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Die Flügel des Tors zur Unterwelt sind verschwunden, ein Pfeiler ist beschmiert. Foto: boldt
Die Flügel des Tors zur Unterwelt sind verschwunden, ein Pfeiler ist beschmiert. Foto: boldt

Diebe stehlen Tor zur Unterwelt

ca Lüneburg. Es ist ein Symbol für den unruhigen Lüneburger Boden: das Tor zur Unterwelt an der Frommestraße. Nun sind die Flügel des 1898 gebauten Portals verschwunden. Der Lüneburger Stadtchronist Hans-Joachim Boldt schlägt Alarm, er hat den Diebstahl entdeckt und vermutet aufgrund von Schleifspuren, dass die eisernen Pforten in Richtung Bastionstraße gezogen und dort abtransportiert wurden. Mutmaßlich waren Metalldiebe am Werk.

Tor zur Unterwelt: So sehen die Flügel aus. Foto: be
Tor zur Unterwelt: So sehen die Flügel aus. Foto: be

Davon geht man im Rathaus aus. Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck, die gestern von dem „Frevel“ erfuhr, sagt, in der Verwaltung sei man fassungslos über dieses dreiste Vorgehen: „Ein Stück Lüneburger Kulturgut geht verloren. Wir appellieren an Schrott- und Trödelhändler, sich bei der Stadt zu melden, sofern etwas Entsprechendes angeboten werden sollte.“

Laut Stadt wurde weder von der Verwaltung noch vom Eigentümer der Fläche, Jürgen Sallier, ein Auftrag erteilt, den Eisenschmuck zu restaurieren. Anzeige könne nur der Eigentümer erstatten: „Wir gehen davon aus, dass er dies tut.“ Aber auch die Stadt wolle ihre rechtlichen Mittel nutzen. Das Tor steht unter Denkmalschutz. Ob Sallier aufgrund dessen im Fall der Fälle für einen Ersatz sorgen muss, kläre man noch.

Bei Abrissarbeiten eines Wohnhauses war im Juli 2011 eine der beiden Säulen von einem Bagger umgerissen worden. Erst drei Jahre später war der Schaden behoben. In einem Katalog des Salzmuseums zu einer Ausstellung zur Senkungsgeschichte im Jahr 2000 heißt es, dass das Gartentor seit seiner Errichtung 1898 zwei Meter tiefer gesackt ist. Zudem haben sich die Flügel komplett übereinander geschoben. Ein Pfeiler habe wegen dieser starken Erdbewegungen mit einer Kette verankert werden müssen. Ursache für die seit Jahrhunderten anhaltenden Senkungen war zuvörderst der Salzabbau durch die Saline.
Hinweise an die Polizei unter %83062215.

2 Kommentare

  1. Die denkmalgeschützten Gartentore sind weg. Nun fragt man sich ja, wie toll Sallier & Co das gefunden haben, so ein Gartentor zu haben, das man nicht entfernen darf………Da kann man doch auch gar nicht bauen ohne darauf Rücksicht nehmen zu müssen.
    Kann man nur sagen: na, so ein Zufall!!! Nun könnte ja der Rest auch entfernt werden, denn die Eisenpforten werden sich ja nicht mehr wieder anfinden…….

  2. so ist das, wenn man ein denkmal nicht als solches erkennen kann. eine angeblich herrenlose gartenpforte wird eben als allgemeingut betrachtet. vertrocknete fritten wurden auch schon als kunst verkauft und von der ,,putzfrau,, entsorgt.