenüber. Bereits vor drei Jahren sei ein Bauvorbescheid erteilt worden, doch habe der Eigentümer bislang keinen Bauantrag gestellt. Für eine Erweiterung zur Thorner Straße würde die Stadt sogar eigene Flächen anbieten. Doch solange vom Eigentümer nichts komme, könne die Stadt eben auch nicht handeln.

Stefan Umland, dem der Komplex gehört, erklärt, er plane noch. Manche Wünsche seien so nicht umsetzbar, weil beispielsweise tragende Wände nicht ohne Mühe zu ersetzen sind. Von der Idee her könnten in einem neuen Seitentrakt Lager- und Sozialräume entstehen. Die freiwerdenden Flächen wären für das Sortiment zu nutzen. Je nachdem, ob man mit den Beteiligten einig werde, könnte eine Konzeption im Laufe des Jahres stehen, ein Baubeginn im nächsten Jahr liegen.

Aus Sicht der Stadt gibt es auf dem Kreideberg keinen alternativen Standort, um einen neuen Markt samt Parkplätzen zu bauen. „Uns ist jedenfalls keine Fläche ins Auge gesprungen“, sagt Heike Gundermann. Denn die Gartenkolonien wolle man nicht antasten. Die Baudezernentin sagt: „Der Markt gehört an den Thorner Platz, dort ist das Zentrum des Stadtteils.“

Stefan Klein bleibt vorerst nur, jeden Fleck in seinem Geschäft zu nutzen, gerade hat er den Bereich für Obst und Gemüse neu gestaltet: „Wir würden unser Sortiment gern erweitern, aber mehr geht nicht.“ Bei einer Erweiterung möchte er eine Bäckerei-Filiale ansiedeln, die auch sonntags öffnen könnte, denn die fehlt sei Jahren im Karree: In der ehemaligen Turm-Bäckerei wird heute Döner angeboten.

Viel Zukunftsmusik, erst einmal bleibt alles beim Alten. Klein nennt es „Tante-Emma-Charme“, mit dem sich Kunden und Personal arrangieren.