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Speziell geschulte Forstwirte sitzen seit dem vergangenen Freitag wieder in der Waldbrandzentrale in Lüneburg vor ihren Monitoren und werten Bilder der insgesamt 20 Waldbrandüberwachungskameras aus sechs Landkreisen aus. FotoA./nh
Speziell geschulte Forstwirte sitzen seit dem vergangenen Freitag wieder in der Waldbrandzentrale in Lüneburg vor ihren Monitoren und werten Bilder der insgesamt 20 Waldbrandüberwachungskameras aus sechs Landkreisen aus. FotoA./nh

Waldbrandzentrale Lüneburg ist besetzt

pet Lüneburg. Ausflügler, Freibadbesucher und Spaziergänger freuts. Forstleute dagegen machen sich Sorgen. Auslöser: das trockene Wetter der vergangenen Tage. Die steigenden Temperaturen haben dazu geführt, dass die Waldbrandgefahr in Niedersachsen eklatant angestiegen ist, die Böden sind ausgetrocknet, schon eine achtlos weggeworfene Zigarette kann einen Brand auslösen.

Für die Bereiche um Lüchow-Dannenberg, Bergen und Wittingen-Vorhop hat der Deutsche Wetterdienst die Waldbrandgefahrenstufe 5 (sehr hohe Waldbrandgefahr) ausgerufen. In anderen Gebieten, darunter im östlichen Landkreis Lüneburg, herrscht die Gefahrenstufe 4 (hohe Waldbrandgefahr).
Die niedersächsischen Förster sind insbesondere im Flachland Niedersachsens alarmiert: Gerade in den lichten Kiefernwäldern im Nordosten sei die Waldbrandgefahr besonders hoch, heißt es von den Niedersächsischen Landesforsten.

Seit dem vergangenen Freitag ist aufgrund der aktuellen Lage die Waldbrandzentrale in Lüneburg wieder ständig besetzt. Hier laufen alle Bilder und Informationen von 20 an Türmen installierten Waldbrandüberwachungskameras an 17 Standorten zusammen. Ein Gebiet von 900000 Hektar wird überwacht, 320000 Hektar davon sind Waldgebiet.
Besetzt ist die Waldbrandzentrale mit erfahrenen Forstwirten der Niedersächsischen Landesforsten sie können anhand der eingehenden Bilder entscheiden, ob es sich bei einer Auffälligkeit etwa um aufgewirbelten Staub eines Mähdreschers, eine Feldberegnungsanlage oder eben ein Feuer handelt.
Das „Automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem“ (AWFS) war im Frühjahr 2011 im Behördenzentrum Auf der Hude eingerichtet worden. Das AWFS hatte damals die Feuerwachtürme abgelöst, die bei bestehender Waldbrandgefahr besetzt wurden.

Die hochmodernen Kameras haben einen Rundumblick von über zehn Kilometern und erkennen frühzeitig Rauchentwicklung. Die Livebilder der Kameras werden in Lüneburg ausgewertet und analysiert. Im Falle eines Brandes kann mit Hilfe einer Kreuzpeilung der exakte Brandort ermittelt werden, um Löschkräfte schnellstmöglich an den Brandort zu führen.

Bereits Mitte April war der Lüneburger Feuerwehrflieger zu Übungszwecken erstmals in diesem Jahr aufgestiegen. Die „Cessna“, besetzt mit Pilot und zwei Beobachtern, kommt ebenfalls im Bereich der Brandfrüherkennung zum Einsatz. Zu einem Einsatz in die Luft aufsteigen musste die Maschine nach dem „Anfliegen“ noch nicht, sagt Lüneburgs Kreisbrandmeister Torsten Hensel.

Ab dem morgigen Mittwoch soll sich die Situation beruhigen. Für das anstehende Pfingstwochenende ist dann ein heftiger Temperatursturz vorhergesagt, es soll Regen fallen. Spätestens dann dürfte die Waldbrandgefahrenstufe in ganz Niedersachsen wieder auf die Stufen 1 und 2 zurückfallen. Davon geht nach Auswertung von Informationen des Deutschen Wetterdienstes auch der Brandschutzdezernent der Polizeidirektion Lüneburg, Daniel Kleinschmidt, aus.

Förster bitten um Mithilfe

Die Niedersächsischen Landesforsten bitten die Bevölkerung gerade in diesen Tagen auch um Mithilfe bei der Waldbrandverhütung. Hier sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:

  • Kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe.
  • Grillen nur auf freigegebenen Grillplätzen, dazu das örtliche Forstamt fragen.
  • Im Wald gilt bis zum 31. Oktober ein allgemeines Rauchverbot.
  • Autos mit Katalysatoren nicht über trockenem Gras abstellen, keine Zigarettenkippen aus dem Auto werfen.
  • Jeden Waldbrand sofort unter der Notrufnummer 112 melden!